Diebestour bei Kollegen

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Wasserburg - Auf frischer Tat wurde eine 40-jährige Industriekauffrau erwischt, als sie sich wieder einmal an den Barschaften ihrer Kollegen bedienen wollte.

Damit fand eine Serie Diebstählen ein Ende, die eine Firma über drei Jahre hinweg beschäftigt hatte.

Nun musste sich die mittlerweile fristlos gekündigte Täterin vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen 21 tatmehrheitlichen Fällen von Diebstahl verantworten. Laut Anklageschrift wurden 17 davon als besonders schwere Fälle gewertet, da diese als gewerbsmäßig angesehen wurden.

Dabei zeigte sich die Angeklagte, die insgesamt rund 1100 Euro erbeutet hatte, vor Gericht reumütig und räumte alle Tatvorwürfe umfassend ein. Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ihres Mannes habe sie in eine schier ausweglose finanzielle Situation getrieben. Als Alleinverdienerin habe sie nicht genügend für den Familienunterhalt aufbringen können. Zu diesem Zeitpunkt habe sie dann eine Klarsichthülle mit Bargeld auf dem Schreibtisch eines Kollegen entdeckt. Die offenen Rechnungen im Hinterkopf, habe sie tagelang mit sich gerungen, ehe sie das Geld dann genommen habe. Damals habe sie fest vorgehabt, den Betrag so schnell wie möglich zurückzugeben. Doch aufgrund der immer prekärer werdenden familiären und finanziellen Umstände, hatte es mit dem Zurückzahlen nicht geklappt und die Angeklagte griff in der Folge insgesamt 21 Mal in den Geldbeutel ihren Kollegen. Dabei nahm sie kleinere Geldbeträge heraus oder ließ das Portemonnaie auch ganz verschwinden. "Ich bin in die Sache reingerutscht", sagte die Angeklagte unter Tränen und bedauerte ihr Fehlverhalten.

Das Gericht sah den Tatnachweis erbracht und verurteilte die Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Als Bewährungsauflage wurden 150 Stunden gemeinnützige Arbeit auferlegt. Die Angeklagte habe mit den Diebstählen im Kollegenkreis einen besonderen Vertrauensbruch begangen. Dennoch sei von einer günstigen Sozialprognose auszugehen, denn die Frau sei vorher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten und habe mit einem umfassendes Geständnis die Beweisaufnahme erleichtert. Zum Tatzeitpunkt habe sie sich in einer schwierigen familiären Situation befunden, doch während des Verfahrens glaubhaft ihre Reue gezeigt.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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