Diebstahl geklärt, Diebesgut weg

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Edling/Freising - Ein Krimi mit unglücklichem Ausgang: Eine gestohlene Baggerschaufel und ihr Weg nach Polen. Drei engagierte Polizisten hatten dabei den richtigen Riecher.

Zwei engagierte Polizeibeamte auf der Autobahn mit dem richtigen Riecher für Diebesgut, ein weiterer, der sogar in seiner Freizeit fahndet - und trotzdem ist eine in Edling gestohlene Baggerschaufel im Wert von 10.000 Euro jetzt unerreichbar in Polen. Dass einschließlich Adresse bekannt ist, wer sie gestohlen hat, hilft da auch nicht wirklich weiter. Kein Wunder, dass alle Beteiligten die Sache als "ziemlich unbefriedigend" bezeichnen.

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Das Ganze hat sich folgendermaßen abgespielt: Am 28. Dezember wurde auf dem Gelände der Schreinerei Forstner in Edling eine hydraulische Baggerschaufel, Gewicht 1000 Kilo, gestohlen. Bereits in den Abendstunden kontrollierten Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Freising auf der A9 bei Neufahrn zwei Polen mit einem Transporter. Darin befand sich unter anderem die Baggerschaufel. Die Schutzbehauptung, diese sei in Norddeutschland gekauft worden, war zwar angesichts der frischen Eis-Anhaftungen wenig glaubwürdig, "sie konnte aber auch nicht eindeutig widerlegt werden", so der Leiter der Freisinger Verkehrspolizei, Michael Schmidt.

Immerhin wurde die Schaufel bis zum nächsten Mittag beschlagnahmt. Als bis dahin keine entsprechende Diebstahlanzeige vorlag, habe man die beiden ziehen lassen, auch wenn klar gewesen sei, dass es sich um Kleinkriminelle handelt. Ein Haftbefehl lag ja nicht vor.

Als Firmenchef Willi Forstner am 31. Dezember den Diebstahl bemerkte, zeigte er ihn sofort der Polizei an. Die gab die Meldung auch gleich an die Medien weiter, unter anderem auch an rosenheim24. Dort entdeckte sie am selben Tag in seiner Freizeit der stellvertretende Wasserburger Inspektionsleiter Richard Gottwald und alarmierte sofort seine Freisinger Kollegen - zu spät: Die Polen waren inzwischen mit ihrer Beute längst über der Grenze.

"Natürlich hätten wir die Schaufel auch länger beschlagnahmen können", bedauert Michael Schmidt nachträglich und bittet gleichzeitig um Verständnis: Wenn man alles Verdächtige behalten würde, könnte man "schnell eine Schrotthandlung aufmachen. Wir haben viele Ausländer, die das Auto voll haben mit allem Möglichen." Außerdem kämen nicht unerhebliche Kosten für Lagerung und Transport auf den Staat zu, wenn sich ein Verdacht nicht bestätige.

"Eigentlich ist alles nicht schlecht gelaufen, nur das Ergebnis ist nicht gut", fasst Richard Gottwald zusammen. Denn dass die Schaufel aus Polen wieder geholt werden könnte, daran glaubt er so wenig wie der rechtmäßige Eigentümer. Mit Ost-Ländern gebe es in der Praxis keine effektive Polizei-Zusammenarbeit, zitiert der einen Beamten und fragt sich: "Warum kann man in so einem Fall keinen Kaufnachweis verlangen? Ich verstehe, wenn die Polizisten immer frustrierter werden."

Die versuchen, der Sache wenigstens etwas Positives abzugewinnen. Wenn die beiden Polen das nächste Mal kontrolliert würden, "sind sie fällig", so Michael Schmidt.

koe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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