Wasserburger Student und seine Dealerei

Einstieg als Großdealer ging daneben

Wasserburg - Im Mai 2011 beschloss ein Student als Großdealer in das Drogengeschäft einzusteigen. Dass das empfindliche Strafen nach sich zieht, musste er jetzt vor Gericht lernen.

Weil er nicht vorbestraft war kam er damals mit 18 Monaten Haft davon, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sein Dealer, von dem er gleich happige 300 Gramm Kokain kaufen wollte, war jedoch nur ein kleiner Fisch, der sich aber bemühen wollte ihm wenigstens 100 Gramm Kokain zu beschaffen. Derart harte Drogen sind jedoch nicht in Kommission, sondern nur gegen Bares zu bekommen. Daran scheiterte der Handel letztlich.

Dieser Dealer, ein 26-jähriger Wasserburger, stand bereits mehrmals vor Gericht. Weil er bereits einschlägige Vorstrafen hatte, war seine Chance auf eine Bewährungsstrafe gering. Dazu hatte er daneben eine eigene Cannabisproduktion betrieben. "Die einzige Möglichkeit für Sie besteht darin, bei der Polizei wirksame Aufklärungshilfe zu leisten", ermahnte die Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler den gelernten Finanzkaufmann mehrmals. Der gab von Verhandlungstermin zu Verhandlungstermin nur wenig Informationen preis, häufig von geringem Wert oder waren der Polizei bereits bekannte Tatsachen. Darüber hinaus versäumte er es mehrmals seinen Meldeauflagen nachzukommen. Eine Bewährungsstrafe aus dem Jahr 2006 war zwar abgelaufen, aber noch nicht erlassen. Der junge Mann hätte also allen Grund gehabt mit dem Gericht aufrichtig zusammenzuarbeiten. Davon konnte jedoch keine Rede sein. Die Richterin: "Sie sind entweder so schlampig, dass es beinahe strafbar ist oder sie halten uns für dumm. In ihrem Fall reicht ein Geständnis alleine für eine Bewährung nicht aus."

In dasselbe Horn stieß die Vertreterin der Anklage. "Nach wie vor belügen sie uns und schützen ihre Kontakte." Sie beantragte zwei Jahre Gefängnis und sah keine Möglichkeit mehr diese Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Florian Rummel, führte an, dass man seinem Mandanten nicht anlasten könne, wenn er um bestimmte Zusammenhänge nichts wisse. Das könne er nicht offenbaren. Im Übrigen sei er voll geständig gewesen und der eigentliche Drogenhandel gar nicht zustande gekommen. Er stellte das Strafmaß in das Ermessen des Gerichtes, erbat für seinen Mandanten aber die letztmalige Chance auf Bewährung.

Das Gericht orientierte sich bei seinem Urteil am Strafmaß für den bereits verurteilten Studenten. "Der jedoch war ohne Vorstrafe", so die Richterin. "Um ebenfalls eine nochmalige Bewährungsstrafe zu erreichen, hätten sie bedeutend mehr liefern müssen und können. Darüber hinaus haben sie nach unserer Meinung die Schwierigkeit ihrer Situation bis heute nicht begriffen. Deshalb das gleiche Strafmaß von 18 Monaten, jedoch ohne Bewährung".

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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