Discounterstandort: Rotter entscheiden

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Mit "Ja" oder "Nein" werden die Rotter im Oktober beim Bürgerbegehren die Frage beantworten können, ob der neue Discounterstandort südlich der Münchener Straße gebaut werden soll.

Rott - Die Rotter können über den Discounterstandort abstimmen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass sie am 23. Oktober entscheiden können, wo ein Discounters gebaut werden soll.

Mit Ja oder Nein können sie die Frage ankreuzen: "Sind Sie dafür, dass in Rott am Inn für den Bereich südlich der Münchener Straße und die bestehende Ortsbebauung eine Bauleitplanung mit der Zielsetzung eingeleitet wird, dort einen Discounterstandort zu ermöglichen."

Anfang April hatten die SPD-Fraktion und kurz darauf die "Bürger für Rott" ein Bürgerbegehren über einen neuen Discounterstandort beantragt.

Seit einigen Jahren sucht der Discounter zwischen Bahnhofstraße und Münchener Straße eine neue Fläche. Das bisherige Gebäude war für das Warenangebot zu klein geworden.

Wie Gemeinderätin und Lidl-Mitarbeiterin Christine Sedlmaier in der Sitzung mitteilte, halte die Regionalleitung an Rott fest und um den Gerüchten entgegen zu treten, stimme es nicht, dass die Auswanderung in das Gewerbegebiet nach Schechen geplant sei. Erweiterungspläne um zirka zwei Meter nach Westen am jetzigen Standort seien verworfen worden, da dies nicht ausreiche, um einen Backshop mit anzubieten und das vollständige Warenangebot zu präsentieren. "Die Regionalleitung wünscht sich, dass endlich ein neuer Standort zur Verfügung steht".

Bürgermeister Marin Schaber betonte die Aussage des Discounters, dass der bisherige Standort nicht gehalten werden könne. Letztes Jahr habe eine Grundstücksgesellschaft bei ihm angefragt, ob dieser Standort westlich vom Asamweg für die Gemeinde denkbar wäre. Er habe darauf dies von der Regierung von Oberbayern klären lassen, dass dies möglich sei. Auch die Grundstücksverkäufer wären damit einverstanden.

Dr. Jürgen Hüther begründete den SPD-Antrag damit, dass ein reichhaltiges Warenangebot auswärtige Besucher und Kaufkraft in den Ort bringt. Dies sei auch ein eindeutiges Ergebnis des Rotter Entwicklungsplanes. Da der zukünftige Standort eines Discounters umstritten sei, sollten die Bürger dies selbst entscheiden. Der geplante Discounter am Ortseingang sei auch von Älteren durch den Fußgänger- und Radweg noch gut erreichbar und die Ortsmitte verliere nicht ein Nahversorgungsangebot. Um dem Ort entgegenzukommen, wolle der Gewerbeanbieter von der typischen Discounterbauweise abweichen und das Gebäude mehr dem Ortsbild anpassen. Er verwies auf ein Schreiben der Regierung von Oberbayern, dass ein solcher Discounter mit 1200 Quadratmeter Geschossfläche und 900 Quadratmeter Verkaufsfläche am vorgesehenen Standort aus landesplanerischer Sicht unproblematisch sei, da er an bestehende Bebauung anschließt. Der Antrag der SPD wurde mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes abgesprochen.

Die Streitereien im Gemeinderat und in der Bevölkerung waren für Max Zangerl, der den Antrag der Bürger für Rott erläuterte, die Begründung, doch die Bürger selbst zu Wort kommen zu lassen. Seiner Meinung hat dadurch das Miteinander in der Gemeinde stark gelitten.

Die Gemeinderäte der beiden anderen Fraktionen waren durchaus dafür, dass in wichtigen Fragen die Bürger beteiligt werden, doch sie hielten den Zeitpunkt für verfrüht. Wie schon beim Thema Wohnbebauung im Norden von Rott-Nord sahen sie auch bei diesem Antrag erneut eine Missachtung der vom Gemeinderat ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe "Gewerbeentwicklung" zum Dorfentwicklungsplan. Auch das Verkehrsaufkommen sehen sie kritisch. Alle Kunden müssten durch den Ort. Bei der Abbiegung vor der Haager Straße Richtung Ortsende und Richtung Aßling werde ein wichtiger Schulweg passiert. Wenn die Autofahrer vom Einkauf zurückkommen, sei die Einmündung Richtung Ortskern oder Richtung Haager Strasse sehr problematisch und unübersichtlich.

Um den Arbeitsgruppen zum Dorfentwicklungsplan Zeit zu geben, ihre ehrenamtliche Arbeit zu vollenden und die Ergebnisse Anfang Oktober zu repräsentieren und um auch der Gemeindeverwaltung Zeit zu geben, den Bürgerentscheid vorzubereiten, einigte sich der Gemeinderat einstimmig auf den Abstimmungstermin Sonntag, 23. Oktober 2011.

hri/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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