Im Dorfladen bleibt Ehrenamt gefragt

Der Dorfladen Ramsau ist aus den roten Zahlen. Allerdings ging dies nur durch großes ehrenamtliches Engagement.

Ramsau - Der Dorfladen Ramsau hat im letzten Jahr schwarze Zahlen geschrieben: Bei der siebten Generalversammlung der Genossenschaft teilte Aufsichtsrat Christian Gäßl einer Gewinnsteigerung auf 5318 Euro mit, wobei Bilanzsumme und Umsatzerlöse wie im Vorjahr ausfielen. Die Geschäftsführung habe also "sehr gut gewirtschaftet". Von der Versammlung wurde beschlossen, den Gewinn wie in den letzten Jahren für die Reduzierung des Verlustvortrags zu verwenden, so dass nun keine Verbindlichkeiten mehr bei der Bank bestehen.

Auch Steuerberater Mittermeier bewertete die Entwicklung des Dorfladens als sehr positiv, nachdem sich jedes Jahr die Verluste verringerten. Nun gebe es keine Kapitalunterdeckung mehr. Der Umsatz ist nach einem kleinen Rückgang im letzten Jahr in den ersten Monaten 2010 wieder angestiegen. Wichtig sei, dass der Dorfladen weiter gut angenommen werde. Turnusgemäß schied eines der vier Aufsichtsratsmitglieder aus, wobei Leni Huber einstimmig für drei Jahre wiedergewählt wurde.

Bürgermeisterin Annemarie Haslberger dankte als Aufsichtsrat den Verkäuferinnen, die bedarfsgerecht Ware vorhalten und trotz Mehraufwand bei vielen Lieferanten bestellen, wobei sie den Preis jeder Ware neu kalkulieren müssen. Sie bemerkte, dass die Attraktivität des Dorfladens auch davon abhängt, dass man "etwas Besonderes" und gute Qualität bekomme. Auch Bürgermeister Hellmeier aus Tacherting, der mit einer Gemeinderätin die Versammlung verfolgte und vorher den Dorfladen besichtigte, um gegebenenfalls im eigenen Ort einen Dorfladen zu gründen, zeigte sich erstaunt über das vollwertige Sortiment an Waren.

Die soziale Funktion des Dorfladens spürten die Leute immer mehr, betonte Haslberger, denn er mache einen wesentlichen Faktor als Dienstleister und als Treffpunkt der Bevölkerung aus. Die Mitgliederzahl ist mit 163 Mitgliedern gleich geblieben.

Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin Monika Peckmann gab zunächst bekannt, dass nun jede Verkäuferin eine Gehaltserhöhung um 50 Cent auf sieben Euro in der Stunde bekommt. Man sei zwar zufrieden, aber weiter bestrebt, dass der Umsatz steigt. Der Beschluss, die Aggregate in den Keller zu bauen, sei bereits umgesetzt, damit sei es im Laden nicht mehr so laut und so heiß. Auf der Dult wurde zusammen mit dem Mittergarser Dorfladen Kaffee und Kuchen verkauft, ebenso beim Adventsmarkt im Kloster, der gute Einnahmen bescherte.

Großen Anteil habe das Dorfladenteam, denn es müsse trotzdem viel ehrenamtlich gearbeitet werden. Ohne Direktvermarkter für Obst, Gemüse, Kuchen, Marmelade und Eier sind es 21 Lieferanten, davon sechs, von denen die Ware selbst abgeholt werden muss. Um besondere Produkte anbieten zu können, gibt es fünf Wurst- und Feinkostlieferanten.

Unverzichtbar seien ehrenamtliche Helfer beim Einräumen, bei der Pflege der Außenanlagen, bei der Waren-Abholung.

Dieses Jahr erhielt jedes anwesende Mitglied als "Dividende" eine Flasche Sekt. Zum Abschluss appellierte Annemarie Haslberger, dem Dorfladen die Treue zu halten und Werbung für ihn zu machen, denn er könne nicht leben, "wenn er nur Lückenbüßer ist". Ziel müsse nun eine zeitgerechte Entlohnung der Mitarbeiter sein, so Haslberger. Dazu sei aber ein höherer Umsatz notwendig.

aw/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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