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Rockavaria meldet sich mit einem Paukenschlag zurück!

Rockavaria meldet sich mit einem Paukenschlag zurück!

Absturz-Untersuchung wird lange dauern

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Rosenheim/Vogtareuth - Bis die Flugzeug-Tragödie im norwegischen Bjugn, bei der drei Menschen aus der Region starben, aufgeklärt ist, werden wohl noch Monate ins Land ziehen:

Die Bergung des verunglückten Flugzeugs

Der gemeinsame Ausflug auf die Lofoten endete für neun Freunde des Motorfliegerclubs Rosenheim mit einer schrecklichen Tragödie. Drei von ihnen kamen beim Absturz ihrer zweimotorigen Cessna inder Nähe der norwegischen Stadt Trondheim ums Leben - darunter der Vorsitzende des Motorfliegerclubs Rosenheim, Dr. Hermann Jacobs, und der in Kolbermoor praktizierende Facharzt für Flugmedizin, Dr. Jürgen Gast. Die offizielle Homepage des Fliegerclubs wurde mittlerweile aus Pietätsgründen vom Netz genommen.

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Wie das Bayerische Landeskriminalamt mitteilte, war die Maschine am Freitag gegen 12.30 Uhr abgestürzt. Die Freunde hatten sich mit insgesamt drei Flugzeugen vom Typ Cessna am vergangenen Sonntag vom Flugplatz Vogtareuth aus in Richtung Norwegen auf den Weg gemacht und befanden sich bereits auf der Heimreise, als das tragische Geschehen seinen Lauf nahm. Auf dem Flugplatz in Trondheim war ein erster Zwischenstopp geplant. Zwei der Maschinen landeten sicher, die Cessna mit dem Rufzeichen "D-EIYL" verschwand plötzlich vom Radarschirm.

Am Flugplatz in Vogtareuth lief der Betrieb am Wochenende normal weiter. Hier war die verunglückte Maschine gestartet.

Das Landeskriminalamt konnte am gestrigen Sonntag noch keine näheren Angaben zur Absturzursache machen. Nach Informationen der Heimatzeitung hatten offenbar Anwohner beobachtet, wie die Maschine in einem bergigen Waldgebiet bei Bjugn Bäume berührte und zerschellte. Spezialisten untersuchen jetzt die Unfallursache, angeblich soll es zum Zeitpunkt des Absturzes stark geregnet haben. Hat der Pilot, ein 49-jähriger BMW-Mitarbeiter aus München, möglicherweise die Orientierung verloren? Das ist eine der zentralen Fragen, denen die Ermittler derzeit nachgehen.

Nur mit Hilfe eines Hubschraubers gelangten die alarmierten Rettungskräfte zu der in einem unzugänglichen Gelände gelegenen Absturzstelle und konnten sich zum Wrack der total zerstörten Maschine abseilen. Für die drei Insassen kam jede medizinische Hilfe zu spät. Wann die Kameraden der Opfer mit ihren Flugzeugen nach Deutschland zurückkehren, konnte die diensthabende Flugleiterin am Flugplatz in Vogtareuth, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, gestern nicht sagen. Sie schloss eine Rückkehr der sechs Überlebenden am Wochenende allerdings aus. In Norwegen herrsche zu schlechtes Wetter, deshalb sei ein Start der Flugzeuge derzeit nicht möglich. Die abgestürzte Maschine und eine weitere Cessna, mit der die Männer unterwegs waren, sind in Vogtareuth stationiert. Der Heimatflughafen der dritten Cessna befindet sich laut Flugleiterin bei Trostberg.

Tief erschüttert zeigten sich Bürgermeister Peter Kloo aus Kolbermoor und sein Bruckmühler Kollege Franz Heinritzi ob des Unglücks. "Dr. Gast war für Fragen zur Flugmedizin die Adresse schlechthin im Landkreis", weiß Kloo, der am Samstag im privaten Kreis von dem Unglück erfahren hat. Sein Mitgefühl gelte der Familie des verstorbenen Arztes, der in Kolbermoor sehr geschätzt gewesen sei. "Das geht einem schon in die Magengegend", war auch sein Bruckmühler Kollege fassungslos, als ihn die Nachricht von dem Flugzeugabsturz erreichte. Dr. Hermann Jacobs, der Vorsitzende des Fliegerclubs, wohnte mit seiner Familie in der Marktgemeinde. Er sei mit seinen Gedanken ganz nah bei den Angehörigen der Opfer, so Heinritzi. Wenn die Familie Jacobs Hilfe benötige, die die Gemeinde leisten könne, werde sie helfen.

Groß ist die Betroffenheit auch bei Bürgermeister Matthias Maier aus Vogtareuth, der selber Pilot und Mitglied des Motorfliegerclubs Rosenheim ist. Er war gestern bei den Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen des Veteranenvereins Zaisering-Leonhardspfunzen und behielt die traurige Nachricht, die sich in Vogtareuth offenbar noch nicht herumgesprochen hatte, deshalb zunächst für sich. Maier wollte dieser Tage selber wieder mit einer der Maschinen abheben, die in Norwegen waren.

In einem bergigen Waldgebiet bei Bjugn stürzte das Flugzeug ab.

Auch der Vogtareuther Pfarrer Guido Seidenberger, der am Sonntag den Festgottesdienst anlässlich des Veteranen-Jubiläums hielt, hat zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem Flugzeugabsturz gewusst, von dem er erst durch den Anruf des OVB erfuhr. "Ich hätte die Toten sonst in das Gebet eingeschlossen", sagt Seidenberger. Dies will er aber auf jeden Fall nachholen, und zwar bei der Frühmesse, die am morgigen Dienstag um 7.30 Uhr in der Vogtareuther Pfarrkirche beginnt. "Wir wollen der Verstorbenen gedenken, die eine Verbindung zum Ort haben, und ein Zeichen der Verbundenheit setzen", betonte der Ortsgeistliche und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Am Montagmittag wurde dann bekannt, dass sich die Untersuchung aber noch lange hinziehen soll. Wie Experten dem Sender Radio Charivari sagten, dauert es wohl mindestens ein halbes Jahr, bis endgültige Klarheit über die Absturzursache herrscht. Zunächst werden jetzt die drei Leichen obduziert, anschließend das Wrack untersucht und die Funksprüche ausgewertet. Die sichere Klärung der Angelegenheit gilt aber aufgrund der modernen Untersuchungstechniken als sehr wahrscheinlich.

red/Oberbayerisches Volksblatt/Radio Charivari

Quelle: rosenheim24.de

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