Dreist: Arbeitssuchende beklaut Freundin

Wasserburg - Ganz schön dreist gelangte eine 32-jährige Arbeitssuchende an Bares: Beim Besuch einer befreundeten Familie entwendete sie 50 Euro. Urteil: Drei Jahre zur Bewährung.

Beim Besuch einer befreundeten Familie entwendete die 32-Jährige im September des vergangenen Jahres 50 Euro aus einer Cappuccino-Dose in der Küche.

Zuvor hatte sie die Wohnungsinhaberin im September des vergangenen Jahres , die zum Bus musste, gebeten, noch etwas in der Wohnung bleiben zu dürfen. Enttäuscht stellte diese bei ihrer Rückkehr das Fehlen des Geldes fest und erstattete Anzeige. In weiteren Gesprächen einigten sich die beiden Frauen dann auf eine Schadenswiedergutmachung und die Geschädigte zog ihre Anzeige zurück.

Dennoch musste sich die Angeklagte nun wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht verantworten und das Gericht betonte, dass es sich bei Diebstahl um kein Antragsdelikt handle und es letztendlich keine Rolle spiele, ob eine Anzeige zurückgenommen werde. Die Angeklagte bedauerte ihre Tat und gab akuten Geldmangel als Tatmotiv an.

Da die Wasserburgerin bereits drei Eintragungen im Bundeszentralregister wegen Diebstahls- und Körperverletzungsdelikten aufzuweisen hatte, ihre Bewährungszeit dreimal verlängert wurde und sie zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung stand, drohte nun ein Gefängnisaufenthalt. Die Staatsanwaltschaft sah aufgrund der Vorahndungen und der wiederholten Straffälligkeit keine günstige Sozialprognose für die Angeklagte und beantragte eine viermonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Das Gericht wertete das Geständnis und die Schadenswiedergutmachung zwar positiv, sah in der Tat unter offener Bewährung jedoch eine "bodenlose Frechheit". Während ihr die Freundin Unterschlupf gewährt habe, habe sie diese auch noch beklaut.

Allerdings wollte das Gericht der Angeklagten noch eine allerletzte Chance geben, setzte die dreimonatige Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung aus und machte zudem eine Arbeitsauflage. Bei einer erneuten Straffälligkeit drohe Ungemach, betonte das Gericht in seiner Urteilsbegründung, "dann fällt ihr Kartenhaus zusammen".

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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