Keine Einigung mit Vermieter

Edeka Schmidmüller in der Burgau gibt auf: Neuer Interessent prüft den Standort in Wasserburg

Die Enttäuschung ist Astrid Schmidmüller am Telefon anzuhören. „Ich muss den Edeka Schmidmüller in Wasserburg leider aufgeben“, sagt sie. Die Verhandlungen mit dem Vermieter, einer Luxemburger Firma, sind nach ihren Angaben nun endgültig gescheitert. Doch es gibt einen neuen Interessenten.

Update 12. Januar, 16.16 Uhr


Rewe prüft Standort in der Burgau

Wasserburg – Ein wichtiger Nahversorger würde wegfallen, wenn für den Edeka-Standort in der Burgau kein Nachfolger zu finden wäre. Doch vorsichtige Hoffnung macht die Angabe von Ursula Egger, Pressesprecherin der Rewe Group. Egger erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Immobilienbesitzer auf das Unternehmen zugekommen sei und gefragt habe, ob Interesse an dem Markt bestünde. „In Abstimmung mit unsere Konzernzentrale prüfen wir derzeit den Standort“, erklärt Egger.


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Die Erstmeldung vom 11. Januar

Wasserburg – Edeka Schmidmüller in der Münchner Straße in der Burgau werde nach der Sanierung des Gebäudes hier nicht wieder öffnen. Damit ist auch die Nahversorgung auf der Innhöhe nicht mehr gesichert.

Schmidmüller bedauert die Entscheidung sehr

Schmidmüller bedauert das sehr. „Ich bin Wasserburgerin. Mein Traum war es, in Wasserburg einen Supermarkt zu eröffnen und hier die Nahversorgung zu stellen“, sagt sie. Dieser Traum ist nun gescheitert. Im Januar 2018 hatte sie den Markt von der vorherigen Besitzerin Regina Mayer übernommen (wir berichteten). Zuvor war sie jahrelang Bezirksleiterin der Edeka-Gruppe.

Für die Eröffnung ihrer eigenen beiden Supermärkte in Wasserburg und Forstern entschied sich Schmidmüller auch aus familiären Gründen. „Als Bezirksleiterin musste ich an die 60 000 Kilometer fahren“, sagt sie. Vor Ort in Wasserburg konnte sie sich mehr ihrem Sohn widmen.

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Kurz nach der Eröffnung wurde mit den Sanierungs- und Umbauarbeiten des Gebäudes begonnen, geplant waren hierfür drei Monate. „Ich wollte einen modernen Supermarkt“, erklärt sie. Dies war auch als Service für die Kunden gedacht. Doch die Arbeiten verzögerten sich. Inzwischen läuft die Dauerbaustelle seit eineinhalb Jahren, ohne das ein Ende in Sicht wäre.

Edeka Südbayern macht wenig Hoffnung

Die Arbeiten gehen weiter, noch ist unklar, ob dort trotzdem wieder ein Supermarkt einziehen wird. Bürgermeister Michael Kölbl hofft es. „Ich werde mich dahinter klemmen“, sagt er. „Ein Nahversorger auf der Innhöhe ist dringend notwendig.“ Insbesondere wegen der Topografie und den vielen Senioren, die in der Umgebung wohnen.

Christian Strauß, Pressesprecher von Edeka Südbayern, macht wenig Hoffnung. „Die Entscheidung von Frau Schmidmüller ist für die Edeka-Gruppe vollkommen nachvollziehbar. Wie es mit dem Gebäude nun weiter geht, das muss der Vermieter entscheiden.“ Edeka selbst sehe die Nahversorgung in Wasserburg durch das E-Center Singer gesichert.

Bürgermeister Kölbl hofft auf neuen Supermarkt

Eines ist auf jeden Fall klar: Schmidmüller wird hier nicht die Pächterin. „Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass die Ansprüche des Vermieters anscheinend zu hoch waren“, so Kölbl. Die Wasserburger hätten Astrid Schmidmüller sehr lieb gewonnen.

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Schmidmüller betont, dass ihr der Standort in Wasserburg viel Spaß bereitet habe. Sie bedankt sich sowohl bei den Kunden für ihre Treue, als auch bei ihrem Team für die Unterstützung. Die Innhöhe gibt sie mit schweren Herzen auf. „Aber es ist für mich nicht machbar.“ Von ihrem Traum die Nahversorgung in Wasserburg zu stellen, hat sie sich trotz allem nicht ganz verabschiedet. . „Vielleicht komme ich irgendwann zurück“, sagt sie, „doch mit Sicherheit nicht an diesem Standort.“

Das sagen die Anwohner zum Aus von Edeka

Julia Jäger (44), die in der Nachbarschaft ein Yoga-Studio betreibt, fände es „extrem schade“, wenn an der Münchner Straße eine Einkaufsmöglichkeit verloren gehen würde. „Ich habe früher viel bei Edeka eingekauft, das ist doch das einzige Geschäft, das fußläufig erreichbar war.“ Gerade für Kinder sei doch die Nähe wichtig.

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Christa Meindl (69) würde eine dauerhafte Schließung bedauern. Sie hat früher oft im Edeka-Laden eingekauft. „Ich würde es sehr bedauern, wenn es an dieser Stelle keinen Markt mehr gäbe. „Es gibt hier auch sehr viele Senioren, die wollen doch selbstständig und nicht immer auf Mitfahrgelegenheit angewiesen sein.“

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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