Feuertod eines Mädchens

Zweiter Schicksalsschlag für Familie

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Das Haus am Dienstagmorgen. Die Polizei fand im Inneren die Leiche einer 15-Jährigen.
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Edling - Am Silvestertag brannte ein Mehrfamilienhaus. Für eine 15-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Die Jugendliche ist bereits das zweite verunglückte Kind der Familie. *neue Fotos*

Der Feuertod des 15jährigen Mädchens beschäftigt die Region. Als die Feuerwehren um 6.15 Uhr am Einsatzort eintrafen, stand das Dachgeschoss bereits im Vollbrand, wie Edlings Bürgermeister, Matthias Schnetzer gegenüber wasserburg24 mitteilte.

Er selbst ist als Feuerwehrler dabei gewesen. Auch das Treppenhaus stand bereits in Flammen. Das Gebäude aus den 1960er Jahren war enorm verschachtelt. Viele Holzelemente brannten sofort. Der Rettungsweg war durch eine Feuerwand komplett abgesperrt. Der Kampf gegen die Flammen sei menschlich gesehen verloren worden, so Schnetzer. Eine 15-jährige Jugendliche konnte nur noch tot aus ihrem Zimmer im Dachgeschoss geborgen werden.

Die weiteren Familien des Dreifamilienhauses wurden von einem Mitbewohner rechtzeitig gewarnt und konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Alle wurden bei Nachbarn untergebracht. 

Der 17-jährige Bruder des Todesopfers konnte sich ebenfalls alleine aus der Wohnung retten.

Bruder starb 2012 auf der B304

Die Mutter der Kinder war zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus, hieß es. Sie hätte erst viele Stunden später kontaktiert werden können, berichteten einige Verantwortliche. Die Eltern leben getrennt. Der ebenfalls in Edling ansässige Familienvater wurde umgehend zum Einsatzort geholt.

Der Tod der 15-Jährigen ist nicht der erste Schicksalsschlag der Familie. Im November 2012 verunglückte bereits ein Sohn, er kam bei einem Unfall mit seinem Roller auf der B304 ums Leben.

Im Schlaf überrascht?

Trotz schwerem Atemschutz und Drehleitern war es den Einsatzkräften lange nicht möglich, zu dem Zimmer des Mädchens vorzudringen. Der Rettungsweg war abgeschnitten, eine Kaminwirkung wird vermutet. Im Laufe des Nachmittags kam es zu der Bergung der toten Jugendlichen. Derzeit wird die Todesursache in der Rechtsmedizin in München geklärt.

Spekulationen, ob die 15-Jährige im Schlaf vom Feuer überrascht wurde oder noch selbst Rettungsversuche unternommen habe, könne er keine Antworten geben, so Schnetzer.

Das Unglückshaus am Tag danach

Das Unglückshaus einen Tag nach dem Brand

Kripo-Untersuchung läuft

Auch die Brandursache werde erst nach eingehender Untersuchung gefunden und man möge sich nicht an Gerüchten beteiligen, sind sich alle Einsatzkräfte einig. Helfer aus dem gesamten Landkreis kamen hinzu Die sogenannte „Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung“ half ebenfalls vor Ort mit. Diese wird vom Landkreis gestellt und hat nach Eintreffen die Einsatzleitung übernommen.

Familien erhielten Notunterkünfte

Alle Feuerwehren im Umkreis waren im Einsatz. Aus Ebersberg kamen weitere Einsatzkräfte mit einer zweiten Leiter. „Wir haben seitens der Feuerwehr und Gemeinde schnell organisieren können, dass die weiteren Familien, die in dem Haus gewohnt hatten, schnell von Nachbarn aufgenommen wurden“, so das Gemeindeoberhaupt gegenüber unserer Redaktion. Diese Hilfe unter den Bürgern freue ihn sehr, so Bürgermeister Schnetzer weiter.

Am Dienstagnachmittag wurde das Haus kurzfristig wieder freigegeben. Alle umliegenden Nachbarn und viele weitere Bürger haben mitgeholfen. Die Bewohner durften einige persönliche Dinge packen und sind jetzt vorerst bei Verwandten und Bekannten untergebracht. Das Haus sei nicht mehr bewohnbar, teilte die Einsatzleitung auf Anfrage mit.

Das Dach sei komplett zerstört, das Treppenhaus völlig ausgebrannt. Kein Wasser oder Strom könne in dem Haus mehr genutzt werden. Ob das Gebäude noch zu halten sei, wisse man vorerst nicht, sind sich die Einsatzkräfte einig. Das eigentliche Haus ist aus den 1960er Jahren, der Anbau aus den 70ern.

Fotos von den Löscharbeiten:

Brand in Edling

Die Feuerwehren aus Wasserburg, Edling und Ebersberg hatten nach den Löscharbeiten die Aufgabe, das abgebrannte Dach dicht zu machen. Der Einsatz ging um 6 Uhr 15 des Dienstagmorgens los. Bis nachmittags um 16 Uhr waren die Einsatzkräfte vor Ort. Der Zusammenhalt der Edlinger und des gesamten Umkreises sei besonders zu würdigen, erwähnt Matthias Schnetzer. Alle waren sofort da um zu helfen. Vom Bayrischen Roten Kreuz wurde umgehend ein beheiztes Zelt für die Helfer und Angehörigen aufgebaut. Mit Getränken und Essen konnten sich die Beteiligten etwas stärken, und bei den zapfigen Temperaturen aufwärmen. Ein Kriseninterventionsteam betreute die Betroffenen.

Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer sowie Brandrat Hans Wimmer aus Soyen waren an den Koordinationen beteiligt. Die Feuerwehren aus Edling, Steppach, Attl, Reithmering, Wasserburg, Ebersberg, Soyen und Rott waren im Einsatz. Über 100 Mann seien zum Helfen gekommen, hieß es von Matthias Schnetzer im Gespräch mit wasserburg24. Allen möchte er hiermit großen Dank aussprechen.

Nachsorge möglich

Viele Seelsorger aus dem Umkreis haben sowohl Bürgerinnen und Bürgern, Freunden und Bekannten der Familie und auch den gesamten Einsatzkräften angeboten, seelische Unterstützung zu leisten. Anlaufstellen seien im Umkreis bekannt und Hilfe immer möglich, heißt es. Jeder könne sich stets und jederzeit an engagierte Kräfte der Kriseninterventionsteams oder auch den umliegenden Seelsorgern der Region wenden, erklärten sowohl Edlings Bürgermeister als auch das Pfarrbüro.

Die Pfarrer aus Edling und den umliegenden Pfarreien wünschen den Angehörigen viel Kraft. Es sei für alle Beteiligte ein emotional sehr schlimmes Ereignis gewesen. Den Helfern sei ein herzliches Vergelts Gott gesagt, so erste Aussagen von Priestern der Region.

Quelle: rosenheim24.de

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