Werte sind eine Notwendigkeit!

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Auf die Schülerbibliothek ist Eva Raab sichtlich stolz
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Edling - Die ungewöhnliche Karriere von Eva Raab: Aktuell Leiterin der Franziska-Lechner-Schule. Was wenige wissen: Sie ist an dem Ort verblieben, an dem sie selbst zur Schule gegangen ist.

Hell und freundlich wirkt die Franziska-Lechner-Schule in Edling. Einladend von außen. Bunt und ansprechend von innen. Mosaikbilder an den Wänden. Lebendige Farben und Muster überall.

So lebendig soll Schule auch sein, findet Rektorin Eva Raab. Sie ist seit 2009 als Schulleiterin aktiv, zuvor war sie neun Jahre lang Konrektorin. 1977 fing sie als Lehrerin in Edling an. Der Lebenslauf lässt die Vermutung zu, dass sie sich an diesem Ort wohl fühlt.

Eine durchwegs offene Art legt Eva Raab zu Tage. Der Einsatz für einen reibungslosen Schulalltag ist sofort spürbar, die Freude an der Arbeit mit den Kindern ebenso.

Sich auf die Schule einlassen

Wie organisiert sich der vielfältige Alltag an der Grund- und Mittelschule? „Es wurden 2011 Ganztagesklassen eingerichtet. Der Bedarf war für uns nach einer Umfrage klar ersichtlich. Im Einführungsjahr konnten wir sowohl mit einer 3. Klasse als auch für die 5. Jahrgangsstufe dieses Angebot starten. Außerdem konnten wir Kooperationsklassen einrichten und arbeiten hier mit dem Förderzentrum Wasserburg zusammen“.

Dass Kinder aus Pfaffing nach der vierten Jahrgangsstufe zur Schule nach Edling kommen, helfe, die Schülerzahlen stabil zu halten, so Raab. Der Bedarf sei nicht extrem hoch. Doch kleine Ganztagesklassen seien ideal, um optimal zu arbeiten, heißt es. „Die Krux an der Sache ist jedoch, dass es nicht zu einer Klassenmehrung führen darf. Somit können wir manchmal keine Ganztagesklasse anbieten, weil die Schülerzahlen nicht im Gleichgewicht sind“. Räumlichkeiten und Einsatzwillen der Lehrer gelten als Voraussetzung für einen Start der Ganztagesklassen. Dies sei in Edling alles vorhanden. „Lehrkräfte, die bereit sind, Ganztagesklassen zu leiten, treten als noch stärkere Bezugspersonen für die Kinder auf, als es eh schon der Fall ist“.

Auf die Frage, ob Ganztagesschüler leistungsstärker sind, als die Regelklassenkinder, schüttelt Eva Raab den Kopf: „Dieses Phänomen ist uns nicht aufgefallen. Es ist bunt gemischt. Das Ganztagesangebot steht allen offen. Kinder, deren Eltern berufstätig sind, Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf und auch Kinder, die einfach gerne lernen, besuchen diese Form des Unterrichts“. Heterogenität in den Klassen sei ein großes Ziel in Edling. Dies solle auch den Eltern vermittelt werden, so die Rektorin.

Offen sein gehört dazu

Mosaikbilder und weitere Wandmalereien verschönern die Schule in Edling

Sinnvolle Veränderungen lässt der Schulapparat in Edling durchaus zu. „Wir müssen immer reflektieren, was sich bewährt und wie wir optimieren können. Wenn man mit Kindern arbeitet, ist es etwas Lebendiges“. Werte bleiben gleich Der Zeitgeist ändere sich und Schule sei immer Teil des Zeitgeistes, ist sich Eva Raab sicher.

Dabei sei es zugleich besonders wichtig, Dinge gegebenenfalls zu ändern. Alte Dinge werden durch Neues ersetzt. „Schule hat sich an den Anforderungen der Gesellschaft zu orientieren“.

Im Gespräch kommt ein sehr starkes Element heraus, das dem Lehrerkollegium mit Eva Raab an der Spitze sehr wichtig erscheint: Werte! „Was wir für grundlegend halten für die Arbeit in der Schule sind Werte. Werte ändern sich nicht.

Werte bleiben gleich

Werte, Tugenden die man braucht, um im Leben bestehen zu können. Mit sich selbst, im Berufsleben oder in späteren Beziehungen“. Raab ist sich sicher, hier wird sich nicht eklatant viel ändern. Natürlich brächten die Kinder unterschiedliche Ansätze von Zuhause mit, weil Eltern vermitteln, was sie gelernt haben. Auch der Freundeskreis habe großen Einfluss: „Wir halten es für unsere Aufgabe, daran mitzuarbeiten, dass Werte geschätzt werden“, zeigt sich Raab selbstsicher.

Ein toller Satz sei ihr zu Ohren gekommen, der es bildlich verpacken könnte: „Wer große Türme bauen will, muss lange beim Bau des Fundaments verharren“! Für Raab gehört zum Fundament, die Werte sowie Selbst- und Sozialkompetenzen inne zu haben. „Sich zu mögen, sich zu schätzen und zu wissen, was man kann, macht die Kinder stark. Das ist besonders wichtig und hier wollen wir als Schule zugunsten jedes Einzelnen mitarbeiten“. Man neige dazu, zu schauen, was Leute nicht können. Dies sei eine grundlegend falsche Einstellung.

Streitschlichter

Neben einer Tür im Schulgebäude zeigt ein Schild, dass dies der Streitschlichter-Raum ist. Was hat es damit auf sich? Eva Raab erklärt mit Überzeugung: „An unserer Schule gibt es sogenannte Streitschlichter.

Bis vor 1 Jahr war eine Lehrerkollegin hier tätig, die unsere Schüler als Streitschlichter ausgebildet hat. Die Kinder lernen, Konflikte zu lösen. Hier wurden die Kinder ausgebildet, Streit anderer zu schlichten. Wie entsteht ein Konflikt, wie kommt es dazu, dass Konflikte eskalieren? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es für Auseinandersetzungen? Streitschlichter werden befähigt, Konflikte zu lösen. Anhand eines Konzepts können Punkte beleuchtet und die Konfliktspiegelung sowie die simple Grundkompetenz des Zuhörens systematisch gestärkt werden. Ein spezieller „Streitschlichter-Raum“ ermöglicht auf neutralem Boden den Streit abzubauen“.

Normaler Umgang untereinander

Der Schulbesuch endet mit einer sehr menschlichen Begegnung, die den Alltag an der Franziska-Lechner-Schule so realistisch und zugleich beneidenswert wirken lässt. Frau Raab trifft auf dem Flur eine Gruppe Schüler, die gerade über die vergangenen Schulstunden plaudert. Eine durchwegs freundliche Atmosphäre lässt sich erkennen. Höflich, mit viel Respekt und zugleich sehr offen kommen die Jugendlichen mit der Direktorin ins Gespräch. Eva Raab zeigt großes Interesse an den Meinungen der Schüler. Und die geben gerne Auskunft, wie es gerade so läuft. Schule, wie sie sein soll. Ein Miteinander, das Austausch zulässt und Offenheit voraussetzt.

Quelle: rosenheim24.de

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