IG Edling zu Entscheidung der Stadt zu Trinkwasserversorgung von Teilen Reitmehrings 

"Klima- und Umweltschutz sollten nicht an der Stadtgrenze enden"

+
Wie geht es weiter mit der Wasserversorgung in Edling und dem Wasserburger Ortsteil Reitmehring? 
  • schließen

Edling - Die Stadt Wasserburg lehnt eine künftige Trinkwasserversorgung von Teilen Reitmehrings ab. Die Argumente jedoch können die Mitglieder der Interessengemeinschaft Edling nicht nachvollziehen - und zeigen ihre Sicht der Dinge. 

Ausschlaggebend, dass die Interessengemeinschaft Edling (IG) ihre Gesichtspunkte auf den Tisch legt, war die Entscheidung der Stadt in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses über die Trinkwasserversorgung von Teilen Reitmehrings

Keine Dialoge zwischen den Beteiligten? 

Als erstes prangert die IG den Dialog zwischen allen Beteiligten an, den Bürgermeister Michael Kölbl in der Sitzung hervorhob: "Es kann keine Rede davon sein, dass seit Jahren ein Dialog zwischen uns und der Stadt Wasserburg besteht. Bis heute hat nur ein einziges Gespräch zwischen uns stattgefunden und dieser Termin kam auch nur aufgrund unserer Initiative zustande. Wie Herr Kölbl bei seiner Stellungnahme nun richtig erwähnt, ist die Versorgung der Bürger und auch der ansässigen Gewerbe mit Trinkwasser eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Stadt Wasserburg." 

Man finde es darüber hinaus "sehr verwunderlich, dass die Stadt Wasserburg ein weiteres Baugebiet in der Schmiedwiese ausgewiesen hat, obwohl sie weiß, dass sie derzeit diese Bürger nicht mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz der Stadt Wasserburg versorgen" könne. 

Hier müsse die Firma Meggle die Pflichtaufgaben der Stadt übernehmen - obwohl seit Ende 2017 bekannt sei, dass sich der Brunnen Meggles in einem nicht mehr funktionstüchtigen Wasserschutzgebiet befindet

"Würden Reitmehringer eine Preiserhöhung hinnehmen?" 

Weiter heißt es von Seiten der IG: "In den Antragsunterlagen der Molkerei für die neue wasserrechtliche Entnahmegenehmigung von bis zu drei Millionen Kubikmeter pro Jahr für die nächsten 20 Jahre, war zu lesen, dass die Stadt Wasserburg die Firma Meggle mit 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr mittelfristig versorgen könnte. In der Werkausschusssitzung spricht Herr Kölbl nur noch von 700.000 Kubikmetern Wasser pro Jahr. Warum wird nun die Wassermenge, die eigentlich zu liefern möglich gewesen wäre, um fast die Hälfte reduziert?" 

Dass die Wasserkosten für die Bürger im südlichen Reitmehring um 40 Prozent steigen würden, wenn die Stadtwerke die Versorgung übernehmen würden, wollen die Mitglieder der IG nicht ohne Gegenfrage stehen lassen: "Wurden die Reitmehringer gefragt, ob sie eine eventuelle Preiserhöhung des Wassers hinnehmen würden, wenn sie dann wieder ein Trinkwasser aus einem Brunnen mit einem funktionsfähigen Wasserschutzgebiet bekommen würden? Hätte die Stadt Wasserburg nicht auch schon lange Rücklagen für den Bau eines entsprechenden Wasserleitungsnetzes bilden müssen? Würde langfristig gesehen nicht der Wasserpreis sogar für alle Bürger des Stadtgebietes günstiger werden, wenn die Firma Meggle eine Million Kubikmeter Wasser von der Stadt beziehen würde? Schließlich berechnen sich die Wasserkosten im Verhältnis der Unterhaltskosten zu der gesamt entnommenen Wassermenge." 

"Trinkwasserleitungen legen technisch möglich"

Die Bürger in Edling würden überdies auch 86 Cent pro Kubikmeter entnommenen Wassers - Stand Ende 2018. Auch die Argumentation der Stadt, dass sie aufgrund des Planfeststellungsverfahren "Beseitigung Bahnübergang B304 Reitmehring" keine Planungssicherheit habe, sei für die IG nicht nachvollziehbar: "Schließlich wird das gesamte Innsalzach-Klinikum, das sich wie die Molkerei südlich der B304 befindet, bereits von der Stadt mit Trinkwasser versorgt. So dürfte es technisch wohl möglich sein, diese Trinkwasserleitung unter der B15 in den südlichen Teil von Reitmehring zu verlängern." 

Abschließend mahnen die Mitglieder der IG Edling: "Die Stadt Wasserburg führte im vergangenen Jahr viele verschiedene Debatten über den Klimawandel und die möglichen Gegenmaßnahmen. Dieser Klima- und Umweltschutzgedanken sollten aber nicht an der Stadtgrenze enden." 

mb/IG Edling

Zurück zur Übersicht: Edling

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT