Film-Premiere "Ein Dorf steht Kopf" von Sebastian Schindler

"Wir können stolz sein, mit nichts so viel geschafft zu haben!"

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Ein stolzer Jungregisseur: Sebastian Schindler (oben links und auf der Bühne inmitten seines Filmteams) bei der Premiere von "Ein Dorf steht Kopf" in Edling.
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Edling - Wenn die Hex' rücklings einschlägt und den Bürgermeister lahmlegt muss der Nachwuchs aushelfen. Klingt schräg, aber dass diese Rechnung wirklich aufgehen kann, bewies Jungregisseur Sebastian Schindler bei der Uraufführung seines neuen Films:

Brechend voll war das Edlinger Krippnerhaus am Donnerstag, 1. März, bei der Premiere der bayerischen Filmkomödie "Ein Dorf steht Kopf". Umrahmt wurde die Veranstaltung von kabarettistischen Einlagen durch Angelika Aschbacher und Christian Haller, die gleich zu Beginn als Comedy-Duo "Steckerlfisch & Schlagsahne" die Lachmuskeln der Gäste - darunter die Haager Alois und Betty Unertl als Sponsoren - strapazierten.

Unter anderem mit "Pausenwitzen" hielt die aus dem Landkreis Altötting stammende Kabarettistin Franziska Wanninger den Saal zusätzlich bei Laune. "Hundling" alias Phil Höcketstaller und Beni Hafner, der "Oimara", der das offizielle Titellied "Ois steht Kopf" lieferte, sorgten für die musikalische Unterhaltung.

Das Comedy-Duo "Steckerlfisch & Schlagsahne" sorgte auf der Bühne für einige Lacher.

Allein über 100 "Dorf-Urgesteine" und Laiendarsteller standen neben professionellen Schauspielern und Kabarettisten für die Provinzkomödie vor der Kamera. Gedreht und produziert hat der Soyener Jungregisseur in den Gemeinden Edling, Soyen, Gars am Inn sowie in Attelthal.

Geplant war der 50-minütige Film nicht - er sei vielmehr im Rahmen eines gemütlichen Beisammensitzens in einem Soyener Wirtshaus bei ein paar halben Bier enstanden, wie Sebastian Schindler vor der Premiere im Exklusiv-Interview mit wasserburg24.de grinsend verrät.

Immer unter Strom: Der 21-jährige Sebastian Schindler.

Ganz klar der Star des Abends: Der im echten Leben erst neunjährige Vitus Droppelmann, ein "waschechter Wirtshausbua" aus Soyen, der im Film die Bürgermeistergeschäfte für seinen außer Fecht gesetzten Papa übernimmt. Die Rolle verkörpert der Blondschopf ganz ohne Schauspielerfahrung durchaus souverän.

Im Kreise seiner Filmfamilie, Matthias Christian Rehrl und dessen Frau Claudia Maria Haas, wirkt der Bub auf der Bühne beinah ein wenig schüchtern. Dafür war Mama und Regieassistentin Micha Droppelmann umso redseliger. Sie zeigte sich sichtlich gerührt bei der Premiere und erklärte im Wechsel mit lachender und tränenerstickter Stimme: "Es war von Anfang an klar, dass der Sebi nicht viel Geld hat für seinen Film - aber dass es so wenig ist, hat das gesamte Team vor Herausforderungen gestellt. Wir können wirklich stolz sein, dass wir mit nichts so viel geschafft haben."

Die Hauptdarsteller Claudia Maria Haas und ihr Mann Matthias Christian Rehrl neben ihrem "Filmbub" Vitus Droppelmann und dessen echten Vater. Im Hintergrund ist Kabarettistin Franziska Wanninger zu sehen.

Sebastian Schindler war auch sichtlich stolz - auf sein Team und den erfolgreichen Film, der in nur sieben Drehtagen im Sommer vergangenen Jahres im Wasserburger Altlandkreis entstand. Lange Nächte mit wenig Schlaf liegen hinter dem 21-Jährigen. Die Postproduktion nahm die meiste Zeit in Anspruch, wie der Jungregisseur selbst zugibt. "Ohne mein Team hätte ich das alles nicht geschafft", lobte Schindler bei der Premiere.

Sein ganz besonderer Dank gebührte Zenta Schindler: Die Mama von Sebastian brillierte als "Setrunnerin" und hatte die ganze Zeit über die Hintergrund-Organisation im Griff. Am Ende bekamen Zenta Schindler und Micha Droppelmann je einen Blumenstrauß. "Normal gibt man ja jeder Dame Blumen, aber wie schon gesagt, wir haben kein Geld", lachte Sebastian Schindler zum Abschluss.

Ein besonderer Dank galt Mama Zenta Schindler (Mitte) und Micha Droppelmann. Beide bekamen einen Blumenstrauß von Sebastian Schindler (links).

Und der Film selbst? Urig, boarisch und ein gemeiner Angriff auf die Lachmuskeln. Sebastian Schindler versuchte, seine Produktion in wenigen Sätzen zu erklären - was dem quirligen 21-Jährigen sichtlich nicht leicht fiel: "Es handelt sich um eine bayerische Provinzkomödie, in der es darum geht, dass das Dorfoberhaupt bei der Bürgerversammlung einen Hexenschuss erleidet und fortan ausfällt. Das stellt das gesamte Dorf auf den Kopf und die Gemeinde vor neuen Herausforderungen. Mehr mag ich gar nicht verraten."

Wie die Dörfler auf Blondschopf Seppi Oberhuber als Ersatzbürgermeister reagieren und ob der im Film 12-Jährige mit den Aufgaben des Bürgermeisteramts zurechtkommt? Sehen Sie selbst ... Da die ersten Vorstellungen bereits restlos ausverkauft sind, gibt es für folgende Zusatztermine noch Karten:

  • Sonntag, 25. März 2018 (Einlass: 15 Uhr, Beginn: 16 Uhr), Gasthaus Brandmühle
  • Donnerstag, 29. März 2018 (Einlass: 18 Uhr, Beginn: 20 Uhr), Gasthaus Brandmühle
  • Freitag, 30. März 2018 (Einlass: 17 Uhr, Beginn: 19 Uhr), Gasthaus Brandmühle
  • Samstag, 14. April 2018 (Einlass: 18 Uhr, Beginn 20 Uhr), Klostercafe Gars 
  • Sonntag, 22. April 2018 (Einlass: 17 Uhr, Beginn 19 Uhr), Gasthaus Brandmühle
Die Filmcrew um Sebastian Schindler (vorne kniend).

Die Film-Vorführungen finden im Gasthaus Brandmühle in Soyen statt. Lediglich die Vorstellung am 14. April geht im Kostercafé Gars über die Bühne.

Karten für die Vorstellungen sind unter der Telefonnummer: 08073/914 71 87 erhältlich. Achtung: Auch auf die Mailbox gesprochene Nachrichten werden eingetragen. Mehr Infos zum Film gibt es im Internet unter www.eindorfstehtkopf-film.de.

Am Samstag, 21. April, tritt Filmmusiker Beni Hafner unter seinem Künstlernamen "Oimara" im Gasthaus Brandmühle auf. Für die Veranstaltung sind noch Karten unter der oben genannten Telefonnummer erhältlich. 

Impressionen von der Premiere im Krippnerhaus:

Gelungene Film-Premiere im Krippnerhaus in Edling

mb

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