Meggle plant Wasserentnahme von bis zu drei Millionen Kubikmeter

IG Edling warnt vor Wassernotstand - Stadt Wasserburg in der Pflicht?

Um ihre Existenz zu sichern, ist die Firma Meggle auf der Suche nach einem neuen Brunnenstandort zur Grundwasserentnahme auf dem Edlinger Gemeindegrund. Wasser und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort für einen Brunnen im Gemeindegebiet.
+
Um ihre Existenz zu sichern, ist die Firma Meggle auf der Suche nach einem neuen Brunnenstandort zur Grundwasserentnahme auf dem Edlinger Gemeindegrund. Wasser und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort für einen Brunnen im Gemeindegebiet.

Edling - Dass die Firma Meggle bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Grundwasser der Gemeinde Edling entnehmen möchte stößt den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Edling (IG Edling) sauer auf - in ihren Augen wirft das geplante Projekt noch eine Menge Fragen auf.  

Nicole Bauer-Schäfer aus dem Vorstand der IG Edling äußerte auf Nachfrage von wasserburg24.de erhebliche Bedenken in Bezug auf Meggles Vorhaben. Ihre Sorgen teilten sie auch schriftlich der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Rosenheim, mit. 


Der Edlinger Gemeinderat fasste im Oktober bereits zu dem Antrag der Firma Meggle auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis für das Zutagefördern und Entnehmen von Grundwasser aus den beiden Brunnen im Edlinger Gemeindegebiet einen Beschluss mit Einwendungen, Anregungen und Bedenken. Die Stellungnahme kann auf der Homepage der Gemeinde Edling unter dem Punkt "Aktuelles" nachgelesen werden. 

Die Bedenken des Rats teile auch die IG Edling, wie Bauer-Schäfer erklärt. Doch die Mitglieder der Interessengemeinschaft gehen sogar noch weiter: Immer trockenere und heißere Sommer würden zeigen, dass die Wasservorkommen im Edlinger Delta nicht unerschöpflich seien. Ein Beispiel aus dem trockenen Sommer 2018: "Die Messdaten des Gemeindebrunnens zeigen, dass der Grundwasserspiegel um 1,60 Meter gefallen ist. Im Naherholungsgebiet 'Brandmeier-Weiher' konnte nur durch das Eingreifen der Edlinger Wehr ein massives Fischsterben verhindert werden, andere Tierarten wie Muscheln verendeten. Die Quellen des Weihers sind immer noch trocken, der Wasserstand befindet sich nach wie vor nicht im grünen Bereich." 


Aufgrund des Klimawandels befürchtet die IG Edling auch in Zukunft in der Region heiße und trockene Perioden im Sommer sowie milde Winter - was sich weiter negativ auf den Grundwasserspiegel auswirke. 

Dürre im "Brandmeier-Weiher" in Edling. Einige Muscheln verendeten. 

Bliebe dann überhaupt noch genug Wasser für die geplante Entnahme Meggles von bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr auf die nächsten 20 Jahre gesehen? Immerhin, so steht es in Meggles Antrag, würde die Entnahme die Existenz des stetig wachsenden Unternehmens sichern.

Laut der Informationsveranstaltung von Meggle im Februar diesen Jahres würde der Grundwasserspiegel des Gemeindegebiets von Edling um maximal 50 Zentimeter sinken - ein "nicht nachvollziehbarer Wert" in den Augen der IG Edling. "Der Grundwasserspiegel sinkt bereits seit Jahren, das belegen Messwerte an der Adler Kiesgrube", betonen die Mitglieder. 

Irritiert sei man zudem, dass in den Antragsunterlagen kein Wasserhaushaltsplan der Meggle AG zu finden sei. "Bei der geplanten Entnahmemenge sollte ein solcher Plan, der detailliert darlegt, wie Meggle nachhaltig den Wasserverbrauch reduziert und an neue Technologien anpassen möchte, durchaus vorliegen", ist sich die IG Edling einig. 

Fazit der IG Edling: Stadt Wasserburg in der Pflicht

Bauer Schäfer spricht sich im Namen der Interessengemeinschaft dafür aus, dass Meggle 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser entnehmen dürfe - bis zum Jahr 2024. Dies würde den Bedarf der Firma nach Ansicht der IG decken. Die nun beantragte Menge von bis zu drei Millionen sieht die IG für nicht gerechtfertigt. 

Die Wasserstände im Edlinger Brunnen 2017 bis 2019 als Grafik. 

Des Weiteren sei die Stadt Wasserburg verpflichtet, sich in die Debatte einzubringen: "Wasserburg muss ab 2024 die Firma Meggle mit 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser versorgen. Der größte Teil dieser Wassermenge wird von der Stadt bereits gefördert aber nicht verwendet, da die Stadt das Grundwasser mithilfe eines artesischen Brunnens fördert. Das überschüssige Wasser wird derzeit in die Schwarzmoosach abgeleitet. Würde Meggle die Versorgung übernehmen, so würde das Wasser künftig in den Inn geleitet werden. 

"Meggle ist mit seinem Firmensitz in Reitmehring auf dem Stadtgebiet von Wasserburg ansässig und die Stadt hat die Verpflichtung ihre Privathaushalte als auch ihre ansässigen Gewerbe mit Trinkwasser zu versorgen", unterstreicht Bauer-Schäfer abschließend. "In fünf Jahren hat Wasserburg genügend Zeit, ein entsprechendes Leitungsnetz zu verlegen. Das Inn-Salzach-Klinikum wird schließlich auch versorgt, ein Leitungsnetz auf der südlichen Seite der B304 ist somit bereits vorhanden. Ein Leitungsnetz von Gabersee aus unter der B15 zu verlegen dürfte ohne großen technischen Aufwand möglich sein." 

Ab 2024 sollte die genehmigte Entnahmemenge der Firma Meggle um jene Menge, die dann die Stadt Wasserburg liefere, gekürzt werden. Ebenfalls ab diesem Jahr sollte die Entnahmemenge in einem regelmäßigen Abstand - beispielsweise alle fünf Jahre - hinsichtlich der geplanten Wassereinsparungen seitens der Firma Meggle gesenkt werden. 

mb

Kommentare