15-Jährige starb an Rauchgas-Vergiftung

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Edling - Die Jugendliche, die bei dem Hausbrand ums Leben kam, ist nach Angaben der Polizei erstickt. Die Obduktion ergab keine Erkenntnis, dass eine Fremdeinwirkung vorliege, so das Polizeipräsidium.

Die Todesursache ist nach abschließenden Untersuchungen eine Rauchgasvergiftung gewesen. Alle weiteren Untersuchungen, die eine Brandursache belegen könnten, seien noch nicht abgeschlossen. Dies könne teils viele Tage länger dauern, so der Pressesprecher aus Rosenheim.

Die Anteilnahme der Region ist enorm

Viele Menschen aus dem Umkreis von Edling wollen der vom Schicksal so schwer getroffenen Familie, die bei dem Hausbrand die 15-jährige Tochter verloren hat, helfen.

Auch den zwei weiteren Familien mit Kindern, die in den unteren Stockwerken des betroffenen Hauses gewohnt haben, kommt große Unterstützungsbereitschaft durch die Umgebung zu. Viele wollen helfen, doch alles sei noch enorm frisch und müsse erst koordiniert werden, erklärt Bürgermeister Matthias Schnetzer: „Voreilige Spendenaktionen z. B. durch Kleidung sind derzeit nicht der richtige Weg, den Bewohnern unter die Arme zu greifen. Die Gemeinde bespricht sich gerade mit den Ortsvereinen, welche Hilfe die bestmögliche sein kann. Danach freuen wir uns sehr über zahlreiche Unterstützer“. Schnetzer geht sachlich voran, schnell ist zu erkennen, dass die Gemeinde einem klaren Organisationsplan folgt.

Auf Anfrage von wasserburg24 geht Schnetzer ins Detail: „Wir sind sehr froh darüber, dass alle Betroffenen bei Bekannten oder Angehörigen sowie Nachbarn für längere Zeit untergebracht werden konnten. Der Bruder des tödlich verunglückten Mädchens wohnt aktuell beim Vater. Natürlich kann noch nicht davon gesprochen werden, dass der Alltag bereits normal weiter gehen kann. Doch der erste Schritt ist gut gelungen. Die Mitarbeiter unseres Bauhofs konnten notwendige Alltagsdinge und persönliche Sachen aus den noch betretbaren Räumen des Hauses gemeinsam mit den Bewohnern ausräumen.

Die Familien sind vorübergehend gut versorgt

Die Familien können vieles des Hausstandes jetzt wieder ihr Eigen nennen. Durch die Gemeindemitarbeiter war es schnell möglich, hier mit an zu packen. Gerade nehmen wohl auch die Versicherungen ihre Arbeit auf, um den Sachverhalt zu klären und gegebenenfalls Unterstützung zu gewähren. Durch Gemeindeseite können wir allerdings sehr kurzfristige Hilfe – auch finanziell leisten.  Es gibt zum Einen in Edling einen Sozialfond. Dieser sowie weitere Gelder aus dem Gemeindetopf werden wir schnell und unbürokratisch freigeben können, damit die Bewohner wichtige Alltagsdinge neu bekommen können und keine starken Einschnitte noch zusätzlich in den normalen Alltag entstehen“.

Bilder vom Brand

Brand in Edling

Spendenaktion ist möglich

Der Rathauschef dankt allen für ihre Hilfsbereitschaft und werde sich zu gegebener Zeit über mögliche Spendenmaßnahmen durch die Bevölkerung freuen. Dies müsse erst gut bedacht und ausgearbeitet werden, so Schnetzer im Gespräch mit der Redaktion. Voreilige Hilfe käme oft nicht bestmöglich an. Deshalb solle abgewartet werden, wie sich der Hilfsplan weiter – eventuell auch kurzfristig - entwickelt.

Eines scheint sicher zu sein: Die Gemeinde und die Ortsvereine koordinieren menschlich und äußerst bedacht. Währenddessen macht das Schicksal der Betroffenen die Menschen der Region weiter zu tiefst traurig. Die verstorbene Jugendliche war im Ortsverein sportlich sehr aktiv, im Sommer 2013 hat sie mit dem bestandenen Quali die Edlinger Franziska-Lechner-Schule verlassen.

Auch in der Schule ist sie vielen Lehrern und der Rektorin noch in guter Erinnerung. Von den anderen Familien, die sich aus dem brennenden Haus rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, gehen zwei Kinder noch zur Schule.

Hier wird sich schnell zeigen, wie die Schüler in den Schulalltag finden und welche Hilfe eventuell Lehrkräfte und Schulpsychologen auf emotionaler Ebene leisten können.

Situation vereint Gemeinde

Vor allem könnte es helfen, wenn Mitschüler den Kindern wieder etwas Spaß und Freude sowie Unbeschwertheit beibringen werden. Dies könne durch tragische Ereignisse oft aus Kinderköpfen verloren gehen, heißt es vom Kriseninterventionsteam.

Die aktuelle Sachlage zeigt allerdings, dass der gesamte Ort auch in ernsten Situationen eine große Gemeinschaft  vereint, um solidarisch und vor allem menschlich zu handeln. Zugunsten aller Betroffenen.

Das Unglückshaus einen Tag nach dem Brand

Das Unglückshaus einen Tag nach dem Brand

Quelle: rosenheim24.de

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