Warum Meggle ein großes Brunnenprojekt in Edling plant 

Heißer Sommer mahnt: "Sparsam mit Grundwasser umgehen"

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Der Brandmaier Weiher in Edling hat wohl noch nie so wenig Wasser geführt wie heuer. 
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Edling - Um ihre Existenz zu sichern, benötigt die Firma Meggle Wasser und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort für einen Brunnen im Gemeindegebiet. Doch bei dem Projekt sind noch viele Fragen offen. 

Bleibt es bei einem neuen Brunnen oder werden es zwei? Und was geschieht mit dem alten Wasserschutzgebiet - wird es aufgelöst? Fragen, auf die es aktuell noch keine Antworten gibt. 

Meggle stehe, wie die Pressestelle der Firma schriftlich mitteilt, nach wie vor mit den entsprechenden Gemeinden, den Behörden, aber auch der Interessengemeinschaft Edlinger Wasser in sehr engem Kontakt. Die Prüfung möglicher, alternativer Versorgungsquellen sei "äußerst komplex" und erfordere "deshalb auch einige Zeit". 

Dialog mit Firma Meggle "auf Augenhöhe" 

Besonders die Mitglieder der Interessengemeinschaft Edlinger Wasser schauen der Firma Meggle bei ihrem Vorhaben genau auf die Finger und tauschten sich bereits in zwei gemeinsamen Gesprächen aus. Diese Gespräche mit dem Gremium von Meggle seien, wie die Mitglieder der Interessengemeinschaft betonen, "geprägt von Offenheit und Ehrlichkeit, es findet ein Dialog auf Augenhöhe statt".

Alle Infos zum Meggle Wasserdialog

Der jüngste Austausch an Informationen habe am 3. August 2018 stattgefunden. Das erklärt Nicole Bauer-Schäfer, zweite Vorsitzende der Interessengemeinschaft, bezüglich des aktuellen Stands. Im Fokus sei bei dem Gespräch die Senkung des Wasserverbrauchs gestanden.

Man habe es laut dem technischen Leiter von Meggle geschafft, den Wasserverbrauch der Firma in den Jahren 2017 und 2018 um 11,2 Prozent zu senken. Die Wasserersparnis betrage demnach fast den Jahresverbrauch, den die Edling für die Versorgung der Gemeinde Edling, Gebiete von Attel, der Gemeinde Ramerberg und der Gemeinde Zellerreit benötige

Trinkwasser hat höchste Priorität

Die Interessengemeinschaft Edlinger Wasser betont hierzu: "Für uns ist es wichtig, dass mit dem wertvollen Gut Grundwasser achtsam und sparsam umgegangen wird. Wir möchten, dass auch zukünftige Generationen den Wasserhahn aufdrehen können und Wasser aus dem Hahn fließt, welches Trinkwasserqualität hat." 

"Ungefähr 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland stammen aus Grundwasser. Gerade der diesjährige heiße und trockene Sommer zeigt uns, dass wir mit unserem Grundwasser sorgsam umgehen müssen", mahnt die Interessengemeinschaft schriftlich auf ihrer Homepage. 

"Wie dringend wir auf Regen warten, zeigt das Bild des Brandmaier Weihers vom 11. August 2018. Auch alteingesessene Edlinger können sich nicht daran erinnern, dass der Wasserstand des Weihers so niedrig war", lauten die abschließenden Worte der Interessengemeinschaft. 

Hintergrund: Darum plant Meggle das Brunnenprojekt

Seit 1967 betreibt Meggle eine eigene Brunnenanlage unweit des Werks in Wasserburg im "Edlinger Delta", einem sehr großen Wasserreservoir mit bester Trinkwasserqualität. Das Trinkwasser wird aktuell noch aus drei Brunnen mit einer Tiefe von 27 bis 32 Metern gefördert und anschließend über zwei erdverlegte Leitungen ins Werk geleitet, wo es für die Produktion, zur Sicherstellung einer stets hohen Hygiene sowie zum energieeffizienten Kühlen verwendet wird.

Daneben versorgt die Firma Viehhausen und Reitmehring Süd mit Trinkwasser. Weil im "Edlinger Delta" stets genügend Wasser nachströmt, hat diese Entnahme keine Auswirkung auf den Grundwasserspiegel. Dies würden diverse Gutachten bestätigen.

Die aktuelle Brunnensituation im Edlinger Gemeindegebiet. 

Die wasserrechtliche Erlaubnis für das dort bestehende Wasserschutzgebiet läuft jedoch 2019 aus. Dazu kommt, dass das Schutzgebiet nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Regelungen genügt. Für Meggle gehe es um die Sicherstellung der Versorgungssicherheit für die Produktion, aber auch für die öffentliche Versorgung der Privathaushalte. Auch für den Fall eines Ausfalls der Brunnenanlage prüfe Meggle derzeit alternative Versorgungsquellen, auf die zurückgegriffen werden könnte.

Das Ergebnis der Versuchsbohrungen und Messungen sowie einem hydrogeologischen Gutachtens und einem Grundwassermodells des Ingenieurbüros für Grundwasser und Umweltfragen (IGwU): Eine Verlegung der Brunnen würde wohl keine Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand bedeuten. Man müsse nach weiteren Optionen suchen. Weil der Transport von Wasser schwierig und die Qualität sehr wichtig sei, werde eine konkrete Lösung noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, heißt es abschließend von Meggle.

mb

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