„Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“: Premiere am Open-Air-Kino Edlinger Stoa

Regisseur Schindler: „Dank gilt nicht mir, sondern meinem Team“

Regisseur Sebastian Schindler und seine Filmcrew bei der Premiere von „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“ am Edlinger Stoa.
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Der junge Regisseur Sebastian Schindler (rechts) mit einem Teil seiner Filmcrew bei der Premiere von „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“ am Edlinger Stoa.

Edling – Dialoge in urbayerischem Dialekt direkt aus dem Leben gegriffen sorgten für fiese Angriffe auf die Lachmuskeln: Das Motto „Endlich is soweit – zruck in de guade oide Zeit!“ hat am Open-Air-Kino am Stoa voll eingeschlagen. Mitten drin: Ein junger Regisseur aus Soyen, der sich narrisch freut über den Erfolg seines Films – und sich doch ganz bescheiden gibt. 

Dank gilt nicht mir, sondern meinem Team“, betont Schindler bei der Premiere seiner bayerischen Provinzkomödie „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“ am Montagabend, 3. August 2020. Coronabedingt mussten die Vorführungen des rund um Schindlers Heimatgemeinde Soyen gedrehten Films verschoben werden. Nun hätte ihm beinah Petrus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn als alternative Location suchte sich der 23-jährige Regisseur das Freiluftkino am Stoa zwischen Wasserburg und Edling aus.


Dabei war das schlechte Wetter nicht das Einzige, was die Premiere unter freiem Himmel kurzzeitig zittern ließ: Wie Schindler offenbarte, überarbeitete er seinen Film bis kurz vor der offiziellen Vorstellung mithilfe der Kinotechnik von Rainer Gottwald, Betreiber des Wasserburger Kinos Utopia und des Freiluftkinos am Stoa. Denn die Bild-Ton-Synchronität verlangte Schindler zufolge noch einen letzten Feinschliff, „andernfalls hätte ich den Film nicht rausgehen lassen wollen.“

Unterdessen taten andauernde und teils starke Regenfälle bei 15 Grad der guten Stimmung rund um den Schaulauf an bayerischer Prominenz aus Film, Theater und Kabarett am Edlinger Stoa keinerlei Abbruch. Corinna Binzer samt Ehemann Sepp Schauer, Hans Schuler, Uli Bauer mit seiner Tochter Hannah, Michael Altinger, Wolfgang Krebs, Martin Frank, Franziska Wanninger oder Roland Hefter: Zahlreiche namhafte Darsteller feierten die Premiere. Mit im Boot waren neben den geladenen Ehrengästen auch Laiendarsteller aus der Gegend um Soyen. Insgesamt 267 Gäste fanden sich am Open-Air-Kino ein.


Hier geht's direkt zu den Bildern von der Premiere am Edlinger Stoa.

„Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“: Laudatio von Wolfgang Krebs an Regisseur Schindler

Dem Wetter entsprechend mit Regenponcho und Gummistiefel ausgestattet erschien Kabarettist Wolfgang Krebs alias ehemaliger bayerischer Ministerpräsident Edmund Stoiber am Edlinger Stoa und war zunächst beeindruckt von der Lokalität („Die anderen haben den Gardasee, wir haben diesen Stein, der stolze 200 Tonnen auf die Waage bringt.“)

In seiner Laudatio fand Krebs lobende Worte  für das junge Team rund um den Regisseur aus Soyen, den er kurzerhand als Sebastian Spielberg betitelte: „Die Idee zu diesem filmischen Epos kam dem Sebastian in Thailand – daheim hat man ja keine Ruhe, das weiß ja auch der Horst Seehofer“, witzelte Krebs und spannte den Bogen zum Titel „Mit dem Rückwärtsgang nach vorne“. Der klinge deutlich nach Sehnsucht nach der guten alten Zeit. „In nur 18 Drehtagen war dieser Film im Kasten, das kann sich durchaus sehen lassen, meine entsetzten Damen und Herren.“ Beachtenswert sei auch der eigens für dieses bedeutende Filmwerk errichtete kilometerlange Grenzstreifen aus massivem Stein.

Wenn es nach dem aktuellen bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ginge, den Krebs bereits im Rahmen der Dreharbeiten im Soyener Ortsteil Kirchreit parodierte, könnte Schindler auch den Bayerischen Filmpreis bekommen. Zusammen mit den Burschen von Kreativ-Team von „Skyeye Pictures“ und der Multimedia-Produktion „Schnoifabrik“ sowie der FH Salzburg hat Schindler den 80-minütigen Streifen in den vergangenen Wochen gedreht und produziert. 

Der junge Regisseur Sebastian Schindler (rechts) mit Kabarettist Wolfgang Krebs alias ehemaliger bayerischer Ministerpräsident Edmund Stoiber am Edlinger Stoa.

Die den ganzen Abend über andauernden Regenmassen taten der guten Stimmung keinen Abbruch. Inmitten von Pfützen wurde auf der After-Show-Party nach Filmende ab 23 Uhr noch kräftig gefeiert. Am Findling selbst bildete sich gar ein kleiner See um die steinernen Sitzplätze des Theaters. Für gute Musik sorgten Titelsong-Sänger Oimara sowie die Band Mardi Gras. Moderiert wurde der Abend von BR-Reporter Tom Meiler.

Die weiteren Tourdaten von „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“:

  • 4., 5. und 6. August: Open Air Kino Am Stoa in Edling
  • 15. August: Open Air Kino NUTS Traunstein (Nachholtermin - bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, Käufer werden informiert - weitere Karten sind noch verfügbar)
  • 21. und 28. August: Open Air beim Café Hiesig in Vogtareuth
  • 29. August: Salvatore & Massimo Soyen - ausverkauft (Nachholtermin - bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, Käufer werden informiert)
  • 5. September: Salvatore & Massimo Soyen - ausverkauft (Nachholtermin - bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, Käufer werden informiert)
  • 15. September: Kubiz Unterhaching (Nachholtermin - bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, Käufer werden informiert weitere Tickets sind ab nächster Woche verfügbar)

Auf der Website, der Facebook- oder Instagram-Seite der bayerischen Provinzkomödie „Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“ gibt es laufend neue Informationen wann, wo und wie es weitergeht.

„Mit dem Rückwärtsgang nach vorn“: Der offizielle Trailer

Und darum geht's:

Oberstraßkirchen, ein kleines Dorf im Landkreis Rosenheim, wird nun auch von den Folgen des 21. Jahrhunderts eingeholt. Als der Bürgermeister feststellt, dass man nun sogar die übliche Kirchenkollekte nicht mehr mit Bargeld, sondern nur noch per Karte und App bezahlen kann, platzt ihm der Kragen und er beschließt mit seiner Gemeinde den persönlichen ‚Brexit‘ aus der modernen Welt: Er will zurück in die unkomplizierten 1980er Jahre. Während sich die älteren Einwohner des Dorfes mit der Idee schnell anfreunden und ihre Jugendzeit wieder neu erleben, versteht die heutige Dorfjugend die Welt nicht mehr und versucht zu verhindern, was noch zu verhindern ist. Ein vorprogrammiertes Schlamassel nimmt seinen Lauf ...

mb

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