Keine Verantwortlichen in Sicht

Edlinger Bürgerwehr als "Anonymus"

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Am Samstag kam es zu einer großen Ansammlung von Menschen, die in Edling ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzten.
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Edling - Die Edlinger Bürgerwehr gleicht einer "Briefkasten-Firma". Keiner weiß, wer verantwortlich ist. Über Facebook wird zu Aktionen - etwa dem Spaziergang zur Asylbewerberunterkunft - aufgerufen. Doch von den Bürgerwehrlern erscheint niemand.

Wer ist dafür verantwortlich? Das fragen sich viele Bürger aus Edling. Und auch das Gemeindeoberhaupt selbst.

"Wir lassen uns von den Aufrufen zu Aktionen von der Edlinger Bürgerwehr nicht einschüchtern", heißt es von Bürgermeister Matthias Schnetzer. Er zeigte sich sehr glücklich davon, dass annähernd 200 Bürgerinnen und Bürger am Samstag als starke Gemeinschaft gezeigt hatten, dass Edling ein Ort des Willkommens ist.

"Warum übernimmt für die Aufrufe und Aktionsplanungen niemand die Verantwortung und outet sich?", betont Schnetzer. Man könne anderer Meinung sein, solle aber bitte auch zu seiner Meinung stehen. Es sei ein Armutszeugnis, dass die Edlinger Bürgerwehr nur anonym auftrete. "So kann man die unterschiedlichen Ansichten gar nicht diskutieren", bemängelt Schnetzer. Ihm fehle das Gesicht dieser Bürgerwehr, die sich scheinbar vehement gegen die Aufnahme von Asylbewerbern im Edlinger Gemeindegebiet aussprechen.

Zufrieden zeigten sich die vielen Anwesenden, die wegen dem angedachten "Spaziergang" der Bürgerwehr gemeinschaftlich ein Zeichen setzten. "Wir sind hier so stark, dass unser hilfsbereites Tun niemand verhindern kann", heißt es von einer Bürgerin.

Bürgermeister Matthias Schnetzer findet es schon sehr merkwürdig, warum die Edlinger Bürgerwehr keine Form zeige und sich namentlich zu ihrer fremdenfeindlichen Einstellung bekenne. "Jeder kann sich äußern und niemand muss immer einverstanden mit politischen Entwicklungen sein, aber so kann man ja nicht einmal miteinander reden, weil sich die Bürgerwehr gar nicht bekennt zu ihren Meinungen", so Schnetzer abschließend. "Ein Armutszeugnis", poltern einige Bürger.  

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