Molkerei möchte bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser aus Edlinger Gemeindegebiet entnehmen

Gemeinde zu Meggles Antrag: "Erheblicher Eingriff in Grundwasserhaushalt" 

+
Um ihre Existenz zu sichern, ist die Firma Meggle auf der Suche nach einem neuen Brunnenstandort zur Grundwasserentnahme auf dem Edlinger Gemeindegrund. Wasser und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort für einen Brunnen im Gemeindegebiet.
  • schließen

Edling - Bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser möchte die Molkerei Meggle ab 2020 aus dem Grundwasser auf dem Gemeindegebiet Edlings entnehmen. Die Gemeinde äußerte sich nun zu dem Antrag der Firma. 

Man habe den Antrag auf Verlängerung fristgerecht gestellt, der bisherige Vertrag laufe zum 31. Dezember 2019 aus, heißt es von Seiten der Pressestelle der Firma Meggle auf Nachfrage von wasserburg24.de. Bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr auf die nächsten 20 Jahre gesehen sollen laut Antrag entnommen werden dürfen. "Wir stehen in engem Kontakt mit der Gemeinde Edling und auch der Interessengemeinschaft Edlinger Wasser", betont Maximilian Böning von Meggle. "Wir warten noch auf die Rückmeldung, voraussichtlich, so unser Stand, soll es aber noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben." 

Beschluss mit Einwendungen, Anregungen und Bedenken

Mit dem Antrag habe sich die Gemeinde intensiv befasst und auch eine Stellungnahme dazu verfasst, die in der Oktober-Sitzung veröffentlicht wurde. Das bestätigt der Edlinger Gemeindegeschäftsführer Martin Berger im Gespräch mit wasserburg24.de. 

Der Gemeinderat fasste zu dem Antrag der Firma Meggle auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis für das Zutagefördern und Entnehmen von Grundwasser aus den beiden Brunnen im Edlinger Gemeindegebiet einen Beschluss mit Einwendungen, Anregungen und Bedenken. Die ausführliche Stellungnahme kann auf der Homepage der Gemeinde unter dem Punkt "Aktuelles" nachgelesen werden. 

Unter anderem heißt es darin, es sei "nicht nachvollziehbar, dass zwei parallele Genehmigungsanträge geführt werden" würden. Die Nutzung der Brunnen V, VI und VII könne "nur einheitlich betrachtet" werden und es bedürfe deshalb auch einer einheitlichen Antragstellung.

Eine Nutzung des geförderten Grundwassers für die öffentliche Wasserversorgung könne außerdem bestenfalls für eine kurze Übergangszeit in Betracht kommen. Die Gemeinde Edling sieht hier auch die Stadt Wasserburg in der Pflicht: Die Trinkwasserversorgung der Ortsteile Reitmehring und Viehhausen stelle eine "Pflichtaufgabe der Stadt Wasserburg" dar, der die Stadt nachkommen müsse. In den Antragsunterlagen werde aber nur relativ vage ausgeführt, dass "mittelfristig die Versorgung der Ortsteile von den Stadtwerken Wasserburg übernommen" werden solle - was aus Sicht der Gemeinde nicht ausreichend sei. Die Brunnen müssten für den Zweck der öffentlichen Wasserversorgung weiter geschützt werden. Aus diesem Grunde bestehe "dringender Handlungsbedarf von Seiten der Stadt Wasserburg - eine etwaige Nutzung der Brunnen zu diesem Zweck könne nur noch für eine kurze Übergangszeit in Betracht kommen".

Des Weiteren hege die Gemeinde Edling Zweifel daran, ob die Firma Meggle der Verpflichtung nachkommen könne, mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt eine sparsame Verwendung des Grundwassers sicherzustellen. Unklar sei insbesondere ob nicht Teile der betrieblichen Wasserversorgung auch über geschlossene Kreislaufsysteme abgewickelt werden könnten.

Die beabsichtigte Entnahme von drei Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr stelle der Gemeinde zufolge "einen erheblichen Eingriff in den Grundwasserhaushalt dar und beeinträchtigt damit notwendigerweise die Leistungsfähigkeit des Wasserhaushalts". Außerdem stünde das bestehende Wasserschutzgebiet für die Brunnen V, VI und VII auf der Kippe.  

Stadt Wasserburg in der Pflicht? 

Aus Sicht der Gemeinde sollte die Entnahmemenge auf den jetzigen Stand von 2,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr bis Ende 2024 festgelegt werden. Da es sich bei der Firma Meggle um einen Betrieb handelt, der auf dem Gebiet der Stadt Wasserburg angesiedelt sei, sei auch hier die Stadt Wasserburg gefordert. Abschließend heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde Edling: "Laut eigenen Angaben wären die Stadtwerke in der Lage, bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter pro Jahr zu liefern. Dieser Zeitraum sollte genügen, um die technischen Voraussetzungen hierfür zu schaffen. Danach ist eine neue wasserrechtliche Erlaubnis zu beantragen."

In der jüngsten Sitzung des Edlinger Rats waren auch Vertreter der Wasserrechtsabteilung des Landratsamtes Rosenheim und des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim sowie die Werksleitung der Firma Meggle eingeladen.

mb

Zurück zur Übersicht: Edling

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT