Firma Meggle und IG Edling setzen Dialog fort *Mit Voting* 

Debatte um Wasserversorgung: Inn als alternative Quelle? 

Der Inn ummantelt die Stadt Wasserburg. Wäre sie auch eine mögliche Wasserquelle für die Grundversorgung der Bürger? Mitunter diese Frage kam beim jüngsten gemeinsamen Dialog zwischen der Molkerei Meggle und den Vorständen der Interessengemeinschaft IG Edling auf. 
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Der Inn ummantelt die Stadt Wasserburg. Wäre sie auch eine mögliche Wasserquelle für die Grundversorgung der Bürger? Mitunter diese Frage kam beim jüngsten gemeinsamen Dialog zwischen der Molkerei Meggle und den Vorständen der Interessengemeinschaft IG Edling auf. 

Edling - Wegen der geplanten Wasserentnahme sind die Verantwortlichen der Molkerei und die Mitglieder der Interessensgemeinschaft (IG) Edlinger Wasser bereits länger im Dialog. Anfang November fand ein erneutes Gespräch statt. Während das Wasserburger Unternehmen mit Sitz in Reitmehring über bereits umgesetzte Wassereinsparmaßnahmen berichtete, forderte die IG ein deutlich stärkeres Engagement der Stadt Wasserburg in Sachen Wasserversorgung.

Die IG Edling wurde bei dem Treffen vertreten von ihren Vorständen Jürgen Reischenbeck und Nicole Bauer-Schäfer. Von Seiten der Molkerei Meggle nahmen Gudrun Steppich, Werkleiterin seit Juli 2019, Holger Kühner, der als Leiter Technik bereits an den vergangenen Treffen mitwirkte, und Maximilian Böning, Referent für Unternehmenskommunikation, teil.


20 Prozent weniger Wasserverbrauch in der Molkerei

Kühner berichtete über die bereits eingesparten Wassermengen der Firma: "Wir werden Ende dieses Jahres den Wasserverbrauch bei Meggle in Bezug auf 2016 um 20 Prozent reduziert haben."

In den vergangenen Monaten seien bei der Molkerei umfassende Analysen durchgeführt und Einsparpotenziale gefunden worden. Darum kümmerte sich unter anderem eine neue Mitarbeiterin, die eigens für diese Tätigkeiten eingestellt worden sei. So werde Wasser in einigen Produktionsbereichen mehrfach zur Kühlung genutzt.


Die Vertreter der Interessensgemeinschaft würdigten zwar die bereits geleisteten Einsparungen, brachten aber auch an, dass der Spar-Prozess kontinuierlich weitergehen müsse. Meggle habe sich der langfristigen und nachhaltigen Nutzung von Wasser verpflichtet. Das Projekt sei noch nicht abgeschlossen, erwiderten die Molkerei-Vertreter. 

Die Vorstände der Interessensgemeinschaft, Nicole Bauer-Schäfer (Zweite von links) und Jürgen Reischenbeck (rechts), mit dem Technik-Leiter von MEGGLE, Holger Kühner (links), und Werkleiterin Gudrun Steppich (Zweite von rechts).

Drei Millionen Kubikmeter Wasser wirklich notwendig? 

Reischenbeck und Bauer-Schäfer machten im weiteren Verlauf des Gesprächs auf die gefallenen Grundwasserspiegel rund um Edling aufmerksam, die sie bereits im Oktober im Gespräch mit wasserburg24.de angeprangert haben. Dies sei unter anderem an der Adler-Kiesgrube mehr als deutlich erkennbar. Sie warnten zudem vor der klimatischen Entwicklung und den möglichen Konsequenzen, wenn die Sommer in Zukunft noch heißer würden und ein weiterer Rückgang des Wasserspiegels absehbar sei. 

Außerdem hinterfragte die IG, warum die Molkerei trotz der bereits eingesparten Wassermengen nach wie vor eine Gesamtfördermenge von drei Millionen Kubikmeter Wasser beantragt hat. 

Steppich begründete dies mit den Wachstumsplänen von Meggle: "Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen und müssen wir den Standort Wasserburg erweitern. Dafür brauchen wir aber eine langfristige Planungssicherheit. Das geht trotz Einsparungen nur mit dieser bisher genehmigten Menge."

Stadt Wasserburg in der Pflicht? 

Dass Meggle langfristig planen wolle, sei für die Vorstände der IG Wasser durchaus verständlich. Die Wasserversorgung aber solle aber nicht allein vom Meggle-Brunnen auf Edlinger Gemeindegebiet bewältigt werden: "Wir sehen die Stadt Wasserburg viel stärker in der Pflicht. Die Stadt ist gesetzlich gemäß Artikel 57 Absatz 2 der Gemeindeordnung dazu verpflichtet, das Wasserburger Unternehmen Meggle auch mit Trinkwasser zu versorgen." 

Bei der diesjährigen Bürgerversammlung in Reitmehring wurde exakt dieser Punkt ebenfalls angesprochenBürgermeister Michael Kölbl erklärte, der springende Punkt sei die Lage: Der südliche Bereich Meggles hänge an der Versorgung durch den Firmen-Brunnen. Die Stadt Wasserburg könne diese Wohngebiete zwar mitversorgen, doch das Problem dabei sei, dass im Norden der B304 die Wasserleitungen laufen würden und dazwischen die Planungen zur Beseitigung des Bahnübergangs

Inn als Wasserquelle? 

Reischenbeck brachte abschließend den Inn als weitere mögliche Wasserquelle ins Spiel: Dies sei im Norden Deutschlands - zum Beispiel am Rhein - mit entsprechenden Filteranlagen nicht unüblich", fügte der IG-Vorstand an.

In konstruktiver Atmosphäre wurde vereinbart, dass der nächste Austausch in den kommenden Wochen terminiert werde und im neuen Jahr 2020 stattfinden soll.

mb/Gemeinsame Pressemitteilung Interessensgemeinschaft Edlinger Wasser e.V. und Molkerei Meggle Wasserburg GmbH & Co. KG

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