Nachgefragt

Nach erneutem Unfall: Deshalb bekommt der Bahnübergang Viehhausen keine Schranken

Zwei junge Frauen starben in den vergangenen Jahren am unbeschrankten Viehhausener Bahnübergang, an dem sich am vergangenen Dienstag wieder ein schwerer Unfall ereignete.
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Zwei junge Frauen starben in den vergangenen Jahren am unbeschrankten Viehhausener Bahnübergang, an dem sich am vergangenen Dienstag wieder ein schwerer Unfall ereignete.

Zwei Todesopfer hat der unbeschrankte Bahnübergang in Viehhausen bereits gefordert. Vergangenen Dienstag passierte wieder ein Unfall, der Autofahrer wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Schützende Schranken sollen errichtet werden, doch Anlieger wollen den benötigten Grund nicht verkaufen.

Wasserburg – Erschrocken reagierte Bürgermeister Michael Kölbl am Dienstag auf die Meldung, dass am Bahnübergang Viehhausen wieder ein schwerer Unfall geschehen sei. Zum Glück wurde der 29-jährige Autofahrer nur leicht verletzt (wir berichteten). „Der Bahnübergang ist und bleibt gefährlich, solange hier keine Schranken stehen“, macht Wasserburgs Bürgermeister deutlich.

Seit Jahren warte der Bahnübergang Viehhausen auf eine Lösung. Die Stadt sei dafür jedoch nicht zuständig, an dieser Stelle sei die Bahn in der Plicht. Doch: „An ihr liegt es nicht, dass hier nichts vorwärts geht“, stellt Kölbl klar.

Unfall bei Edling am 30. März

Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
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Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
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Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
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Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf
Unfall bei Edling am 30. März.
Unfall bei Edling am 30. März. © gbf

Die Bahn habe gut und schnell an einer Lösung gearbeitet. „Wir wären längst auf dem Weg zur Plangenehmigung, denn auch die Stadt hat angeschoben, wo es ging. Doch trotz intensiver Gespräche gibt es nach wie vor Anlieger, die die notwendigen Grundstücke nicht verkaufen wollen. Das ist bedauerlich – und dafür fehlt mir, das sage ich ganz offen, das Verständnis, auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es hier schon zu zwei Todesfällen gekommen ist. Weil die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern gescheitert sind, wurde ein Planfeststellungsverfahren nötig. Das hat die Bahn auch eingeleitet. Doch das wird dauern – leider.“

Ein Sprecher der Bahn macht auf Anfrage unserer Zeitung gleich deutlich: „Von dem Unfall habe ich schon gehört.“ Zum Planfeststellungsverfahren allerdings gebe es keine neuen Nachrichten. „Es läuft – und keiner weiß wie lang, “ so der Sprecher.

In den 50er Jahren gab es Schranken in Viehhausen

In den 50er Jahren gab es eine Schranke in Viehhausen, die bis 1963 manuell durch einen Bahnwärter bedient wurde. Er habe in dem Häuschen neben den Gleisen auf ein Klingelzeichen des nahenden Zugs reagiert und die Schranke rechtzeitig gesenkt, schilderet Hans Peter Bubb unserer Zeitung.

Bubb hatte im Juli 2018 eine Petition mit 6000 Unterschriften für eine Beschrankung bei der Stadt Wasserburg vorgelegt. Als der Wärter in Rente gegangen sei, sei die Schranke in Viehhausen entfernt und die Warnblinkanlage, die heute noch steht, montiert worden. Die Asphaltierung der Straße sei erst später gekommen. Der Übergang sei deshalb so schmal, weil der damalige Weg ebenfalls schmäler gewesen sei.

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