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Liegestühle, Licht und Lagerfeuer

„Stoa leuchten“ in Edling: Ein Experiment soll die Natur zum Strahlen bringen

Natur und Bäume statt Häuser setzt der Verein „Wasserburg leuchtet“ dieses Mal in Szene. Ein Experiment für Künstler und Veranstalter.re
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Natur und Bäume statt Häuser setzt der Verein „Wasserburg leuchtet“ dieses Mal in Szene. Ein Experiment für Künstler und Veranstalter.

Zwei Jahre musste „Wasserburg leuchtet“ ausfallen, doch für Fans der Veranstaltung gibt es gute Nachrichten: Bis zum eigentlichen Termin im September müssen sie nicht ausharren, denn der Verein plant ein ganz neues Projekt: „Stoa leuchten“ am Freilufttheater in Edling. Ein Experiment der besonderen Art.

Wasserburg/Edling – „Stoa leuchten“ heißt das neue Projekt des Vereins „Wasserburg leuchtet“. Ein Experiment nicht nur für die Planer, sondern auch für die Künstler, bei dem Natur und Licht, sowie alte und neue Techniken aufeinandertreffen.

Für die alte Technik stehen die beiden Künstlerinnen Eva Wackerle und Anna Schöll. Die beiden Grafikerinnen machen schon seit etlichen bei „Wasserburg leuchtet“ mit und verwenden dabei eine beinahe ausgestorbene Technik. Denn, was viele nicht wissen: Die Kunst, die sie dort zeigen, ist handgemalt.

Jedes Werk ist ein Unikat

„Jedes Werk, das wir zeigen, ist ein Unikat“, erklärt Schöll. Mit feinen Pinseln schaffen die beiden ihre Gemälde auf Folien, die dann mit Hochleistungsprojektoren, einem sogenannten „Pani“, an die Wand geworfen werden. Der Pani läuft dabei so heiß, dass es spezielle Farben, ähnlich einem Nagellack, braucht „sonst verbrennen sie“, so Wackerle. Auch die Folien selbst könnten schmelzen und so die Gemälde unbrauchbar machen. „Früher haben wir Glas verwendet, aber da sind uns in einem Jahr alle gesprungen“, erläutert Wackerle weiter.

Normalerweise sind sie und Schöll in der Wasserburger Hofstatt tätig und lassen dort die Fronten erstrahlen, dieses mal werden sie auf Bäume und in die Natur projizieren. „Es ist ein Experiment“, meint Wackerle, denn die Natur zum Leuchten zu bringen. „Das ist auch für uns etwas ganz Neues.“ Die Herausforderungen seien groß; größer, als bei Häuserfronten. „Wenn da keine Blätter sind, dann ist da nichts. Man weiß nie, wie das Bild am Ende aussieht“, so Schöll. Oft werde es auch verzehrt und das eigentliche Gemälde sei gar nicht mehr zu sehen. „Das ist dann einfach nur bunt. Auch schön, aber nicht das, was wir wollen“, erklärt Schöll schmunzelnd.

Idee besteht schon seit Jahren

Die Idee, Licht in die Natur zu bringen, treibt den Verein schon seit einigen Jahren um. „Vor einiger Zeit haben wir einen Hochleistungsprojektor ins Freie gestellt“, erklärt Vereinsvorsitzender und Organisator der Veranstaltung Urs Hasler. „Eigentlich aus Neugier.“ Das Ergebnis sei aber so beeindruckend gewesen, dass es die Künstler und den Verein nicht mehr losließ.

Nun, nach zwei Jahren Pandemiepause, kann es endlich einem größeren Publikum präsentiert werden. Zehn Künstler sind an „Stoa leuchten“ beteiligt, so Hasler. „Wir machen aber keine Show“, stellt er klar. Es sollen entspannte Abende werden. Liegestühlen, Licht und Lagerfeuer, darauf könnten sich die Besucher einstellen und eine ganz besondere Atmosphäre. progressiver Rock, also beispielsweise Lieder von Pink Floyd, soll die Abende begleiten. Besonderer Anreiz auch: „Man kommt näher an die Künstler ran“, sagt Hasler. In der Altstadt seien sie ja meist auf den Dächern, beschäftigt, weit weg von der Menge. „Hier kann man auch mal Fragen stellen.“

Mit speziellen Farben handgemalt sind alle Gemälde von Eva Wackerle und Anna Schöll.

Kunst mit modernster Technik

Zum Beispiel an Gerhard Höberth, einer der wichtigsten Künstler bei „Stoa leuchten“, er wird mit modernste Technik den Stoa selbst zum Leuchten bringen. Mapping, nennt sich die moderne Computerkunst, wie Höberth erklärt. „Eigentlich ist es ein Video, das projiziert wird. Beim Mapping ist das Besondere, dass es an den Untergrund angeglichen wird.“ Bei Häuserfassaden werden so die Fristen und die Fenster berücksichtigt. Beim Stoa eben die Oberfläche mit all den Ecken, Kanten und Einkerbungen.

Kunst mithilfe von 3D-Modellen

Höberth, der eigentlich Computertechnik gelernt hat und seit 30 Jahren als freischaffender Künstler arbeitet, erschafft dazu ein 3D-Modell des Stoas. „Ich habe an die tausend Fotos von ihm gemacht“, erklärt er, aus diesen habe er dann mithilfe von Programmen das Modell erschaffen. Eine Woche brauche er dafür, „aber danach beginnt die Arbeit erst richtig.“ Denn das Video müsse ja noch erstellt werden. Dass alte Schule und modernste Kunst bei „Stoa leuchten“ aufeinandertreffen, begeister Höberth: „Das steht für Kontinuität.“ Das passe auch zu Wasserburg, denn auch hier gelte: „Es ist eine moderne Stadt mit mittelalterlicher Kulisse.“

Künstler Gerhard Höberth bringt den Stoa mit modernster Computerkunst zum Leuchten.

Alle Infos zu „Stoa leuchten“

Stattfinden soll „Stoa leuchten“ von 28. bis 30. April im Freilichttheater am Stoa in Edling. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn ist nach Anbruch der Dunkelheit. Für die Verpflegung stehen unterschiedliche Food-Trucks bereit. Der Preis für den Eintritt ist nach eigenem Ermessen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Bei schlechter Witterung wird die Veranstaltung verschoben.