Wasserdialog Edling/Meggle im Werkausschuss behandelt

Abgelehnt: Keine Versorgung von Teilen Reitmehrings durch Stadtwerke Wasserburg 

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Bis zu drei Millionen Kubikmeter Wasser möchte die Molkerei Meggle aus dem Edlinger Grundwasser entnehmen. 

Wasserburg - Leicht verwundert zeigte sich Bürgermeister Michael Kölbl bei der Sitzung des Werkausschusses am 16. Januar über einen Antrag der Fraktionsgemeinschaft CSU/Wasserburger Block. Sie forderte, dass die Wasserversorgung der südlichen Ortsteile Reitmehrings künftig nicht mehr durch die Firma Meggle sondern durch die Stadtwerke erfolgen soll. 

"Damit greift der Antrag mitten die den Dialog der Wasserdebatte Edling/Meggle", konstatierte der Bürgermeister und unterstrich, man sei bereits seit Jahren in Gesprächen und konstruktivem Austausch - auch mit den Vertretern der Interessengemeinschaft IG Edling


Diese Dialoge beinhalten unter anderem die Versorgung der südlichen Ortsteile Reitmehrings sowie die Schaffung einer Notversorgung der Firma Meggle mit Wasser. Das nächste Gespräch finde Anfang Februar 2020 statt. Zudem informiere man Kölbl zufolge "ausreichend die Öffentlichkeit", wie zuletzt in Bürgerversammlungen Ende 2019

Meggle benötigt mehr als die doppelte Wassermenge der Stadt 

Die Fraktionsgemeinschaft begründet den Antrag durch das Ende der wasserrechtlichen Genehmigung der Firma in 2019, dem Fehlen des Wasserschutzgebiets und der Pflichtaufgabe der Wasserburger Stadtwerke. Zudem würden laufenden Baumaßnahmen im Bereich der Molkerei Meggle von den Stadtwerken nicht genutzt werden, um Leerrohre für eine künftige Wasserversorgung zu verlegen.  


Unverständnis beim Bürgermeister: "Die Übernahme wäre an sich kein Thema für uns, da nur ein geringer Teil dazu käme. Die Stadtwerke könnten 700.000 Kubikmeter pro Jahr liefern, bräuchten aber entsprechende Kapazitäten und die Umsetzung geht nicht von heute auf morgen. Dazu kommt die Frage der wirtschaftlichen Rentabilität."

Zur Veranschaulichung: Der Wasserverbrauch der Stadt Wasserburg liegt pro Jahr bei etwa 1,1 Millionen Kubikmeter. Die Firma Meggle hingegen benötigt mehr als das Doppelte, 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr, und plant zur Existenzsicherung eine Entnahme von bis zu drei Millionen Kubikmeter aus dem Edlinger Delta. Gegen dieses Vorhaben wurde inzwischen sogar eine Petition ins Leben gerufen. 

40 Prozent mehr Wasserkosten für Verbraucher

Die Wasserverbrauchsgebühr beträgt bei der Firma Meggle etwa 60 Cent pro Kubikmeter entnommenen Wassers. Die Stadtwerke hingegen verlangen eine Gebühr von 92 Cent. Stadtwerke-Leiter Marius Regler betont in dem Zusammenhang, dass die Wasserpreise in der Innstadt weiter deutschlandweit in einem sehr niedrigen Bereich lägen, Meggle aber deutlich günstiger sei.

"Da müssten die Verbraucher circa 40 Prozent mehr zahlen", überschlägt Kölbl und mahnt: "Ich schätze, die Begeisterungsstürme bei einer Übernahme der Versorgung durch die Stadtwerke würden sich bei den betroffenen Reitmehringer in Grenzen halten." Derzeit nicht städtisch versorgt sind die Schmiedwiese östlich der Megglestraße, die Antoniussiedlung und Viehhausen.

Antrag abgelehnt

Ein weiterer kritischer Punkt sei die Planungsunsicherheit in Bezug auf das Planfeststellungsverfahren "Beseitigung Bahnübergang B304 Reitmehring". Man könne Kölbl zufolge keine Leitungen verlegen, die ein paar Jahre später wieder herausgerissen werden, wenn eine Genehmigung für den Tunnel erfolge. 

Einstimmig wurde der Antrag abgelehnt, mit der Begründung, dass sich Stadt und Stadtwerke seit langem aktiv um das Thema kümmern. Die nächsten Schritte sind bereits abgestimmt mit der Firma Meggle, entsprechende Mittel wurden in den Wirtschaftsplan 2020 der Stadtwerke eingestellt. 

mb

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