Eine Landebahn für die Lerchen

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Josef Heindl vor dem rund 20 Quadratmeter großen Fenster, das mittlerweile nur noch durch seine dunklere Färbung durch das nachwachsende Getreide zu erkennen ist. Foto Günster

Die Feldlerche gilt mittlerweile als "gefährdet". Um das zu verbessern, haben sich der Verband "Naturland", der Landesbund für Vogelschutz und die Münchner Hofpfisterei zusammengetan und die "Lerchenfenster-Aktion" ins Leben gerufen.

Vorbild ist England, wo die Population seit Jahren wieder steigt. Wie das funktioniert konnten sich Interessierte auf dem Naturland-Hof von Landwirt Josef Heindl ansehen.

Kirchdorf - 600 Vogelfenster gebe es derzeit in Bayern, erklärte beim Termin vor Ort Ewald Pieringer, Fachberater des Verbandes für ökologischen Landbau. Die Hofpfisterei sei deshalb dabei, weil diese Filialbäckerei mit dem Begriff "ökologisch" nicht nur den Verzicht auf Chemie meine, sondern auch dem Artenschutz einen höheren Stellenwert einräume. Deshalb unterstütze die Hofpfisterei jedes Lerchenfenster mit fünf Euro. Das sei mehr als der Ertrag aus dieser Fläche, wusste Heindl dazu.

Die Feldlerche deshalb, weil sich in den letzten 35 Jahren der Bestand um die Hälfte reduziert habe, man wolle den Rückgang stoppen, ergänzte Matthias Luy vom Landesbund für Vogelschutz. Er beschrieb den Vogel mit seinem auffälligen metallisch klirrenden Gesang, der auch unter dem Namen Himmelsvogel bekannt ist, weil er singend aus bis zu 80 Metern Höhe gerne im Flatterflug nach unten sinkt. Gerade durch eine Flurneuordnung verschwänden viele geeignete Flächen, beispielsweise Raine, die von diesem Vogel genutzt würden.

Zwischen April und August nistet der Bodenbrüter bis zu dreimal, zwölf Tage nur beträgt die Brutzeit und nach einer Woche können die Jungen zumindest schon das Nest verlassen. Dafür benötigt die Lerche eine Art Landebahn, die man ohne viel Aufwand beim Säen anlegen kann, ergänzte Luy, das Nest sei dann in der Nähe. Dafür, so Luy, hebe man die Saatmaschine für etwa sieben Meter an, zwei Stück je Hektar - möglichst nicht an einem Waldrand - seien ideal. Da habe es der konventionelle Landbau leichter, weil an der betreffenden Stelle tatsächlich nichts mehr wächst; die Ökobauern müssen schon mal aussensen. Man sei jetzt unbedingt an den Erfahrungen interessiert, betonte Luy.

Zumindest in der kurzen Zeit auf dem Feld konnten alle schon zwei Lerchen sehen und hören. Im Anschluss informierten sich die Landwirte noch zu Feldversuchen.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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