Busstrecke: Neue Schleife durch den Süden

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Die Stadtbusstrecke - rot eingezeichnet die aktuelle Strecke, lila die Wunschstrecke des Siedlervereins.

Wasserburg - Die Erweiterung der Stadtbusstrecke nach Reitmehring-Süd war das beherrschende Thema der Bürgerversammlung. *Mit einer Grafik*

Der Siedlerverein der Antoniussiedlung macht sich seit 2010 für diese Anbindung stark, "und wir hören immer nur, dass es nicht geht, aber nie genau, warum es nicht geht", so Dr.Robert Engl, der in der Bürgerversammlung für den Siedlerverein sprach.

Er selbst und ein weiterer Anwohner hätten einen "Feldversuch" gemacht, die Fahrzeit von der Innhöhe zum Reitmehringer Bahnhof und zurück zur Innhöhe auf der bestehenden Stadtbusstrecke inklusive Haltestellen gestoppt und alternativ die Route Innhöhe-Bahnhof und dann über Ahornstraße und B15 zur Innhöhe. Der Zeitunterschied betrage demnach gerade eine Minute. Deswegen beantrage der Siedlerverein, dass der Stadtrat nicht nur über die Erweiterung der Stadtbusstrecke diskutiere, sondern dass diese Erweiterung auch ausprobiert werde.

Die Zweite Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke und der Dritte Bürgermeister Otto Zwiefelhofer, die den wegen eines Trauerfalles verhinderten Michael Kölbl vertraten, zeigten zwar Verständnis für den Wunsch nach einer Busanbindung des Reitmehringer Südens, überließen die Erläuterung der Schwierigkeiten aber Andreas Hiebl, dem zuständigen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung.

Hiebl erklärte, er würde die Antoniussiedlung, die Schmidwiese und die Erlenstraße gerne an den Stadtbus anbinden, das sei aber nicht so einfach. Fixpunkte des Stadtbusse seien - wegen der Zuganbindung - Ankunft und Abfahrt am Reitmehringer Bahnhof. Dort kommt der Bus jeweils um x.50 Uhr an, steht 15 Minuten und fährt um x.05 Uhr wieder ab. Dieser stündliche Aufenthalt ersetzt zudem auch die rechtlich vorgeschriebenen Ruhezeiten der Busfahrer.

Nutze man diese 15 Minuten Standzeit für eine Schleife nach Reitmehring Süd, so Hiebl, tue sich nicht nur das Problem der Pausen der Busfahrer auf, es sei auch die Frage, wo der Bus wenden solle. Und der Bus müsste zweimal bei geschlossener Schranke die zugestaute B304 queren. Diese Option hielt Hiebl für aussichtslos.

Die Strecke vom Reitmehringer Bahnhof über die Ahornstraße und die B15 zum Kreisverkehr bei Gabersee und weiter in die Stadt betrachtet Hiebl auch mit Skepsis, denn bei 45 Minuten "Umlaufzeit" des Stadtbusses vom Reitmehringer Bahnhof zum Badria und zurück zum Reitmehringer Bahnhof gebe es keinerlei Puffer - und der Stadtbus sei verzögerungsanfällig.

Warum? Weil Stadtbus auf einer Runde hin und her vier größere Einmündungen (unter anderem B304), zehn Kreisverkehrfahrten, sechs längere Engstellen (beispielsweise Brucktor/Tränkgasse), 16 Zebrastreifen, 23-mal rechts vor links, 24 Haltestellen und zwei Staus am Bahnübergang zu bewältigen habe. Dazu könnten noch Verspätungen wegen verspäteter Züge, Fahrplanauskünfte des Fahrers, Wechselgeld (bei Bezahlung mit Kupfermünzen oder 50-Euro-Schein), Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, parkenden Fahrzeuge, Baustellen oder Straßenglätte kommen.

Von den 24 Haltestellen könne man ja einige sparen, so Dr. Engl, "denn wenn in der Burgau zu viele Haltestellen sind, ist das nicht das Problem von Reitmehring-Süd". Die Reitmehringer beschlossen mit deutlicher Mehrheit den Antrag an den Stadtrat, die Erweiterung der Stadtbusstrecke auf den Reitmehringer Süden zu überprüfen - mit einer Schleife über die Ahornstraße in beiden Fahrtrichtungen.

Nicht diskutiert, aber als Schaubild bei der Bürgerversammlung zu sehen: Wer in Reitmehring Süd wohnt, kommt derzeit zu Schulzeiten montags bis freitags mit sechs Bussen in die Altstadt und im Moment mit sechs, demnächst mit neun Bussen aus der Altstadt nach Hause, samstags sind es vier Busse in die Stadt und vier wieder hinaus. Sonn- und feiertags fahren zwei Busse in die Stadt und einer hinaus. Dies sind Regionalbuslinien für die der Stadtbustarif gilt. Eine Nachfrage ergab, dass auf diesen Linien an der Antoniussiedlung bislang kaum Fahrgäste ein- oder aussteigen.

syl

Quelle: rosenheim24.de

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