Beziehungskiste mit Folgen

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Wasserburg - Wenn eine heiße Liebschaft endet, dann normalerweise nicht vor Gericht. Im Fall einer 32-Jährigen steckt allerdings eine verfahrene Geschichte dahinter...

Lesen Sie hier den Bericht aus der Wasserburger Zeitung:

Eine verfahrene Beziehungskiste

Die Unentschlossenheit ihres verheirateten Freundes veranlasste eine 32-jährige gebürtige Russin dazu, sich der Sache selbst anzunehmen. Dafür stand sie nun vor Gericht.

Wasserburg - Trotz vielfacher Liebesschwüre per SMS und Besuchen in ihrer Wohnung, war der Fernfahrer hin und her gerissen zwischen seiner Geliebten und seiner Familie. Er habe stets damit argumentiert, dass ihm seine Ehefrau damit drohe, ihm bei einer Trennung die Kinder zu entziehen. Um ihre Situation zu klären, setzte sich die 32-Jährige auch selbst mit der Ehefrau, einer ehemaligen Kundin, in Verbindung. Doch scheinbar ohne den gewünschten Erfolg.

Nach einigen Monaten hatte die Wasserburgerin genug von dem Hin und Her und sie trennte sich, trotz einer vermuteten Schwangerschaft, von dem gleichaltrigen Geliebten. Um einen Schlussstrich zu ziehen brachte sie seine Sachen zum Haus der Ehefrau in Edling.

Nun musste sich die Kauffrau wegen gefährlicher Körperverletzung, gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und Nötigung vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten. Denn beim Einparken ihres Wagens vor dem Haus des Exfreundes klemmte sie ihre Rivalin zwischen zwei Fahrzeugen ein und fügte ihr dabei einige Quetschungen und Schürfwunden zu.

Treffen mit Folgen auf der B304

Zwei Tage später traf das Trio auf der B304 vor Wasserburg erneut aufeinander. Bei Nebel überholte die Wasserburgerin den Lkw ihres Exfreundes und seine, hinter ihm fahrende, Ehefrau. Kurz nach dem Überholvorgang legte die Frau dann eine Vollbremsung hin, um ihr Fahrzeug anzuhalten. Der Deutschrusse konnte seinen 40-Tonner nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte mit dem Heck ihres Wagens. Dabei entstand ein Sachschaden von 4400 Euro. Personen wurden bei dem Unfall nicht verletzt.

Die Ehefrau habe in beiden Fällen ihren Exfreund dazu angehalten, die Polizei zu rufen, sagte die Angeklagte vor Gericht. Von ihrer Seite her habe zu keiner Zeit der Vorsatz zu einer Straftat bestanden. Die Angeklagte räumte die Körperverletzung ein, gab jedoch an, die Geschädigte, die sich im Moment des Einparkens am linken hinteren Fahrzeugteil befunden hatte, übersehen zu haben. Vor Gericht entschuldigte sich die Angeklagte dafür bei der Geschädigten.

Die ihr zur Last gelegte Nötigung in Tateinheit mit dem fahrlässigen Eingriff in den Straßenverkehr bestritt die Angeklagte jedoch vehement. Sie habe weder das Privatfahrzeug der Ehefrau noch den Lkw erkannt und den Überholvorgang längst abgeschlossen gehabt, als eine plötzlich auftretende Übelkeit sie zum Anhalten gezwungen habe, sagte die 32-Jährige vor Gericht. Ein ärztliches Attest schloss eine plötzliche Übelkeit aufgrund einer vorübergehenden Hormonstörung nicht aus.

Sowohl der Exfreund als auch dessen Ehefrau legten als Zeugen vor Gericht keinen großen Belastungseifer an den Tag und so wurde das Verfahren wegen des Verkehrsdeliktes im Einvernehmen mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung eingestellt. Das Gericht verurteilte die Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung in minderschwerem Fall zu 120 Tagessätzen zu 15 Euro und einer noch vier Monate andauernden Führerscheinsperre. Im Rahmen eines TäterOpfer-Ausgleichs erklärte sich die Angeklagte zu einer Schmerzensgeldzahlung von 300 Euro bereit. Dadurch konnte das Gericht von einer Freiheitsstrafe, die das Gesetz vorsieht, abweichen.

Der unentschlossene Mann ist übrigens beide Frauen los.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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