Eingesparte Energie ist die beste

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Viel Einsparpotenzial ist in den Stadtteilen vorhanden, wie diese Grafik zeigt. Grafik energiedialog wasserburg 2050

Wasserburg - Bis 2020 will der Stadtrat die CO2-Emissionen im Stadtgebiet um 40, bis 2050 um 80 Prozent reduziert haben. Ein solch ehrgeiziges Ziel lässt sich nur mit den Bürgern und dem Gewerbe realisieren.

Welche Potenziale für den Ersatz fossiler durch regenerative Energien sowie durch mehr Energieeffizienz vorhanden sind, zeigte eine öffentliche Stadtratssitzung im Hotel Fletzinger. "Die wichtigste Energie ist die Einsparung", brachte Trudel Meier-Staude vom Beratungsbüro "Projekt 21+", ebenso wie das Ingenieurbüro "Ecotopia" externer Begleiter des Energiedialogs 2050 in Wasserburg, die Kernaussage der Ist-Analyse auf den Punkt. Die Stadträte und die Mitglieder des Arbeitskreises für die Koordination des Energiedialoges und aus den Projektgruppen sowie die wenigen Bürger, die zur Startveranstaltung gekommen waren, nahmen diese Botschaft mit Erleichterung zur Kenntnis. Denn nicht immer sind aufwendige und kostspielige Maßnahmen notwendig, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Den Energiebedarf reduzieren, die Energie effizient einsetzen und sparen: Hier setzt der wirkungsvollste Hebel, der beim Klimaschutz getätigt werden kann, in der Regel erfolgreich an, zeigten die Fachleute aus den Beratungsbüros auf.

Der Wärmeenergiebedarf liegt in der Stadt nach Angaben der Datenerhebungen derzeit bei 151 729 Megawattstunden. Eine Spitzenstellung nimmt beim Vergleich der Stadtteile Gabersee ein - mit gut 41 000 Megawattstunden pro Jahr, ein hoher Bedarf, der natürlich im hier ansässigen Inn-Salzach-Klinikum begründet liegt.

Durch Sanierungen - Heizungserneuerung, Fensteraustausch, Dach-, Wand- und Kellerdämmung sowie Solarnutzung - können bis 2020 nach Angaben von Harald Zipfel vom Büro Ecotopia die CO2-Emissionen auf die Hälfte reduziert werden. Dafür müssten in den nächsten zehn Jahren Investitionen in 5000 Einzelmaßnahmen mit einer Gesamthöhe von 43 Millionen Euro getätigt werden. Ihnen ständen Einsparungen von 16,8 Millionen Euro gegenüber. "Bis 2050 können die 80 Prozent Reduzierung erreicht werden", gab der Experte sich beim Wärmebedarf optimistisch.

Bei 117 Millionen Kilowattstunden liegt derzeit noch der Strombedarf pro Jahr in Wasserburg, teilte Trudel Meier-Staude mit. Das entspricht einem Ausstoß des klimagefährdenden CO2 in Höhe von 60 000 Tonnen pro Jahr. 46 Windkraftwerke oder mindestens zweimal zwei Kilometer Freifläche für die Fotovoltaik wären notwendig, würde die konventionelle Stromerzeugung dafür zu hundert Prozent durch regenerative Energien ersetzt. Natürlich eine rein rechnerische, unrealisierbare Lösung: "Eine Energieform allein ist nicht die Lösung, der Mix macht's", betonte die Referentin.

Bis 2020 können in der Stadt 21 Prozent des heutigen Energiebedarfs eingespart werden - etwa durch Maßnahmen in öffentlichen Gebäuden, die eine Signalwirkung auf die privaten Haushalte ausüben sollen, und durch Projekte bei der produzierenden Industrie, die ebenfalls mit ins Boot geholt werden muss. Die restlichen Potenziale liegen im breit gefächerten Ausbau regenerativer Energien, wobei in Wasserburg vor allem Biogasanlagen, Blockheizkraftwerke und Fotovoltaik, weniger die nur schwer nutzbare Geothermie und die unpopuläre Windkraft in Frage kommen.

Ob Wärme- oder Stromerzeugung: Die Stadt will, so das erklärte Ziel des Stadtrates, mit gutem Beispiel vorangehen und Maßnahmen mit "Türöffnerfunktion" anstoßen - darunter ein Fotovoltaikprojekt der Stadtwerke, der weitere Aufbau von Kraftwerksleistungen und die Förderung von Blockheizkraftwerken. "Gas geben für ein CO2-freies Wasserburg", gab Bürgermeister Michael Kölbl zum Abschluss der öffentlichen Sitzung aus, an die sich eine von Frauke Liesenborgh moderierte Diskussion mit den Bürgern anschloss.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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