Einsatz für die "faire Milch"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Romuald Schaber zog im Grünthaler Festzelt Bilanz über ein anstrengendes Jahr für die Milchbauern.

Grünthal - Auch am letzten Feuerwehrfesttag gab es in Grünthal wieder ein volles Festzelt. Das Kesselfleischessen und die Versammlung des BDM waren noch einmal ein Anziehungspunkt für rund 1000 Besucher.

Feuerwehrvorstand Leonhard Moosmeier begrüßte zum Finale der Festwoche als Redner Jakob Niedermaier, Geschäftsführer der Milchvermarktung Süddeutschland (MVS) und Erster Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Wasserburg, sowie Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und vom Europäischen Milchboard.

Niedermaier erläuterte das Konzept "der fairen Milch" und die derzeitige Marktsituation. Der Milchpreis von 27,1 Cent im Jahr 2009 liege rund 36 Prozent unter dem Preis von 2008 und könne nicht akzeptiert werden, so Niedermaier. Einen wichtigen Punkt im Handel müsse die Imageverbesserung der Milch und ihrer Produkte darstellen. Nur so könne der Milchbauernstand auch in der Zukunft bestehen.

Rund 120 Milchbauern aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg ständen bereits hinter der "fairen Milch". Ihnen sei auch die artgerechte Haltung der Kühe wichtig. Die "faire Milch" gebe es überall, wo sie entstehe. Auf jeder Packung sei die Region angegeben, in der die Milch gemolken werde. Die "faire Milch" punkte außerdem mit dem überdurchschnittlich hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren, so Niedermaier.

Auch Romuald Schaber ging auf die Milchkrise ein, die noch lange nicht überwunden sei. Für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter habe das vergangene ein kurioses Jahr dargestellt, so Schaber. Besonders erwähnte Schaber den Streik der Bäuerinnen, die eine Woche lang unter freiem Himmel in Berlin viel Aufsehen erregt hätten. Aber auch der Milchstreik der Bauern habe die Aufmerksamkeit auf die Probleme der Milcherzeuger gezogen, zeigte sich der Redner im Festzelt der Grünthaler Feuerwehr überzeugt.

"Das Jahr 2010 wird besser werden als 2009, aber es wird noch Jahre dauern, bis wir wieder auf einem Stand von 2009 sein werden", bedauerte Schaber. Um das Bestehen der Milchbauern zu gewährleisten, nannte Schaber zwei wichtige Werkzeuge: den Milchboard in Deutschland, der 2007 gegründet wurde und 25 000 Milchbauern in Deutschland bündelt, und die "faire Milch".

"Wir müssen aus dem Keller Europas herauskommen", so Schaber, "Ziel muss es sein, nicht Zweitletzter zu sein, sondern Zweiter". Wer nicht dem Milchboard beitrete, habe auch in 50 Jahren kein Recht zu jammern.

fim/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser