Vorsicht ist die Mutter des Haushaltes

Eiselfing - Großen Diskussionsbedarf hatten sie nicht, die Eiselfinger. Lediglich eine Nachfrage nach der Schuldenentwicklung, eine zur Südspange und ein Detail waren bei der Bürgerversammlung Thema.

Zahlen, Zahlen, Zahlen servierte Bürgermeister Rupert Oberhuber zu Beginn der Versammlung. Diese reichten von der Einwohnerzahl - 3046, schön gleichmäßig auf beide Geschlechter verteilt - bis zu den von Geschäftsstellenleiter Oskar Pircher übersichtlich aufbereiteten Haushaltszahlen. Wobei sich die finanzielle Lage der Gemeinde besser entwickelte, als es noch vor zwei Jahren abzusehen war.

Dennoch sind sich Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung einig, dass nicht alle anstehenden Investitionen gleich angepackt werden können und sollen, vorsichtshalber wolle man die weitere Entwicklung der Finanzlage abwarten. Dennoch sind für das kommende Jahr Investitionen von rund einer Million Euro vorgesehen. Für den Gehwegbau in Alteiselfing wurde auch schon der Zuschusantrag gestellt. Allerdings entscheidet hier nicht die Gemeinde alleine, wann der rund 300.000 Euro teure Gehweg kommt, denn der entsteht parallel zur Straßensanierung - und für die ist das Staatliche Straßenbauamt zuständig.

Rund 300.000 Euro sind auch für die Straße in und nach Langwied vorgesehen, hinzu kommen Ausgaben für einen Entlastungskanal in Alteiselfing, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr Freiham, die Sanierung der Dirnecker Straße, neue Fenster im Gemeindeamt und einiges mehr. Pircher hat rund 300.000 Euro an Zuschüssen und Beiträgen für die verschiedenen Vorhaben angesetzt, so dass die Gemeinde mit rund 700.000 Euro belastet würde.

Dringend wären auch noch die Sanierungen der Brücken in Aham und Praschlmühl, vertraglich gebunden ist Eiselfing an den Ausbau der Wasserburger Kläranlage, Gemeindeverwaltung und Bücherei sollten erweitert werden, mehrere Fahrzeuge der vier Feuerwehren im Gemeindegebiet und einige Bauhoffahrzeuge müssten ersetzt werden. Für all dies sind aber noch keine Kosten bekannt, deswegen diente Oberhubers Aufzählung eher dem Überblick als der Umsetzung.

Zu den Gemeindefinanzen, konkret zur Schuldenentwicklung, gab es dann eine der wenigen Wortmeldungen. Trotz der angespannten Haushaltslage seien die Schulden in den vergangenen Jahren so gut es ging abgebaut worden, so Oberhuber, am Jahresende 2009 betrugen sie rund 2,6 Millionen Euro oder 899 Euro pro Eiselfinger.

Vorgestellt hatte der Bürgermeister auch das neue Baugebiet "Hochfeld" in Bachmehring, ein Mischgebiet mit 18 Parzellen für Wohnen und Gewerbe. Dort wird es auch wieder Grundstücke im Einheimischenmodell geben.

Thema war auch der Mittelschulverbund mit Schnaitsee/Babensham. Da träfen sich zwei etwa gleichwertige Partner, so der Bürgermeister, was die Chancen auf den Erhalt der Hauptschulen an beiden Standorten, Eiselfing und Schnaitsee, erhöhe. Derzeit besuchen 350 Kinder und Jugendliche die Eiselfinger Volksschule, davon kommen rund 200 aus Eiselfing, gut 80 aus Amerang, knapp 30 aus Schonstett, drei aus Wasserburg und 36 sind Gastschüler aus anderen Gemeinden.

Eine weitere Wortmeldung betraf das unendliche Thema "Südspange". Ein Eiselfinger konnte es überhaupt nicht verstehen, dass "nur wegen dem Naturschutz" die Südspange nicht über das Wuhrtal führen solle. Da hielt sich der Bürgermeistter mit einer Aussage zurück - zumal sich der Kreisausschuss wohl demnächst mit dem Thema beschäftigt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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