Jetzt pressiert's, Herr Bürgermeister!

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Eiselfing - Bürgermeister Rupert Oberhuber sucht einen Nachfolger. Vier Bewerber haben sich bereits ins Gespräch gebracht. Oberhuber selbst hat aber noch einiges zu erledigen.

Rupert Oberhuber kennt seinen Heimatort nur zu gut. Und die Wünsche und Sorgen seiner Bürger auch. Einen Wunsch jedoch hegt er selbst: Ein guter Nachfolger für das eigene Bürgermeisteramt muss her. Seit zwölf Jahren ist er nun schon Gemeindeoberhaupt von Eiselfing, mittlerweile 65 Jahre alt und im nächsten Jahr nicht mehr wählbar. Nachdem er im Gemeinderat bereits seinen Rückzug nach der aktuellen Legislaturperiode angekündigt hatte, haben sich nun einige Bewerber gemeldet, die auf sein Amt nachrücken möchten. „Es besteht von vier Leuten echtes Interesse am Bürgermeisteramt in Eiselfing. Vier Bewerber unterschiedlichen Alters haben sich ins Gespräch gebracht. Einer ist unter 30 Jahre, ein weiterer unter 40 und zwei andere haben die 50 erreicht“, erzählt Oberhuber. Nun wurde gerade in einer Zusammenkunft besprochen, welche Fraktionen welchen möglichen Bewerber für eine Kandidatur unterstützen würden und ob in Eiselfing tatsächlich gleich vier Kandidaten antreten sollten. Die Nachfolge gilt demnach als gesichert, einen fairen Wahlkampf wünsche er sich, so der Rathauschef.

Eilige Anliegen

Auch wenn Rupert Oberhuber beruhigt sein kann bezüglich einer Nachfolge, ausruhen kann er sich nicht in den noch verbleibenden Monaten seiner Amtszeit: „Ganz eilig haben wir es mit der Fertigstellung des dringend benötigten Gewerbegebiets. Ein großer Betrieb aus dem Gemeindegebiet braucht dringend Platz, um Teile seines Unternehmens auszulagern. Da muss es jetzt echt schnell gehen.“ Die öffentliche Auslegung hat gerade begonnen. Das Gewerbegebiet Hafenham muss sich schnell entwickeln.

Hand in Hand für den Ort

Wie der Zusammenhalt der Vereine so sei, beantwortet Oberhuber gerne und sehr zügig. Ihm gefalle, dass Sportverein, Veteranerverein, Schützenverein, Landjugend und die vielen weiteren so gut miteinander können. Viele unterschiedliche Generationen arbeiteten oft Hand in Hand, um beispielsweise große Jubiläen zu organisieren. Mithilfe ist auch gerade voll vorhanden. „Aktuell wird die Turnhalle renoviert. Mit viel Schmalz in den Armen helfen Mitglieder des ortseigenen Sportvereins kräftig mit. Da wird geschliffen, was das Zeug hält, um die benötigten Bretter glatt zu bekommen. Unentgeltlich aber mit viel Motivation arbeiten die Sportler hier mit. Dem Gemeindewohl zuliebe“, ist Oberhuber begeistert. Überhaupt sei Eiselfing als Wohnort sehr beliebt. Die Nähe zu Wasserburg, schnell erreichbare Einkaufsmöglichkeiten und dennoch eine ländliche Umgebung, dies wäre sehr ansprechend, etwa für junge Familien. Solche will der Rathauschef auch in Zukunft gerne im Dorf haben: „Wir befürworten den Zuzug von Familien sehr, werden weiter Ausschau halten um neues Wohnbaugebiet auszuweisen. Der Ort darf wachsen“.

Viele Punkte gehören abgearbeitet

Eiselfing hat sich noch viel vorgenommen in den nächsten Monaten. Ein Stillstand ist nicht zu erkennen. Mehr ein Rundumschlag: Gewerbegebiet, Wohnbaufläche, aktuell auch die Turnhallenrenovierung. Vor kurzem wurde eine neue Schulküche für den Unterricht eingebaut. Vielfältige Aufgaben, die mit großem Elan erledigt werden, wie es scheint. Die Gemeinde hat sich auch darauf eingeschworen, den Verwaltungsapparat barrierefrei zu gestalten. Einige Umbaumaßnahmen müssen noch gemacht werden, bevor es für jedermann funktioniert.

Entwicklung in Gefahr

„Die Entwicklung des Ortes ist enorm. Leider haben wir das Problem, dass Eiselfing viel zu wenig Wohnbauflächen ausweisen kann. Wir bräuchten deutlich mehr. Erleichterung kam vor kurzem: Wir konnten ein Anwesen im Ort kaufen, und werden schnell dafür sorgen, dass eine Flächennutzungsplan-Änderung erfolgt. Es muss weitergehen“, betont der Bürgermeister.

Zu kämpfen hätte auch seine Gemeinde mit der Demographie, jammert Oberhuber ein wenig. Eiselfing hat eine Mittelschule samt M-Zug-Angebot, 500 Schüler waren es zu Bestzeiten, mittlerweile besuchen lediglich 350 Schüler die Einrichtung. Auch der Kindergarten musste seine Anzahl an Gruppen reduzieren.

Eiselfinger ging nach Alaska

Ob Eiselfing wohl einen echten Vorzeigebürger aus der Geschichte hat? Der Bürgermeister findet schon: „Professor Geist war Ende des 19. Jahrhunderts Lehrer an der Schule in Eiselfing. Sein Sohn wanderte nach Alaska aus und wurde bekannter Forscher. Seit einiger Zeit besteht Kontakt mit Anchorage. Im Gespräch war sogar mal, eine Schule nach dem Professor in Alaska zu ernennen. Eine Lehrkraft von dort kam kurzerhand mal in seine damalige Bayerische Heimat um Eindrücke zu sammeln. Eine Partnerschaft mit der eisigen Stadt bestehe jedoch nicht, heißt es weiter. Jedoch eine Straße mit Namen Otto Geist gibt es in Eiselfing.

Neues Haus für Feuerwehrler

Ein Anliegen in diesem Jahr hat noch eine der insgesamt vier Feuerwehren aus dem Gemeindegebiet. Nach der Gebietsreform 1972 ist Eiselfing aus vier Altgemeinden entstanden. Diese Altgemeinden hatten und haben bislang ihre eigenen freiwilligen Feuerwehren. Aham, Freiham, Bachmehring und Schönberg. Aham benötigt demnächst ein neues Feuerwehrhaus. Vor kurzem wurden Freiham und Schönberg mit einem neuen Wagen bedacht, Bachmehring wird ebenfalls ein neues Gefährt benötigen.

Keine Südumgehung in Sicht

Mit dem Ziel, eine Südumgehung anzutreiben, ging Oberhuber vor 12 Jahren in sein Bürgermeisteramt hinein. Dieses Ziel kann er nicht erreichen. Aus Gründen des Naturschutzes ist der Versuch gescheitert, eine Südumgehung von Wasserburg zu schaffen. Das vielbeachtete Wuhrtal kann allerdings nicht mit integriert werden, eine Lösung liegt in weiter Ferne. Somit gehören laute Laster und stauende Autos an der Kreuzung direkt im Ort auch zukünftig zum Alltag des Ortes. Der Nachfolger des jetzigen Gemeindeoberhaupts werde sich dafür weiter einsetzen müssen.

Quelle: rosenheim24.de

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