Besondere Auszeichnung für zwei Lebensretter

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Thomas und Josef Maurer von der Freiwilligen Feuerwehr Bachmehring.

Eiselfing – Sie riskierten ihre eigene Gesundheit, um einen Verunfallten erfolgreich aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu retten. Jetzt wurden zwei Feuerwehrler aus Bachmehring ausgezeichnet.

Josef und Thomas Maurer von der Freiwilligen Feuerwehr Bachmehring sind für ihren vorbildlichen Einsatz mit einer Ehrennadel des bayerischen Innenministers ausgezeichnet worden. Es ist eine Anerkennung für ihr Tun, um Menschenleben zu retten.

Die Alarmmeldung, welche am 10. Oktober 2013 um 9:52 Uhr aus den Funkmeldeempfängern ertönt, ist dramatisch und eindeutig zugleich: „Bewusstlose Person in einem Tankcontainer, Gewerbegebiet Eiselfing“. Was wenige Jahre zuvor schon einmal ein Übungsszenario dargestellt hat, ist nun plötzlich Realität. Das Brüderpaar Josef und Thomas Maurer trifft zusammen mit weiteren Kameraden der Bachmehringer Feuerwehr kurz nach der Alarmierung als erste Einheit von Hilfskräften am Unfallort ein.

Ausgerüstet mit schweren Atemschutzgeräten steigen sie sofort die Stufen zu einer Arbeitsplattform in einer Fahrzeughalle hinauf. Von dort aus sehen sie beim Blick durch den offenen Deckel eines großen, auf einem LKW-Anhänger transportierten, Tankcontainers einen reglosen Arbeiter am Boden liegen. Dieser ist kurz zuvor noch – eigentlich selbst gesichert durch ein Schutzgerät – mit der anstrengenden Reinigung der Innenwände beschäftigt gewesen. Sich gegenseitig Halt gebend klettern die beiden Feuerwehrmänner nun vorsichtig in den Tank hinein. Rückstände eines Chlor-Benzol-Gemischs verwandeln dabei alle Auftrittsflächen in eine spiegelglatte Oberfläche.

Derweil haben die Feuerwehrkollegen außerhalb des Tanks eilig mehrere Leinen und eine Trage durch die mit scharf riechenden Dämpfen gefüllte Halle nach oben auf den Container geschafft. Während der anwesende Kreisbrandmeister Stephan Hangl den beiden Maurer-Brüdern von der Tanköffnung aus wertvolle Hinweise gibt, gelingt es den beiden nach kurzer Zeit, durch Verknoten eine Leine fest am Körper des Bewusstlosen anzubringen. Mit viel Muskelkraft ziehen ihn wartende Kameraden schließlich über eine provisorische Flaschenzugkonstruktion aus dem Tank und tragen ihn zum bereitstehenden Rettungswagen, wo er von einem Notarzt versorgt werden kann. Der Mediziner bestätigt nach dem Einsatz: Wäre der Arbeiter nur wenige Minuten länger in dem Tankcontainer gelegen, hätte sein Herz unweigerlich aufgehört, zu schlagen.

Trotz der verdienten Auszeichnung mittels Ehrenabzeichen und Urkunde des bayerischen Innenministers bleiben der 20-jährige Thomas und sein Bruder Josef (35) bescheiden: „Natürlich ist das kein alltäglicher Einsatz gewesen. Aber unser einziges Ziel war es, den Mann so schnell wie möglich zu befreien, damit ihm geholfen werden kann. Und das haben wir zum Glück und durch die Unterstützung unserer Feuerwehrkameraden am Ende geschafft.“ Sie freuten sich über die besondere Anerkennung, aber wie für sie sei es auch für alle anderen Feuerwehrleute und Rettungskräfte nicht weniger als eine Selbstverständlichkeit, in Not geratenen Menschen zur Hilfe zu eilen, erklären Josef und Thomas Maurer.

Der gerettete Arbeiter hat den Unfall vom Herbst 2013 übrigens gut überstanden und erfreulicherweise keine bleibenden Gesundheitsschäden davongetragen.

Quelle: rosenheim24.de

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