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Bürgerversammlung mit großer Resonanz

„Die Rücklagen sind aufgebraucht“: Das passiert jetzt in Eiselfing

Bürgermeister Georg Reinthaler (rechts) resümierte bei der Bürgerversammlung das vergangene Jahr. Mit dabei waren (von links): Amts- und Bauamtsleiter Laurentius Fischer, Schulrektorin Nadine Sauer und Kämmerer Klaus Huber.
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Bürgermeister Georg Reinthaler (rechts) resümierte bei der Bürgerversammlung das vergangene Jahr. Mit dabei waren (von links): Amts- und Bauamtsleiter Laurentius Fischer, Schulrektorin Nadine Sauer und Kämmerer Klaus Huber.

Spannende Themen bei der Bürgerversammlung: Hier drückt den Eiselfingern der Schuh.

Eiselfing – Mehr als doppelt so viele Besucher haben heuer die Bürgerversammlung in Eiselfing im Gasthaus Sanftl besucht. Gleich zu Anfang hatte Kämmerer Klaus Huber schlechte Nachrichten: „Die Rücklagen sind fast vollständig aufgebraucht“, sagte er, um gleich zur Beruhigung anzufügen, dass dies fast ausschließlich für den „Sozialen Wohnungsbau der Gemeinde“ geschehen ist. Viel Geld sei dafür im vergangenen Jahr in die Hand genommen und mit einem hohen Vorfinanzierungsvolumen investiert worden. Weil dafür ein Darlehen aufgenommen werden musste, erhöhte sich der Schuldenstand der Gemeinde auf 2,6 Millionen Euro.

Eine Investition in die eigene Infrastruktur, die sich jedoch doppelt zu lohnen scheint. „Sozial benachteiligte Kinder, Frauen und Männer aus der Gemeinde erhalten bezahlbaren Wohnraum. Die Gemeinde selber erhält kalkulierbare Mieteinnahmen über viele Jahre hinaus“, ist dazu die Meinung im Rathaus und im Gemeinderat. Wann die Wohnungsvergabe für die Eiselfinger beginnt, wird in wenigen Wochen in der Presse und im Gemeindeblatt bekannt gegeben.

Finanzierung der Feuerwehrfahrzeuge

Größere Ausgaben fielen unter anderem für die Finanzierung der neuen Fahrzeuge für die Feuerwehren Aham, Bachmehring, Kerschdorf und Schönberg an. „Hohe Preise der Firmen und eine trotzdem zurückhaltende Angebotspalette erschwerten uns die Situation“ sagte Reinthaler als ehrenamtlicher Feuerwehrmann dazu. Hohe Kosten entstanden auch bei den Trägeraufgaben der Gemeinde für die beiden Kindergärten, der Kinderkrippe und der Grund- und Mittelschule.

Obwohl sämtliche Investitionen die eigene Wertschöpfung steigern, bedarf es dazu auch entsprechender Einnahmen. Hier zeigte sich Huber einigermaßen zufrieden. Denn trotz einem weiteren Coronajahr sind die Steuereinnahmen „leicht steigend“ geblieben. Dazu gebe es noch staatliche Zuweisungen und Zuschüsse. Insgesamt eine noch beruhigende Entwicklung im Haushaltsjahr 2021, so der Kämmerer. Für die kommenden Jahre sei es aber notwendig, wieder Rücklagen zu bilden.

Vorrangige Investitionen

Die vorrangige Investition in den nächsten Jahren wird seiner Meinung nach die Schulgebäudesanierung, „die irgendwann fällig sein wird“. Andere größere Wunschlisten werden da wohl hinten anstehen müssen. Zum Sachstand Mittelschule wies Reinthaler auf die umfangreiche Berichterstattung in der Presse hin und stellte zusätzlich die voraussichtliche datenbasierte positive Entwicklung der Schülerzahlen vor. „Und nachdem bisher keine Gemeinde aus dem Mittelschulverband ausgetreten ist, besteht dieser auch weiterhin“ sagte der Bürgermeister, der zugleich auch Vorsitzender des Mittelschulverbands ist. „Wenn die notwendigen Arbeiten für die Dachstatik erledigt sind, können wir davon ausgehen, dass wir für die nächsten fünf Jahre die entsprechende Prüfungszulassung erhalten“, meint er.

Dass die Auslastungsquote für die Kinderbetreuungseinrichtungen in der Gemeinde jetzt schon für das neue Kindergartenjahr erreicht ist, war nicht unbedingt neu. Einzelne ortsansässige Kinder stehen deshalb nun auf der Warteliste. Mehr Platz – jedoch nicht mehr Plätze – wird es ab Herbst in der neu gebauten Kinderkrippe geben.

Digitalisierung des Rathauses

Für 2022 steht außerdem die Digitalisierung im Rathaus an. Ab Juni wird für die Bürgerschaft und alle Interessierten eine App zur Verfügung stehen, die über Neuigkeiten und Ereignisse, beispielsweise Termine oder Absagen von örtlichen Veranstaltungen, informiert.

Wenig bis keine Fortschritte gibt es nach der Aussage des Bürgermeisters in der „unendlichen Geschichte“ für ein notwendiges neues Wasserschutzgebiet zur Trinkwasserförderung in Wimpasing. „Obwohl wir dazu eigentlich keine Zeit mehr haben“ wie Reinthaler zum bisherigen, mehr als zehnjährigen Verfahren sagte. „Zumindest konnte die geplante Maßnahme nun in die Auslegung gehen. Die finanzielle Vorstellung jedoch liegt weiterhin recht weit auseinander“, so Reinthaler.

Weiter rief der Rathauschef die Bürger dazu auf, sich weiterhin sozial zu engagieren. „Gerade als Mitglied der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer-Seenplatte gibt es über das LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union einen gut gefüllten Topf, aus dem wir schöpfen können“ verdeutlichte er.

„Enormes“ bürgerschaftliches Engagement bewiesen im Jahr 2021 viele Jugendliche der Gemeinde beim Bau des Mountainbike-Parcours „Weiher-Trail“. „Durch die intensive Mitarbeit der jugendlichen Radl-Biker konnten die Kosten im Rahmen der freigegebenen 25.000 Euro gehalten werden“, so der Bürgermeister.

Fußweg, Biberbedrohung und Immobilienkauf: Das beanstanden die Einwohner

In der Bürgerversammlung in Eiselfing beanstandete ein Bürger, dass in Perfall ein Fußweg neben der Kreisstraße benötigt werde. Bürgermeister Georg Reinthaler verwies auf die mangelnde Zustimmung des Landratsamts. Er sicherte aber zu, erneut darauf aufmerksam zu machen.

Ein Landwirt monierte, dass sein Waldstück vom Biber bedroht sei. „In meinem Wald aber auch im Laimbach sind die Schäden enorm. Fische und Krebse sowie die Tannen und Laubbäume werden Beute des Nagers“, klagte er. Die zwei einbestellten Biberberater hätten ihm mitgeteilt, dass sich sein Gebiet „in der roten Schutzzone“ befinde. Der Bürgermeister war verwundert, dass dies mit dem in der Gemeinde bekannten Biberbeauftragten so abgelaufen sei. Er werde deshalb mit ihm in Kontakt aufnehmen, um das Problem zu besprechen.

Weiter ging es um die Gemeindestraßen zwischen Spielberg und Kerschdorf. Dort sollen Hinweisschilder „Geschlossene Ortschaft“ aufgestellt werden. „Ist eigentlich erledigt“, so der Bauamtsleiter Laurentius Fischer, „aber die bestellten Schilder sind noch nicht da. Seit April 2021 warten wir darauf“ sagte er.

Eine Frage eines Bürgers war zum Thema Immobilienkauf. Er wollte wissen, warum die Gemeinde bei Kaufangeboten nicht stärker mit einsteige. Reinthaler stellte klar: „Die Hauptimmobilie für die Gemeinde ist die Schule. Einen eigenen Etat für Immobilienankäufe kann es aus haushaltstechnischen Gründen deshalb nicht geben“, erklärte er. Der Rathauschef erinnerte an die Zahlenpräsentation von Kämmerer Klaus Huber. Dabei sei deutlich geworden, dass Rücklagen gebildet werden müssten, für die „irgendwann“ anstehende Gebäudesanierung der Grund- und Mittelschule.

Mehr Verkehrssicherheit

Außerdem wurde von beanstandet, dass der 2021 fertig gewordene Minikreisverkehr an der Kreuzung in der Dorfmitte mehr Verkehrssicherheit bringen sollte. In der Diskussion wurde jedoch von Anwohnern weiterhin über die Lkw-Überlastung in Richtung zum Wasserburger Gewerbegebiet „Tegernau“ geklagt. „Warum wird in Wasserburg bei der Abzweigung von der Salzburger in die Eiselfinger Straße kein Schild mit dem Hinweis zum Gewerbegebiet aufgestellt?“ wollten gleich mehrere Fragesteller wissen. Der Bürgermeister entgegnete, dass „die zuständige Behörde das Schild an der Abzweigung beim Reifenhändler abgelehnt hat.“

Ebenso wurde sich über den stark zugenommenen Verkehr auf der Kreisstraße Richtung Amerang beklagt. Nach Aussage von betroffenen Anwohnern ist der Verkehrsfluss auf der Kreisstraße in Richtung Kreisverkehr unterhalb von Evenhausen ständig steigend und die Pkws wären sehr laut und schnell unterwegs. Bürgermeister Georg Reinthaler als Bürgermeister sagte dazu: „Autokennzeichnen aufschreiben und an die Polizeidienststelle in Wasserburg melden. Die Bürger forderten eine Geschwindigkeitsbeschränkung, die – nach einer Verkehrsschau im Ort durch die zuständigen Behörden – abgelehnt wurde. Es sei entschieden worden, dass es für die Kreisstraße dort keine Möglichkeit zur Beschränkung gebe, so der Rathauschef.bua

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