"Aggressive Hundehalter aus Nachbarlandkreisen"

Naturlehrpfad in Bachmehring bald nur noch für angeleinte Hunde? 

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Dürfen Hunde am Naturlehrpfad in Bachmehring im Gemeindegebiet Eiselfing künftig nur noch an der Leine spazieren geführt werden? 
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Eiselfing - Hunde gehören an die Leine - oder etwa doch nicht? Die Meinungen beim Thema Leinenpflicht gehen auseinander. Aktuell im Fokus: Der Naturlehrpfad in Bachmehring.

Eine längere Diskussion brachte der Tagesordnungspunkt sechs der jüngsten Gemeinderatssitzung am 5. Dezember mit sich: Es ging um die mögliche Einführung einer Leinenpflicht für Hunde im Bereich des Naturlehrpfades am Schwarzmoosbach in Bachmehring

Aggressive Hundebesitzer aus Nachbarlandkreisen 

Mehrere Bürger seien in letzter Zeit an Bürgermeister Georg Reinthaler mit Beschwerden herangetreten. Die Hundehalter, die mit ihren Tieren am Naturlehrpfad Gassi gehen, seien "teilweise aggressiv gegenüber Spaziergängern", sobald man diese auffordere, ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Auch liegengelassene Hinterlassenschaften der Vierbeiner seien ein Problem. Einigen Anwohnern fiel zudem auf, dass viele Autos mit "Kennzeichen aus Nachbarlandkreisen" in Eiselfing parken und mit ihren Hunden gezielt am Naturlehrpfad spazieren gehen würden. 

Die Mehrheit des Gemeinderats habe sich in der Sitzung dafür ausgesprochen, am Naturlehrpfad eine Lösung mit Leinenpflicht zu favorisieren. Doch so einfach ist das nicht, denn die Gemeinde ist an rechtliche Hürden gebunden: "Selbst wenn wir wollten, dürften wir kein Verbot von freilaufenden Hunden über das gesamte Gemeindegebiet aussprechen. Da spielt der Tierschutz eine Rolle, so steht es im Gesetz über das Landesstrafrecht und das Verordnungsrecht (LStVG)", erklärt der geschäftsleitende Beamte im Rathaus, Oskar Pircher. 

Die Gemeinde könne lediglich "für Kampfhunde sowie große Hunde" ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern und einem Gewicht von mindestens 18 Kilogramm eine "Einschränkung des freien Umherlaufens" bestimmen, heißt es in Absatz eins des Artikels 18, LStVG. Der Geltungsbereich einer Verordnung müsse jedoch auf "die örtlichen Verhältnisse abgestimmt" sein, wobei auch dem "Bewegungsbedürfnis der Hunde ausreichend Rechnung" zu tragen sei. 

Mögliches Hunde-Freilauf-Verbot am Naturlehrpfad mit Bußgeldern? 

Pircher weiter: "Eine Leinenpflicht ausschließlich für große Hunde lehnen wir ab. Auch ein Dackel kann einem Radfahrer zwischen die Räder kommen oder einen Spaziergänger anspringen. Uns ist es wichtig, dass die Hunde weiterhin frei laufen dürfen. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Die Möglichkeit, für den besonderen Fall Naturlehrpfad eine Verordnung für alle Hunde mit entsprechenden Bußgeldern bei Verstößen zu erlassen, schließen wir in dieser Debatte nicht aus." Bei dem allseits beliebten Wanderweg zwischen Eiselfing und Bachmehring handle es sich schließlich weder um eine öffentliche Straße noch um einen gewöhnlichen Feldweg. 

Die Eiselfinger Gemeinderäte vertagten am Ende eine Entscheidung und beauftragten die Verwaltung, realistische Möglichkeiten und die Option des Erlasses einer Satzung für den Bereich Naturlehrpfad am Schwarzmoosbach in Bachmehringzu prüfen. Oskar Pircher schätzt, dass man dem Gemeinderat in einer der ersten Sitzungen Anfang 2018 erste Lösungsvorschläge bieten könne. 

Hundehalter vs. Spaziergänger: 

mb

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