Waldbesitzer und Jäger ziehen an einem Strang

Jagdgenossen: "Es wird mehr geschossen als vor zehn Jahren"

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Die Jagdgenossenschaft Aham lud zum Rehragout: Beim gemeinsamen Gespräch mit den Waldbesitzern merkte man schnell, dass man an gleichen Zielen festhält, dem Wohle des Waldes.
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Eiselfing - Es solle vorwärts gehen und das sei nur gemeinsam möglich. Ein Aufruf von Jagdvorsteher Josef Lebmeier, dem sich zahlreiche Gleichgesinnte anschließen, betreffe es doch ein so wichtiges Anliegen: Die Wälder aus der Region.

Das notwendige Gleichgewicht der Wildtiere im Wald und ein gesundes Wachstum der Bäume, besonders auch der jungen Triebe.

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Beim gschmackigen Rehragout kam man zusammen und ratschte über gemeinsame Belange: Jäger, Jagdpächter und Waldbesitzer an einem Tisch. Sie alle haben ein gleiches Hobby und viel Arbeit, zugleich aber auch Freude damit: Mit dem Wald und seinen vielen Aufgaben. Die Jagdgenossenschaft Aham lud zur Versammlung ins Gasthaus Lax nach Alteiselfing ein. Jagdvorsteher Josef Lebmeier aus Alteiselfing zeigte sich erfreut, dass sich Jäger und Waldbesitzer wieder einmal an einen runden Tisch gesellten, um Probleme anzusprechen und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten. Zahlreiche Waldbegehungen wurden gemacht in den vergangenen Wochen und so mancher Verbiss aufgelistet.

Jagdvorsteher Josef Lebmeier sprach oft sehr direkt, doch immer gekonnt und deutlich zu den Anwesenden

Besonders die Tannen gelten als momentaner Leckerbissen, berichteten einige anwesende Waldbesitzer. Regelmäßig in den gepachteten Revieren unterwegs seien die Jäger allesamt gewesen, lobte Jagdvorsteher Lebmeier. Es seien die Abschusszahlen eingehalten worden, es werde mehr geschossen als vor zehn Jahren. „Uns beschäftigt, dass es in manchen Waldstücken dennoch großen Verbiss gibt, obwohl der dort aktive Jäger gute Arbeit geleistet hatte“, so Lebmeier in der Versammlung im Gasthaus Lax in Alteiselfing.

Oft wurden die Tannen mit speziellen Spiralen geschützt, doch dies sei nicht unbedingt die beste Lösung, zeigten sich etliche Anwesende überzeugt. Auch das Wegsterben der Eschen war Thema in der regen Diskussion.

Jagdbetrieb geht weiter

Die Jagdpachten wurden allesamt verlängert. Jäger der Jagdgenossenschaft Aham baten um die jeweiligen Verlängerungen und bekamen „ihr Revier“ allesamt wieder. Jagdvorsteher Josef Lebmeier sprach an, dass das gemeinsame Interesse von Waldbesitzer und zuständigem Jäger verbinde und man immer im Gespräch miteinander bleiben müsse. „Nur so kann es unkompliziert funktionieren“, so Lebmeier. Dass das Gespräch untereinander wirklich gut funktioniere, merkte man bei der Versammlung.

Das Problem mit "Anderen"

Zahlreiche Themen kamen „auf den Tisch“, auch die Wildschweine. Immer wieder komme es zu Begegnungen solcher Art, so einige Jäger aus der Umgebung. Nicht nur die Wildschweine, auch der Waldtourist sei schon zum Problem im Jägeralltag geworden.

Weil viele Bürger gerne draußen in den Wäldern spazieren gehen, und teils lautstark mit Hund, Kind und Kegel unterwegs seien, fehle es an der für den Jagdbetrieb notwendigen Ruhe, betonten Jäger aus dem Gebiet. Naturverjüngung ganz entscheidend

Franz Abinger aus Feldkirchen erklärte, wie er bei sich daheim den Wald bewirtschaftet und warum ihm Naturverjüngung besonders am Herzen liegt

Einen Gleichgesinnten haben sich die Jagdgenossen Aham zur Versammlung in die Wirtsstube nach Alteiselfing geholt. Franz Abinger bewirtschaftet in Feldkirchen gut 32 Hektar Holz.„So wie bei den Jägern die Jagd ist bei mir das Holz meine große Leidenschaft“, erzählt Abinger. Auf eine kurze Stippvisite lud er Jagdvorsteher Josef Lebmeier in seinen Wald ein. Lebmeier schwärmte, wie toll Abinger sein Holz in Schuss hält. Der überzeugte Waldbesitzer erklärt, dass ihm nun an einer Verjüngung gelegen sei. Im Bestand zähle er viele alte Tannen sein Eigen, Naturverjüngung sei hier das „Non plus Ultra“, so Franz Abinger. „Die gepflanzten jungen Tannen aus Baumschulen sind nicht so robust wie diejenigen Bäumchen, die aus dem eigenen Wald stammen, haben wir die Erfahrung gemacht“, zeigt sich der Waldbesitzer aus Feldkirchen überzeugt. Die Baumentnahme funktioniere in seinem Wald nach dem Einzelentnahmeprinzip. Er halte wenig von der Arbeit mit dem Prozessor, so Abinger.

Er ist sich sicher, dass durch gezielten Abschuss ein gesundes Verhältnis an Rehbestand zusammenkommen würde und die Rehe sicher nicht ausgehen werden. B

iber wird für Wälder zum Problem

Große Sorge haben die Waldbesitzer, die Eigentum im Zugehörigkeitsbereich der Jagdgenossenschaft Aham haben, weil der Biber viel Schaden anrichtet. D

ie Waldbesitzer aus dem Gemeindegebiet Eiselfing fühlen sich nicht verstanden, bangen um ihren Besitz und sehen den Biber am Gewinnen. „Hier sind wir eindeutig die Verlierer, aber wir sollten dennoch Schäden melden und nicht aufgeben“, ermutigt Jagdvorsteher und Waldbesitzer Josef Lebmeier seine Genossen. Der Biberbeauftragte der unteren Naturschutzbehörde und auch die Gemeinde Eiselfing wüssten um den beliebten Lebensraum des Tieres in den Ortsteilen. „Es blutet einem das Herz, wenn die Bäume regelrecht vernichtet werden“, so ein Waldbesitzer, der sich zur Versammlung der Jagdgenossenschaft Aham dazu gesellte.

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