Räumung der Asylbewerberunterkunft in Aham 

Bürgermeister: "Mit solchen Überprüfungen werden Privateigentümer vergrault"

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Die Asylbewerberunterkunft in Aham wurde am 3. März kurzfristig geräumt und steht seitdem leer. 
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Eiselfing - 19 Asylbewerber mussten ihr neues Zuhause in Aham vor gut einer Woche plötzlich aufgeben. Brandschutzrechtliche Vorgaben zwangen sie zu einem Umzug in die Containersiedlung nach Babensham. Die Hintergründe: 

Auf Veranlassung des Bauamtes im Landratsamt Rosenheim musste die Asylbewerberunterkunft im Ortsteil Aham der Gemeinde Eiselfing kurzfristig geräumt werden. Das berichtete das OVB. Der Grund: Das Privatgebäude entspreche nicht mehr den vorgegebenen Brandschutzverordnungen.   

Erneute Überprüfung aller Unterkünfte mit mehr als 12 Personen 

Michael Fischer, Pressesprecher des Rosenheimer Landratsamts, erklärt auf Nachfrage von wasserburg24.de, dass die Anfang 2015 angemieteten Räumlichkeiten der Ahamer Unterkunft in Bezug auf Rettungswege und Rauchmelder im Dezember 2014 überprüft worden seien. "Eine neue Auflage fordert jetzt eine erneute Überprüfung aller Asylbewerberunterkünfte mit mehr als 12 Personen. Daher musste sich auch die Unterkunft in Aham einer Überprüfung unterziehen, bei der die Türen im Inneren des Gebäudes auffielen: Im Brandfall würden sie einem Feuer nicht standhalten und entsprachen demnach nicht mehr den brandschutzrechtlichen Vorgaben", erklärt Fischer. Aufgrunddesesen musste die Unterkunft am 3. März geräumt werden.

Der Eingang zur geräumten Asylbewerberunterkunft in Aham. 

Interesse daran, die Unterkunft wieder ins Leben zu rufen

Im Eiselfinger Gemeinderat sorgen die Gründe der plötzlichen Räumung für Kopfschütteln, erklärt Bürgermeister Georg Reinthaler gegenüber wasserburg24.de. 

Der Eigentümer habe Rauchmelder und Feuerlöscher angebracht, das Treppenhaus sei frei und das Haus von allen Seiten für die Feuerwehr zugänglich. "Einzig bei den Türen im Inneren des Hauses liegt die Wurzel allen Übels", so Reinthaler. "Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Gebäudeeigentümer haben ein großes Interesse daran, die Mängel zu beheben und das Gebäude wieder als Asylbewerberunterkunft ins Leben zu rufen."

Die Asylbewerber aus Senegal und Mali hätten sich laut Bürgermeister Georg Reinthaler stark in das Dorfleben eingelebt und integriert. "Die Rückmeldungen, die ich jetzt aus der Containersiedlung in Babensham bekomme, sind natürlich nicht sehr positiv", bedauert Reinthaler. "Es gab in Aham ein sehr gutes Zusammenspiel zwischen dem Helferkreis, den Asylbewerbern und der Nachbarschaft. Wir hatten hier nie Probleme oder negative Vorfälle, wie man es manchmal aus anderen Unterkünften hört." Die Gemeinde wünscht sich den ursprünglichen Zustand. 

Privateigentümer werden vergrault

Sowohl der Eigentümer als auch die Gemeinde haben einen Brief an das Landratsamt geschrieben, in dem sie schildern, wie und mit welchen Mitteln sie die Asylbewerberunterkunft wieder ins Leben rufen wollen. 

"Ich habe dem Landrat auch die Frage gestellt, in welche Richtung er in Sachen Asyl langfristig tendieren will - mit solchen Aktionen wie der erneuten Überprüfung von Unterkünften werden Privateigentümer abgeschreckt und vergrault, ihre Gebäude zur Verfügung zu stellen, wenn für sie ein Mehraufwand ersichtlich wird", befürchtet Reinthaler. "Wir warten jetzt auf eine Antwort aus Rosenheim, bleiben dran und müssen schauen, wie es in der Geschichte weitergeht."

mb

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