Nach Party-Eskalation in Eiselfing

Privatpartys: "Polizei will kein Spielverderber sein"  

  • schließen

Eiselfing - Am Samstag musste die Polizei mit einem Großeinsatz eine ausufernde Party beenden. Wie kann vorsorglich vermieden werden, dass Privatpartys aus dem Ruder laufen? 

Wann wird Großalarm bei der Polizei ausgelöst? 

"So pauschal kann man das nicht einteilen", erklärt Polizeisprecher Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Nachfrage von wasserburg24.de. Ein Großeinsatz der Polizei käme ganz auf die Art der Party und die Location an. In der Regel würden Ruhestörungen oder Lärmbelästigungen die Polizei auf den Plan rufen. "Wir versuchen natürlich erst vor Ort zu schlichten und wollen nicht als Spielverderber die Festivität unverzüglich auflösen", mahnt Guske. "Bei einer Party mit rund 400 Gästen kommt man aber mit nur einer Streife nicht weit. Da braucht's Verstärkung.

Die Frage nach der Haftung

Die Verantwortung liegt immer bei dem, der einlädt, so Guske "Der Gastgeber muss sich im Klaren sein, wie viele Gäste er beherbergen kann, ohne dass es Ärger gibt. In der Regel sind Privatpartys auch nicht angemeldet. "Es gibt hier keine verpflichtenden Vorschriften für die Anmeldung einer Privatparty. 

"Anders sieht es mit der Haftung aus, wenn randaliert wird oder die Gäste tätlich werden. Dann ist nicht der Gastgeber verantwortlich, sondern der jeweilige Unruhestifer. Wäre der in Eiselfing geworfene Zementsack beispielsweise auf einem Polizeiauto gelandet, wäre der Schuldige wegen Sachbeschädigung zur Rechenschaft gezogen worden", erklärt Guske die Sachlage. 

Kann eine Eskalation vermieden werden?

"Der Veranstalter einer Privat-Party muss sich von Anfang an bewusst sein, dass seine Veranstaltung jederzeit ausarten kann", erklärt Guske. Wenn man plant, eine größere Zahl an Gästen einzuladen, sollte vorab Vorsicht geboten sein und der Gastgeber sich genau überlegen, in welchem Rahmen sich das Ganze abspielen soll und wie lange er laut sein dürfe. Meist helfe schon ein klärendes Gespräch mit den Nachbarn, dass es etwas lauter werden könnte. "Es kann auch helfen, die Anlieger einfach miteinzuladen", so Guske.

"Bei den Facebook-Partys haben die Leute schließlich auch dazugelernt. Das war ein Phänomen der sozialen Netzwerke, das mittlerweile zum Glück abgeebbt ist. Normalerweise gehen Privatparty im Landkreis problemlos über die Bühne und ohne, dass die Polizei einschreiten muss", so Guske abschließend. "Dass wir eine Party mit einem solch polizeilichen Aufwand wie in Eiselfing auflösen müssen, ist und bleibt definitiv die Ausnahme." 

mb

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

Zurück zur Übersicht: Eiselfing

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser