Aufgeregter als das Brautpaar selbst

Bürgermeister Reinthaler im Hochzeitsfieber

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Bürgermeister Georg Reinthaler mit dem Brautpaar, dass sich vor einigen Wochen vom frischgewählten Rathauschef in Eiselfing trauen ließ.
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Eiselfing – Einige Brautpaare hat er bereits verheiratet. Georg Reinthaler hat die ehrenhafte Aufgabe, Trauungen im Rathaus vorzunehmen. Die Aufregung ist riesig, vor allem beim Rathauschef selbst.

„Ganz schön spannend“ findet Georg Reinthaler die Aufgaben, die ihm seit einigen Monaten obliegen. Dazu gehört auch, dass er für’s Heiraten zuständig ist.

Reinthaler hat nun schon einige Brautleute verheiratet, bislang gab es keine Pannen. Obwohl die Aufregung riesig gewesen sei, heißt es vom Gemeindeoberhaupt.

„Ich war bei den ersten beiden Trauungen aufgeregter als das Brautpaar selbst“ glaubt Reinthaler. Das erste Paar, das von dem jungen Bürgermeister getraut wurde, machte es ihm jedoch leicht. „Der Bräutigam ist ein Feuerwehrkollege von mir, das hat die ganze Situation durchaus entspannt“ blickt Reinthaler zurück.

Gute Vorbereitung ist alles

Mit einem Buch der hundert besten Trauungsreden, vielen eigenen Ideen und einem Merkblatt im Gepäck, verheiratet Reinthaler seit Kurzem Brautpaare aus Eiselfing. „Ich habe vorher einen Kurs gemacht und zudem viele Tipps vom Standesamt in Wasserburg bekommen, somit war ich theoretisch schon mal gut auf die Zeremonien vorbereitet“, berichtet Reinthaler.

Wenn jedoch alle Hochzeitsgäste und das Brautpaar gespannt auf ihn blicken und voller Vorfreude seien, dann sei die Nervosität ganz weit oben, erinnert sich Georg Reinthaler im Gespräch mit wasserburg24.de.

„Bei der ersten Trauung war es tatsächlich so, dass das Paar total entspannt war und ich derjenige, der im absoluten Hochzeitsfieber steckte“ schmunzelt der Bürgermeister.

Ohne Unterschrift wäre es peinlich

Hinter einer Trauung steckt viel Formalie. Doch das Standesamt bereitet vorab schon viel her, um bei der Zeremonie im Rathaus alles sehr persönlich und vor allem menschlich halten zu können. „Wichtig bleiben aber die beiden Unterschriften, damit man die nicht noch nachträglich einfordern muss, das wäre peinlich“ so Reinthaler.

Damit jede vorgenommene Trauung auch persönlich auf das Paar zugeschnitten ist, lädt der Bürgermeister vorab zu einem Gespräch. „Dann frage ich nach den Anekdoten des Kennenlernens oder nach bestimmten Marotten des Anderen und so kommt dann auch die Trauung sehr persönlich rüber“ ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher.

Stimmung kann ganz unterschiedlich sein

Jede Trauung braucht eine besondere Stimmung. Georg Reinthaler versucht, den Rahmen der Zeremonie mal besonders romantisch, mal locker zu halten und kam bislang mit seinen Ideen sehr gut bei den Hochzeitsgesellschaften an. „Wenn man nicht immer nur nach Fahrplan etwas abhandelt, sondern eben auch auf das Paar zugeschnittene Worte findet, entsteht eine besondere Stimmung“, verrät Reinthaler.

Er habe sich vorgenommen, diese Aufgabe besonders menschlich abzuhandeln, schließlich sei es ein besonderer Tag für Diejenigen, die sich hier das Jawort geben würden.

In Eiselfing darf die Familie viel mitgestalten

„Es ist eine der tollsten Aufgaben als Bürgermeister, ein Brautpaar mit einer schönen Zeremonie glücklich zu machen“ schwärmt der kommunale Grünen-Politiker nach seinem erfolgreichen Start des Verheiratens.

Dabei ist ihm vor allem eines auch wichtig: Wenn die Familie der Brautleute sich in die Gestaltung der Trauung einbringen möchte oder auch der Sitzungssaal vorher geschmückt werden soll, dann öffnet der Bürgermeister gerne einen Tag vorher schon einmal die Pforte des Sitzungssaals. „Es ist doch wunderbar, wenn hier eine glückliche gemeinsame Zeit mit einer schönen Hochzeit im Rathaus beginnt“ ist sich Reinthaler sicher.

Vorab habe er sich schon mit ein paar Standesbeamte aus der Region unterhalten, und von möglichen Pannen und Besonderheiten erfahren. „Ein Kollege aus einer Nachbargemeinde hat mir mitgeteilt, dass das erste Paar, das er vor dem Standesamt betreut hatte, mittlerweile schon wieder geschieden sei“ berichtet Reinthaler erschrocken.

„So einen Start hab ich natürlich nicht vorgesehen, aber ich vertrau da jetzt in Eiselfing ganz klar den Brautpaaren, dass das jetzt zumindest nicht geplant ist“ lacht das Gemeindeoberhaupt. Glücklich hätten sie ausgeschaut, die ersten beiden Brautpaare, die Georg Reinthaler im Sitzungssaal trauen durfte.

Der Ablauf recht offiziell

Ein festlicher Rahmen braucht auch einen Bürgermeister, der sich ganz offiziell dieser Aufgabe eines Standesbeamten widmet. So trägt Georg Reinthaler bei den Zeremonien die Bürgermeisterkette, und das Formelle bleibt trotz persönlich zugeschnittener Trauungsrede freilich erhalten.

Wie viele andere „Neubürgermeister“ hat auch Reinthaler einen Workshop gemacht, der von einem leitenden Standesbeamten aus München im Landratsamt abgehalten wurde. „Uns wurde erklärt, auf was wir unbedingt achten müssen und welche formellen Abläufe unbedingt notwendig sind“, berichtet Reinthaler.

Auch auf spezielle Gegebenheiten sei man vorbereitet worden, ertönt es aus dem Rathaus. „Wenn beispielsweise ein Brautpaar mit einer nicht-deutschen Staatsbürgerschaft bei uns in Eiselfing heiraten würde, wäre einiges zu beachten in den formellen Vorbereitungen“, erklärt der Rathauschef.

Doch mit den Tipps und Merkblättern sei er nun bereit, in Eiselfing vielen Brautpaaren einen unvergesslich schönen Tag zu bescheren. Georg Reinthaler zeigt sich besonders offen in Bezug auf bestimmte Daten oder Termine für Trauungen im Eiselfinger Rathaus.

Ob Eiselfing zu einer Art „24-Stunden-Standesamt für Trauungszeremonien“ umfunktioniert wird, steht momentan aber nicht zur Debatte.

„Einen Lieblings-Termin, der für alle Beteiligten zum Heiraten am schönsten ist, werden wir aber bestimmt immer finden“ betont Reinthaler.

Die Brautpaare, die bislang vom neuen Bürgermeister getraut wurden, zeigten sich total begeistert von der netten Art und Weise, wie Reinthaler die Zeremonie abgehalten hatte. Julia und Josef Herzog sowie Kathrin und Christoph Bichlmeier fanden gleichermaßen: „Es war ein schöner Tag und im Rathaus hat alles richtig toll funktioniert“.

Routine wird das „Verheiraten“ für den Bürgermeister dennoch nie: „Auch wenn ich zukünftig nicht mehr ganz so aufgeregt sein werde, jede Trauung bleibt etwas Besonderes“, so das Gemeindeoberhaupt abschließend.

Quelle: rosenheim24.de

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