Pferdestall-Besitzer zum Großbrand in Hebertsham 

"Als wir die Pferde befreiten, fielen schon erste Trümmer zu Boden!" 

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Das Feuer hat den ehemaligen Pferdestall beinahe vollständig vernichtet. In der Brandruine untersuchten Kriminalbeamte verwertbare Spuren. 
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Hebertsham/Eiselfing - Rauch, Brandgeruch und Flammen waren bis nach Wasserburg wahrzunehmen: Lichterloh stand am frühen Sonntagabend des 8. Januars ein Pferdestall in Hebertsham bei Eiselfing in Flammen. Der Anblick der Ruine einen Tag nach dem Großbrand schockiert. 

Kalter Rauch zieht noch über die Felder, verkohlte Holzbalken säumen das Gelände, der Geruch von verbranntem Material steigt in die Nase und immer wieder flammen kleine Rauchwolken an der Ruine auf: Die Reitanlage in Hebertsham ist deutlich gezeichnet von dem massiven Brand am frühen Sonntagabend. Der Großbrand, vermutlich ausgelöst durch einen am Pferdestall angrenzenden Heustadel, zerstörte das alte Gebäude beinahe vollständig. Von dem Zuhause der rund 24 Pferde sind nurmehr Mauern übrig. Alle Tiere konnten glücklicherweise gerettet werden. 

Bei Tageslicht wird das Ausmaß des Brandes in der Reitanlage ersichtlich. 

"Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus"

Der Schock sitzt indes noch tief, das ist Besitzer Franz Frank anzumerken. "Ich habe kaum geschlafen heute Nacht." Bis in die frühen Morgenstunden seien die Wehren damit beschäftigt gewesen, die rund 350 Heuballen außerhalb der Brandruine zu löschen und in Schach zu halten. "Die staubtrockenen Ballen hören ja das Brennen nicht mehr auf", erklärt der Pferdestall-Besitzer. 

Wie wurde das Feuer entdeckt? "Ein Angestellter wollte einen Ballen aus dem Heulager holen, da sah er das Feuer und schlug sofort Alarm", erinnert sich Frank an die Situation am Sonntagabend. Dann ging alles sehr schnell: "Die Flammen waren von einer Sekunde auf die andere überall und breiteten sich rasend schnell aus, so schnell kann nicht mal ein Eichhörnchen auf einen Baum klettern. Plötzlich brannte der ganze Stall lichterloh. In Windeseile holten wir die Pferde aus den Boxen. Als ich das zweite Mal zu den Pferden zurück gehen wollte, fielen schon die ersten Trümmer zu Boden", schildert der Pferdestall-Besitzer mit stockender Stimme die Brandkatastrophe. 

Glücklicherweise konnten alle Pferde rechtzeitig befreit werden. Die Tiere liefen über die Felder bis nach Evenhausen, konnten aber nach wenigen Stunden wieder eingefangen werden - auch dank der vielen Helfer, die sofort handelten. 

Ein Helfer auf dem Hof erklärte, ihm gehörten einige "Stunt-Pferde" in dem Stall, die seien aufgrund regelmäßiger Übungen immerhin nicht panisch geworden. Verletzt wurden bei dem Großbrand weder Mensch noch Tier. Lediglich zwei Männer zogen sich leichte Verletzungen beim Befreien der Tiere aus den Boxen zu. 

Der gesamte Pferdestall wurde ein Raub der Flammen.

Sachschaden wohl im höheren sechstelligen Bereich

Der Sachschaden beträgt ersten Schätzungen zufolge wohl mehrere hunderttausend Euro. "Ich rechne mit über einer halben Million Euro", sagt Frank traurig. Zur Brandursache hat der Pferdestall-Besitzer keine konkrete Idee, seine Vermutungen gehen in alle Richtungen: "Ich verstehe das alles gar nicht, die Ballen, die Feuer fingen, waren oberhalb der Stallungen gelagert, dort gibt es kein Licht, keine Stromanlage ..."  

Zur Klärung der Brandursache sind noch immer Beamte der Kriminalpolizei in Hebertsham zugange, die versuchen den Hergang des Brands zu rekonstruieren. "Unglaublich schwierig, nach einem Vollbrand wie diesem konkrete Ergebnisse zu geben", erklärt ein Kriminalbeamter gegenüber wasserburg24.de, während er Beweisstücke in einem Polizeiwagen sichert und eine mit Ruß und Dreck bedeckte Schaufel unter einen Wasserstrahl abwäscht. Die Beweislage sei noch lange nicht abgeschlossen. 

Ein Beamter der Kriminalpolizei beim Spurensichern auf der Reitanlage in Hebertsham. 

Das angrenzende Wohnhaus der Stallbesitzer ist weitestgehend von den Flammen verschont geblieben. "Der Ostwind war unser Glück, sonst wäre alles ein Raub der Flammen geworden - zumal die Reitanlage auch noch etwas höher liegt. So trieb der Wind die Flammen wenigstens gen Feld", konstatiert Frank nüchtern.

Hunderte Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem gesamten Altlandkreis Wasserburg waren die ganze Nacht über damit beschäftigt, Glutnester zu stillen. Die Hilfsbereitschaft aus der Nachbarschaft: immens. "Die Pferde brachten wir in der Reitanlage in Evenhausen oder auf den Bauernhöfen in der Nachbarschaft unter. Im der Reithalle entstanden provisorische Boxen dank rot-weißer Absperrbänder", sagt Frank. 

An die Aufräumarbeiten denkt der Pferdestall-Besitzer zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht, er blickt aber dennoch positiv in die Zukunft. "Der Stall wird wieder aufgebaut, natürlich machen wir weiter", zeigt sich der Besitzer kämpferisch. Die Brandruine an der Hebertshamer Reitanlage - ein stummer und trauriger Zeuge der Brandkatastrophe

Gespenstische Ruhe um die Brandruine in Hebertsham 

mb

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