Streit um Biberburg: Biber-Auffangstation geplant

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Die Biber-Auffangstation bringt viel Geld für diejenige Gemeinde, die den Zuschlag bekommt. Doch wohin darf der Biber siedeln? Eine Streitfrage.
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Landkreis - Wer darf sich die Biber ins Gemeindegebiet holen? Diese Streitfrage spaltet momentan den Landkreis. Während das Tierchen zunächst viele Gegner hatte, reißen sich jetzt die Bürger darum.

"Es ist ganz einfach, der Biber fühlt sich bei uns am wohlsten, darum soll auch die Biber-Auffangstation hier in Eiselfing entstehen", heißt es von Josef Müller aus Alteiselfing. Der Landwirt hat sich viele Jahre über den Biber und die Schäden, die er verursacht, aufgeregt und bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim beschwert, doch jetzt könnte er sich mit den Tieren durchaus anfreunden. "Sie glauben doch nicht, dass wir uns erst alles von den Bibern kaputt machen lassen und dann müssen wir sie weggeben an eine andere Kommune, die dann viel Geld dafür einstreicht, um die Biber zu beherbergen", wettert Müller. Der 53-Jährige hofft auf den Zuschlag für Eiselfing, zukünftig als anerkannte Biberherberge in der Region für das Wohl der Biber einzustehen.

Wasserburg will auch Herberge sein

"Wenn der Biber sich irgendwo wohlfühlen kann, dann ja wohl bei uns in Wasserburg", sind sich die Verantwortlichen des Umweltausschusses der Stadt einig. Der Biber habe entlang des Inns alle Möglichkeiten, sich hier ein Paradies zu schaffen, es wäre im Stadtgebiet kein Problem, die Biber-Auffangstation zu errichten, heißt es aus Ausschusskreisen. Ebenso begeistert klingen Vertreter des Tourismusverbandes: "Die Biber-Auffangstation stellt eine neue Attraktion für das Stadtgebiet dar, wir dürfen uns das nicht von kleineren Kommunen wegnehmen lassen", so Heinrich Bieber vom Tourismusverband. Der Bund Naturschutz aus Wasserburg werde sich in liebevoller Arbeit um die Entstehung der Biber-Herberge kümmern, verlautet es aus dem Rathaus.

Die Macht des Geldes

Sowohl die Landwirte, Waldbesitzer und Familien aus der Region, speziell aus dem Altlandkreis Wasserburg, haben sich stets über eine Anzahl an Schäden durch den Biber aufgeregt. Jetzt lockt mit der Errichtung einer Biber-Auffangstation reichlich Geld in den Säckel der ausführenden Kommune zu fließen. "Das ist jetzt tatsächlich ein Problem, weil es den Auftrag von Oben gibt, dass nur einer Gemeinde oder Stadt im Landkreis dieser Betrag in Höhe von 250.000 Euro zugesprochen werden kann, es wird nur eine einzige Auffangstation in unserer Umgebung geben" erklären Vertreter der unteren Naturschutzbehörde. Dieser obliegen die Belange rund um den Biber, und auch die Entscheidung über den Standort der Biber-Auffangstation treffen Biberbeauftragter Markus Sichler und sein Team aus dem Landratsamt Rosenheim.

"Biber wird neues Wappentier Eiselfings"

Während sich die anderen Gemeinden aus dem Altlandkreis Wasserburg sehr zurückhalten und sich scheinbar nicht um die Biber-Herberge bemühen, kämpfen die angrenzenden Kommunen Wasserburg und Eiselfing um den Batzen Geld und die Anerkennung der besten Biber-Location. "Schon immer gab es Biber in Eiselfing, das wird auch so bleiben" heißt es in der Ortsteilversammlung in Alteiselfing. Sowohl die Waldbauern als auch die Jäger, die im Gemeindegebiet viele Jahre gegen den Biber eingestellt waren, zeigen sich jetzt hocherfreut über die Option der Auffangstation. "Der Biber könnte doch sogar ins Eiselfinger Gemeindewappen integriert werden" heißt es von engagierten Bürgern, die den Rathauschef diesbezüglich beraten.

"Wasserburg braucht eine Biberburg" halten viele natur- und tierliebhabende Stadtgesichter dagegen. Es brauche die Geschicke einer Stadt, sich um die Nager zu kümmern, fügt ein Vertreter des Bund Naturschutz hinzu. Insgesamt sollen jährlich zwischen 25 und 40 Biber in die Auffangstation im Landkreis Rosenheim eingenistet werden. Das Bezuschussungsprogramm laufe für fünf Jahre. "Sollte sich die Kommune gut um die eingebetteten Tiere kümmern und keine Probleme auftreten, werde es erneut weitere Zuschüsse regnen", heißt es aus dem Landratsamt Rosenheim. "Die Biber sind uns viel wert".

Quelle: rosenheim24.de

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