Eisrettungsübung: „Wo ist Franz?“

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Gemeinsame Eisrettungsübung am Rotter Ausee! Viele Helfergruppen aus dem Landkreis Rosenheim arbeiteten perfekt zusammen.
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Rott/Schechen – Der idyllische Rotter Ausee wurde zur Location für eine Eisrettung. Mehr als 50 Rettungskräfte eilten zum Einsatzort, um in den See geratene Personen zu retten. Die gemeinsame Übung gelang.

Auf den Ernstfall vorbereitet sein, alle Eventualitäten üben, sich auf die Zusammenarbeit mit weiteren Rettungsteams und Ortsgruppen einlassen. Viele Hilfskräfte aus dem Landkreis stellten sich auf die Probe. „Natürlich ist jede Einsatzsituation wieder anders, aber gemeinsame Übungen bestärken den Sinn, sich auf den Ernstfall einzustellen und gemeinsam Menschenleben zu retten“ heißt es von Christian Förster. Der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Rosenheim ist Mitorganisator der Eisrettungsübung, die am Samstagnachmittag am Rotter Ausee stattgefunden hat.

Die gegebene Situation, die geübt wurde: 10 Eisstockschützen hofften auf schnelle Rettung. Von Wasserwachtlern aus dem Landkreis Rosenheim bis hin zu Feuerwehrlern und weiteren Retttungsteams wurde gute Zusammenarbeit und Konzentration gefordert. Ehrenamtlich versteht sich!

Eisrettungsübung am Rotter Ausee

Die Bürgermeister aus Rott, Marinus Schaber, sowie aus Schechen, Hans Holzmeier, verfolgten vor Ort, wie die Übung ablief und zollten den Helfern großen Respekt für die tolle Zusammenarbeit und das Geschick, absolut konzentriert und zügig Menschenleben zu retten.

Situation erkennen und handeln

Samstagnachmittag, 13.30 Uhr am Rotter Ausee. Freddy Eisner erklärt die gleich stattfindende Übungssituation: Eine Gruppe Stockschützen möchte den „Stammtisch-Pokal“ ausspielen, trifft sich auf dem Eis zu einer geselligen Partie.

Dann passiert das, was nicht unterschätzt werden sollte: Das Eis bricht, die Freunde rutschen ins kalte Wasser. Rettungskräfte werden alarmiert, eine Person war noch am Ufer und konnte den Notruf absetzen. Die anderen versuchen, sich über Wasser zu halten. Wenige Minuten später treffen die ersten Fahrzeuge mit Helfertrupps ein.

Durch die Leitstelle kam nur die Information, dass sich Menschen im Wasser befinden, Details wurden nicht bekannt gegeben. Die Ortsgruppen der Wasserwacht aus Wasserburg, Rosenheim, Obing und weiteren Orten eilen herbei. Alexander von Loewenfeld mit den Wasserburger Wasserwachtlern steht ebenso wie die anderen Helfer schnell in Alarmbereitschaft. Mit dabei auch die Feuerwehren aus Rott und Hochstätt. SEG samt Rettungstaucher. Ebenso noch zusätzliche Teams von Johannitern, BRK, SEG und Ortsgruppen der Wasserwacht. Mehr als 50 Helfer tummeln sich und nehmen die Herausforderung vor Ort umgehend an. Vertreter der Wasserwacht-Ortsgruppen aus Prien und Obing sind als Probanden (sie spielten die Opfer) oder als Sicherheitsretter (sollte etwas bei der Übung passieren) auf Position. Am Zielort angekommen, geht es darum, wo welche Fahrzeuge geparkt werden, ohne weitere hinzukommende zu blockieren, welche Gerätschaften umgehend ans Wasser gebracht und zum Einsatz kommen müssen.

Alexander Erbe verschafft sich einen Überblick, die Übung wird sehr ernst genommen. Authentisch wird jede Aufgabe abgearbeitet. Die Einsatzleiter koordinieren die ersten Schritte, jeder Einzelne der Hilfskräfte ist konzentriert und eifrig bei der Sache.

Der Ablauf der Rettungssituation

Die treibenden Opfer im Ausee rufen weiter um Hilfe, drei von ihnen jammern: „Franz, wo bist Du“, „der Franz ist nimmer da“. Mit Schläuchen, Surfbrettern, Rettungsbooten und Eisrettungsschlitten versuchen die gesicherten Helfer, die eingebrochenen Menschen schnell zu retten.

Die Zusammenarbeit läuft gut, die ehrenamtlich tätigen Helfer schaffen es, die Opfer aus dem Wasser zu bekommen und an Kollegen zur Versorgung abzugeben oder sich umgehend selbst um die Verletzten zu kümmern. „Ich hänge an einer Eisplatte fest, kann mich nicht mehr bewegen“ heißt es von einem Mann. „Beeilt euch, holt mich raus hier“ schreit ein anderer Stockschütze, der ins Wasser gefallen war.

Die Frau, die am Ufer blieb, wird immer wieder gefragt, wie viele Stockschützen auf dem Eis waren, denn von denjenigen, die sich im Wasser befinden, kommen unterschiedliche Aussagen. Die Zeugin steht unter Schock, erklärt den Rettungskräften ihre Meinung der Anzahl der Opfer. Immer wieder besprechen während der Rettung die Teamleiter die Sachlage und die weiteren Schritte. Als vermeintlich alle Menschen aus dem Wasser gerettet und erstversorgt waren, wird nochmals erörtert, ob tatsächlich alle Opfer gerettet werden konnten und niemand mehr abgängig sei. Die Zeugenaussagen werden nochmals diskutiert, es wird abgewogen, ob die Rettungstaucher zum Einsatz kommen müssen. Bei der Lagebesprechung bleiben alle sachlich, doch schließlich wird klar, eine Person geht ab, die unterschiedlichen Zeugenaussagen mussten geordnet und richtige verstanden werden. „Eine Person fehlt, die Rettungstaucher müssen sofort ins Wasser“ heißt es bei der Lagebesprechung von Christoph Vornberger. Alles läuft äußerst authentisch ab.

Fazit der Eisrettungsübung

Der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Rosenheim, Christian Förster zeigt sich begeistert von der gut absolvierten Eisrettungsübung: „Die Zusammenarbeit hat wunderbar funktioniert, die Kommunikation toll geklappt, ein großes Dankeschön an die vielen Ehrenamtlichen, die sich das ganze Jahr über engagieren und bei der Übung gezeigt haben, wie gut im Landkreis Rosenheim Rettungseinsätze durchgeführt werden können“, so Förster. Er gab zu bedenken, dass zwar alles geübt werden könne, kein Einsatz aber dem anderen gleiche. „Darum ist es wichtig, sich auf jede Situation einfühlen und einarbeiten zu können und stets abzuwägen, was wann gemacht werden muss“. Bei der Eisrettungsübung habe die Kommunikation untereinander ebenso gut funktioniert wie auch die zielführende Bearbeitung der Aufgaben, erklärt Christian Förster auf Nachfrage. Die Teamleiter der einzelnen Gruppen wirkten ebenfalls zufrieden. „Wir haben Hand in Hand zusammengearbeitet. Die Übungen sind für uns wichtig, um uns mit Abläufen stets auseinanderzusetzen und im Ernstfall aus Erfahrungen positive Entwicklungen ziehen können“, sind sich viele Helfer einig.

Die in Gefahr geratenen Menschen konnten aus dem Ausee gerettet werden, eine Person, der präparierte „Dummy“ Franz wäre im Ernstfall jedoch ein zu beklagendes Todesopfer gewesen. Er konnte von den Rettungstauchern geborgen werden, hätte mit Blick auf den Zeitplan allerdings den Unfall am See nicht überlebt.

Großen Respekt für die Ehrenamtlichen hatten auch die Bürgermeister aus Rott, Marinus Schaber und Hans Holzmeier aus Schechen, die bei der Übung als Zuschauer vorbei kamen. „Es ist toll, wie sehr sich viele Bürger engagieren und im Bedarfsfall helfen können“, heißt es von den Gemeindeoberhäuptern. „Das Ehrenamt ist wichtig für ein gut funktionierendes Ortsleben, aber es ist nicht selbstverständlich, darum ein herzliches Danke an alle, die sich freiwilligen Diensten widmen“, erklärt Marinus Schaber. Holzmeier und Schaber zeigten sich angetan von der guten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Helfergruppen aus dem Landkreis und der gelungenen Übung am Rotter Ausee.

Quelle: rosenheim24.de

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