Neuer Treffpunkt in der Dorfmitte

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Ein sichtbar fröhlicher Dekan Josef Reindl segnete den neuen Evenhausener Dorfladen sowie die dort Arbeitenden und die künftigen Kunden.

Amerang-Evenhausen - "Einigehn, einkaufen, Kaffee trinken, ratschn, gmiatli sein!" - Das empfahl Bürgermeister den Evenhausenern für ihren neuen Dorfladen.

Es war die schönste Weihnachtsbescherung, die sich die Evenhausener am Samstag mit der feierlichen Einweihung ihres neuen Dorfladens selbst bereiten konnten. Pfarrer Josef Reindl segnete die neu eingerichteten Räume und die mit köstlichen Lebensmitteln gefüllten Regale, vor allem aber die zahlreichen Helfer und künftigen Käufer.

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Treffende Worte fand Bürgermeister Gust Voit, der die Evenhausener zu diesem gelungenen neuen Treffpunkt in der Ortsmitte beglückwünschte und animierte: Sie sollten hier oft "einigehn, einkaufen, Kaffee trinken, ratschn und gmiatli sein!" Spontan und augenzwinkernd fragte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Görres: "Kriegen wir jetzt zum Dank unsere alte Postleitzahl zurück?"

Mit leuchtenden Augen berichtete die Verkaufsleiterin Resi Berger auf Anfrage, die schönste Erfahrung der letzten Wochen sei der Einsatz und die Hilfsbereitschaft der vielen Helfer gewesen: "Ganz verschiedene Leit, die alle z'sammag'holfa haben!" Und dass sie alles selbst einrichten konnte und sogar gefragt wurde, wo die Lampen hinkommen sollten.

Geschäftsführer Klaus Bußjäger hatte zuvor an die abenteuerliche Geschichte des Projektes erinnert. "Evenhausen war nach der Schließung des früheren Tante-Emma-Ladens der Streng-Damen und der Bäckerei Löw in Gefahr, ausgehungert zu werden." Als einige engagierte Frauen dann die anonyme Umfrageaktion starteten, hatte ein Bürger beim Rücklauf gleich einen 50-Euro-Schein für einen künftigen Dorfladen drangeheftet, berichtete Bußjäger.

Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie durch den "Dorfladen-Papst" Wolfgang Gröll übernahm dann die Gemeinde Amerang. Jedoch drohte das Vorhaben später am Standort zu scheitern, bis das Gebäude der ehemaligen Bäckerei Löw durch Nachbarn erworben wurde und der Dorfladen nun in die neu gestalteten Räume der früheren Backstube einziehen konnte. Die Dorfladen UG verfügt über ein Eigenkapital von 31000 Euro durch die "Stillen Teilhaber". Bis jetzt gibt es 89 Anteilszeichner.

Die regionalen Handwerker kamen der Dorfladen UG hinsichtlich der Kosten sehr entgegen und erbrachten teilweise auch Arbeiten in Eigenleistung ohne Berechnung. Die größten Probleme waren schließlich noch bei der Sicherung der Finanzierung zu lösen. Denn die Banken verlangten 100-prozentige Sicherheit für ein notwendiges Darlehen von 35000 Euro. Bürgschaften übernahmen die Gemeinde Amerang über 15000 Euro, die Brauerei Unertl Haag über 10000 Euro und die Gebäudeeigentümer über 10000 Euro. Professor Ulrich Pietrusky bereitete die Aufnahme in das Projekt "Leader in ELER" und die Förderanträge vor. Diese staatliche Förderung wird nun in Höhe von 15000 Euro durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als Förderstelle gewährt.

Ein recht persönliches Grußwort sprach zur Einweihung des Dorfladens Landwirtschaftsdirektor Georg Baumgartner vom Rosenheimer Amt für Ernährung, das ja die Fördergelder auszahlt. Seine Ehefrau habe ihm gleich einen Einkaufszettel nach Evenhausen mitgegeben. Da dieser Zettel immer länger wurde, habe sie ihm vor der Abfahrt schließlich zugerufen: "Fahr lieber mit einem größeren Wagen und nimm den Kombi!"

Bei Platzerl, Brotzeit, Kinderpunsch und gestiftetem Freibier feierten die Evenhausener mit zahlreichen Gästen diesen Tag der Einweihung in und vor dem überfüllten Dorfladen. Die Kinder des Evenhausener Kindergartens hatten den Christbaum am Eingang mit selbstgebastelten Weihnachtssternen geschmückt und sangen Lieder davor. In der Café-Ecke musizierten Renate, Claudia und Max von der "Bachl-Musi" und spielten bayerische Weisen.

mpa / Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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