"Entscheidend ist die Quote"

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Rosenheim - Im Herbst will die Regierung von Oberbayern den Landkreisen und kreisfreien Städten weitere Asylbewerber zuweisen.

Auch Stadt und Landkreis Rosenheim haben entsprechende Schreiben aus München erhalten - mit gänzlich unterschiedlichen Konsequenzen.

Bei der Unterbringung von Asylbewerbern haben jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt eine festgelegte Quote zu erfüllen. 5,7 für den Landkreis beziehungsweise 1,6 für die Stadt lauten die entscheidenden Zahlen in der Region Rosenheim. Die aktuelle Zuteilung von Asylbewerbern - bedingt durch einen nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom aus Afghanistan und Syrien und demzufolge vollen Aufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf - richtet sich also danach, inwieweit die oberbayerischen Städte und Landkreise bislang ihre Quote erfüllt haben.

"Wir haben im Herbst über 50 Asylbewerber in der Stadt Rosenheim aufgenommen und damit unsere Quote fast punktgenau erfüllt", erklärt Thomas Bugl, Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim. Er gehe daher davon aus, dass "für uns keine zusätzliche Aufnahmepflicht besteht".

Ganz anders sieht die Lage aber im Landkreis aus. Auch dort wurden im Herbst Asylbewerber aufgenommen - allerdings weit weniger, als es laut Quote vorgesehen ist. Die nämlich besagt: "5,7 Prozent aller Asylbewerber, die in Oberbayern ankommen oder Oberbayern zugeteilt werden, muss der Landkreis Rosenheim aufnehmen." Konsequenz der Unter-Erfüllung: Der Landkreis bekommt im Herbst 160 weitere Asylbewerber zugewiesen.

Weil das Landratsamt laut Sprecher Michael Fischer auch weiterhin versuchen will, "die Asylbewerber dezentral, das heißt, an mehreren Orten, unterzubringen", muss die Behörde nun auf Herbergssuche gehen. Von Zwei-Zimmer-Wohnungen bis zu ganzen Häusern können Objekte angeboten werden. Als Mieter wird der Landkreis fungieren, wobei "die Höhe des Mietzinses von der Art, Größe und Ausstattung sowie dem Vergleich mit den ortsüblichen Mieten abhängt." Interessenten melden sich beim Landratsamt Rosenheim unter Telefon 08031/3921400 oder per E-Mail unter liegenschaftsverwaltung@lra-rosenheim.de.

Der Vorteil der dezentralen Unterbringung, die im Übrigen auch die Stadt Rosenheim umsetzt, ist laut Fischer die bessere Integration der Fremden: "Klar lässt sich die Quote besser erfüllen, wenn ich 100 Personen in ein Heim stecke, wo sie keinerlei Kontakt zur hiesigen Bevölkerung haben. Wir aber sind überzeugt, dass damit keiner Seite geholfen ist."

Die Stadt Rosenheim beschreitet im Umgang mit Asylbewerbern einen besonderen, den "Rosenheimer Weg". Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk organisiert und kümmert sie sich um die sozialpädagogische Betreuung der Asylbewerber. Von der Regierung von Oberbayern gibt es dafür bislang keine Unterstützung.

zip/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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