Ein familienfreundliches Zeichen

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Das "Familienbad" Badria machte den Vorreiter beim Familienpass. Jetzt wurde die Unterstützung auf zahlreiche andere Felder ausgedehnt.

Wasserburg - Mit dem Jahreswechsel führt die Stadt Wasserburg einen Familienpass ein. Damit sollen vor allem die Eltern mit Kindern unterstützt werden, die im unteren Einkommenssegment, aber über Hartz IV liegen.

Eigentlich hätte der Familienpass schon vor zwei Jahren anlaufen sollen. Doch dann kam das Bildungspaket des Bundesfamilienministeriums, das einige der eingeplanten Leistungen übernahm, und alles musste neu überlegt werden.

Jetzt aber verabschiedete der Stadtrat einstimmig die Richtlinien (siehe Kasten), die eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe ausgearbeitet hatte. "Wir wollen eine Familienstadt sein", so Bürgermeister Michael Kölbl zu dem Ergebnis: "Das wird mit dem Familienpass nun deutlich."

Mindestens 25 Prozent der Wasserburger Familien könnten von dem Angebot profitieren. Das ergaben Schätzungen anhand von Einkommensdaten. Wieviel das die Stadt beziehungsweise die Heiliggeist-Spitalstiftung, die dafür einspringt, kosten wird, ist noch völlig offen. Vorläufig werden 10 000 Euro angesetzt, doch wenn die Sache angelaufen ist, könnte es auch deutlich mehr werden.

Initiatorin war Dr. Christine Mayerhofer. Sie hatte für die SPD den Antrag gestellt, wobei mit der Familienkarte im Badria ein Anfang gemacht wurde. Die nun gefundene Lösung bezeichnete sie im Stadtrat als "intelligent und sozialgerecht". Es gehe gezielt um die Unterstützung bei der Kinderbetreuung und der Teilnahme am kulturellen Leben. Nicht nur sie war aber überzeugt, dass man im ersten Jahr noch werben und das Angebot überprüfen müsse.

Obwohl der Antrag einfach gestaltet ist, werde die Sache wohl nicht ganz unbürokratisch abgehen, befürchtete Edith Stürmlinger (Bürgerforum), die für die Ausschussgemeinschaft mitgearbeitet hatte. Die hätte sich eine noch weiter gehende Förderung gewünscht, könne aber mit dem Ergebnis leben. "Wir sind eine Stadt mit sozialem Gewissen", lobte Werner Gartner (SPD) das Ergebnis.

CSU-Fraktionssprecherin Elisabeth Fischer warnte ein wenig, man müsse auch ans Geld denken. Für das gute Ergebnis der Beratungen dankte sie neben Christine Mayerhofer vor allem Kämmerer Konrad Doser, der die Familienpass-Arbeitsgruppe für die Stadtverwaltung begleitet hatte.

Marlene Hof-Hippke (SPD) wollte künftig auch Firmen eingebunden sehen. Und Otto Zwiefelhofer (CSU) verteidigte seine anfänglichen Zweifel: Es sei ihm dabei nur um Bürokratieabbau gegangen, außerdem sei die Familienförderung staatliche Aufgabe. Trotzdem stimme er nun überzeugt für die Vorlage. Dies machten auch alle anderen Stadträte.

Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) scheiterte zuvor noch mit seinem Antrag, die Eingangs-Einkommensgrenzen um 3000 Euro anzuheben. In einem Jahr könne man über alles Mögliche nachdenken, so Bürgermeister Kölbl. Diese Erfahrungen sollte man aber abwarten.

Nun soll der Familienpass allen Einrichtungen, die mit Eltern und Familien zu tun haben, bei einer Veranstaltung vorgestellt werden.

Wasserburg in der Region Vorreiter

Für den Familienpass gibt es zwar bundeseinheitliche Vorschläge und Modelle. Wasserburg ist aber in der Region offensichtlich die erste Kommune, die ihn in dieser Form auch einführt. So gibt es im Landkreis Mühldorf eine Art Gutscheinheft unter diesem Titel. In der Stadt Rosenheim wird zwar die Einführung diskutiert. Sie wurde aber vorläufig zurückgestellt.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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