Faustrecht nicht akzeptiert

Wasserburg - Angeblich falsch interpretiert hat ein 19-jähriger Wasserburger am 26. April die Unterhaltung zwischen einer jungen Frau und einem gleichaltrigen Versicherungskaufmann aus Rohrdorf.

Stark angetrunken eilte der 19-jährige Bankkaufmann aus Wasserburg der 26-jährigen Altenpflegerin aus dem Raum Wasserburg gegen 5 Uhr vor dem Universum zu Hilfe und legte sich dabei mit dem Rohrdorfer an, der wiederum Rache übte. Dafür bekam der 26-Jährige vom Amtsgericht jetzt die Quittung in Form einer Geldstrafe.

Zwei Freunde des Wasserburgers und der Türsteher der Diskothek, der die jungen Männer gleichzeitig des Lokals verwies, entschärften damals die Situation vorerst. Doch die Wut des Rohrdorfers über die unerwünschte und seiner Meinung nach ungerechtfertigte Einmischung war noch lange nicht verraucht. Auf dem Badria-Parkplatz gerieten die Kontrahenten daher erneut aneinander.

"Ein paar Masserl" und vieles mehr

Nach einem Wortgefecht verpasste der Versicherungskaufmann, der nach eigener Aussage mit "ein paar Masserl" auf einem Bierfest, ein paar Pils und ein paar Mixgetränken "nicht so viel" getrunken hatte, dem Wasserburger, der sich mit gemessenen zwei Promille schon betrunken gefühlt hatte, einen Faustschlag auf die Schläfe. Nach einem Gerangel gingen beide zu Boden. Dabei schlug der Angeklagte noch weiterhin auf seinen Gegner ein und fügte ihm eine Platzwunde an der Lippe und Schürfwunden zu. Durch die Schläge hatte sich auch ein Zahn gelockert und ein weiterer verschoben. Freunde des Geschädigten konnten die Auseinandersetzung schließlich beenden.

Nun musste sich der Versicherungskaufmann wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten. Dabei verweigerte er zuerst jegliche Aussagen und entschloss sich erst während der Beweisaufnahme, Angaben zu machen. Zudem ließ er sich erst recht spät auf die Tat ein. Schließlich sagte er aus, dass der Geschädigte ihn völlig zu Unrecht angegangen sei. Die Unterhaltung mit seiner Bekannten, die dies vor Gericht auch bestätigte, sei absolut harmlos gewesen. Auf dem Parkplatz sei die Situation dann eskaliert und er habe selbst erhebliche Blessuren davongetragen. Außerdem sei er von der Polizei nicht zu dem Vorfall angehört worden.

80 Tagessätze "unterste Grenze"

Der Staatsanwalt sah den Tatvorwurf im Wesentlichen bestätigt. In seinem Plädoyer betonte er, dass in diesem Bezirk kein Faustrecht gelte und Alkoholtaten konsequent verfolgt werden müssten. Dies gelte im Besonderen, wenn man sehe, was man unter Alkoholeinfluss alles anstellen könne.

Mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 40 Euro sei man an der untersten Grenze des gesetzmäßig vorgesehenen Strafmaßes geblieben, betonte das Gericht.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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