Wasserburger Fensterstreit: Wogen glätten sich

+
So soll es werden: Mit dieser Fotomontage wurde die neue Fensteransicht verdeutlicht. Mit einem etwas matteren Anstrich sei das wohl vertretbar, so der Ausschuss.

Wasserburg - Nach langer Diskussion steht jetzt fest: Das neue Fenster in der historischen Rathaus-Front wird etwas umgestaltet, bleibt aber wohl drin.

Das heftig diskutierte neue Fenster in der historischen Rathaus-Front wird etwas umgestaltet, bleibt aber wohl drin. Darauf einigte sich der Hauptverwaltungsausschuss nach langer Diskussion jetzt.

Das Fenster in seinem aktuellen Zustand.

"Die Bevölkerung regt sich längst nicht so auf wie wir." Vielleicht war es diese Erkenntnis, vorgetragen von Werner Gartner (SPD), und bestätigt von Bürgermeister Michael Kölbl, die den Ausschuss letztlich zu einem eher pragmatischen Ergebnis im Fensterstreit führte: Die kritisierte mittlere "Fressluke" wird samt Querbalken entfernt und durch eine durchgehende Mittelscheibe ersetzt. Und statt der glatten Alu-Optik soll ein strukturierter Glimmer-Anstrich dem Material ein etwas zurückhaltenderes Aussehen geben.

Lesen Sie auch:

"Fressluke" im Rathaus wird nachgebessert

Diesem Beschluss vorausgegangen war erneut eine längere Diskussion um das neue Fenster im Café Schranne, das wie berichtet im Zuge von energetischen Verbesserungen eingebaut worden war. Sie begann vor Ort mit einem gewissen Erstaunen. Denn inzwischen war der neue Putzrand eingefärbt worden und die Gesamtansicht damit schon wieder viel weniger schlimm als zuvor, wie sich der Ausschuss einig war.

Im Sitzungszimmer wurden 14 denkbare Varianten der Nachbesserung und ihre Kosten präsentiert. Da war dann schnell klar, wohin die Reise geht. Denn das schlichte Verändern des Fenster-Mittelfeldes war nicht nur die optisch überzeugendste, sondern mit geschätzten 1160 Euro auch die günstigste Lösung.

Nur Andreas Roder (Block) beharrte längere Zeit darauf, das Fenster komplett gegen ein Holzfenster auszutauschen, schwenkte aber schließlich doch ein - vielleicht auch wegen der Kosten, die rund 4400 Euro betragen würden.

Dass Holz aufgrund der Gestaltungssatzung der Stadt erforderlich wäre, die dies für Fenster allgemein vorschreibt, war ohnehin schnell vom Tisch: Ein Fenster im historischen Rathaus sei nicht so zu behandeln wie in jedem beliebigen Stadthaus, sondern eher "wie bei einer Kirche", versuchte Michael Kölbl die Besonderheit klar zu machen.

Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel erinnerte noch einmal daran, dass Metall "der Vorschlag des Denkmalamtes" gewesen sei. Allerdings sei dort jetzt sicher niemand glücklich mit dem Ergebnis. Das ärgerte Andreas Roder gleich doppelt: Das sei Inkompetenz der Fachleute und habe dazu geführt, dass ein Fenster eingebaut wurde, das doppelt so teuer war wie eines mit Holzrahmen.

Schließlich ebnete auch der Vorschlag eines etwas anderen Anstriches den Weg für eine Lösung. Zwar lautet der Beschluss nur, man solle die Machbarkeit dieser Variante prüfen. Doch die Hoffnung, dass damit die leidige Sache endlich vom Tisch ist, war deutlich spürbar. Umgebaut werden soll ohnehin erst nach der Touristen-Saison, war man sich einig.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser