Lebendiges Haus für Künstler geschaffen

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Wasserburg - Im Ferstlhaus sollten Künstler in neun Ateliers arbeiten können. Vor zwei Jahren wurden die Arbeitsräume bezogen, seither gab es einige Mieterwechsel.

Künstler in neun Ateliers im frisch von Grund auf sanierten Ferstlhaus, das war die Idee. Seit zwei Jahren sind die Ateliers bezogen, seither gab es ein paar Wechsel der Mieter, zwei haben ein zweites Atelier hinzugemietet, um mehr Fläche zu haben.

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"Wir haben unser Ziel erreicht, die Nebenkosten decken die Mieteinnahmen und mit den Künstlern, Kursen, Workshops und auch dem Publikumsverkehr haben wir eine lebendige, vielseitige Nutzung", sagt Robert Mayerhofer von der Liegenschaftsverwaltung im Rathaus. Auch dass jetzt monatlich wechselnde Gastausstellungen in dem bislang wenig genutzten Raum mit Schaufenster unter den Arkaden stattfinden.

Dass der Ladenraum an der Ecke mit Blick zum Inn, Verkaufsraum für die Arbeiten, die in den Ateliers entstehen, besser genutzt werden könnte, meint auch Mayerhofer. Vor allem die Öffnungszeiten könnte besser sein, das sei ganz klar ein Manko.

350 Euro verlangt die Stadt als Miete im Monat für ein Atelier, mit neun Mietern startete das Projekt Ferstlhaus. Ausgezogen seien, so Mayerhofer, zum Beispiel eine Restauratorin aus beruflichen Gründen, eine andere Mieterin aus München, der die Strecke dann doch zweit war. Anfragen, so Mayerhofer, kämen immer wieder, "das Ferstlhaus ist keine Wohngemeinschaft, es ist legitim, dass man sich alles anschaut und weiß, ob man dazu passt oder nicht".

Von der Kunst oder den Arbeiten, die im Atelier entstehen, lebt von den derzeitigen Meiterinnen und einem Mieter niemand.

Weil sie mit ihren Filzarbeiten viel Platz braucht, ist Angela Bassano eine der beiden, die ein zweites Atelier zugemietet hat. Sie findet das Konzept "Ferstlhaus" sehr gut, allerdings hätte sie gerne von Anfang an Geschäftsbedingungen gehabt für das Betreiben des Ladens. Die 47-Jährige hat Interesse, dass ihre Sachen im Schaufenster ausgestellt sind und Leute kommen und deshalb ist sie eine, die zuverlässig einen Tag in der Woche Ladendienst macht, "andere sehen das lockerer", sagt sie. "Andere haben gar kein Interesse daran, die nutzen diese Möglichkeit nur, um ihre Arbeiten auszustellen", sagt Edith Horender, die im Haus mit Leder arbeitet und samstags Dienst im Laden tut.

Die Öffnungszeiten an gerade mal eineinhalb Tagen in der Woche sind das eine, die Optik das andere, "es war ein Ramschladen", räumt Angela Bassano ein, mit weniger Leuten jetzt werde es aber besser. Und sie versucht, Leben ins Haus zu bringen, eine schon alte Idee soll jetzt umgesetzt werden: Nach Stadtführungen mit Schulkindern sind diese danach ins Ferstlhaus eingeladen, um dort ihre Erlebnisse in Bildern, Collagen oder wie auch immer auszudrücken.

"Für das Konzept beneiden uns andere Städte und andere Künstler", sagt Edith Horender. Auch sie ist von Anfang an dabei und erzählt, dass es schon recht schwierig gewesen sei, wenn Leute, die sich noch nie gesehen haben, in einen gemeinsamen Rahmen passen sollen. "Die Mischung hat am Anfang nicht gepasst". Jetzt laufe es besser, trotzdem bleibe ein Ärger von Anfang an - der Laden. "Das ist der Knackpunkt, wirtschaftlich ist das so nicht".

Sie habe im Ferstlhaus den optimalen Arbeitsplatz, sagt Sylvia Weikert. Auch sie ist von Anfang an dabei und meint, es habe viele Höhen und Tiefen in den zwei Jahren gegeben, man habe viel gelernt und zur Zeit mache man ganz positive Erfahrungen. "Wir glauben an das Projekt", sagt Syliva Weikert, die bunte Vögel aus Keramik herstellt. Diese "eher teureren Produkte" stellt sie nicht nur im Laden des Ferstlhauses, sondern auch ein Stück weiter im Schaufenster an der Kurve zum Marienplatz aus. Laufkunden habe sie wenig, die Leute würden anrufen, "oder sie kennen meine Sachen und kaufen dann zu Anlässen wie Hochzeitstag oder Geburtstagen, aber auch Touristen spielen eine Rolle".

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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