Feuer in der Forensik in Gabersee

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Feuerwehr hinter Gittern? Ungern, aber aufgrund der Einsatzlage zwangsläufig.

Wasserburg - Da stockte so manchem Feuerwehrler in und um Wasserburg der Atem. Das Einsatzstichwort am Donnerstag lautete: "Gebäudebrand in der Forensik am Inn-Salzach-Klinikum".

Glücklicherweise handelte es sich aber lediglich um eine Übung, bei der das Rettungs- und Sicherheitskonzept der Einrichtung in einem zum Abbruch anstehenden Haus auf die aktuellen Anforderungen überprüft werden sollte.

Für die einsatzleitenden Führungsdienstkräfte war von Anfang an klar, dass aufgrund des - wenn auch fiktiven - Schadensereignisses im Hochsicherheitstrakt eine gesonderte Einsatztaktik und ein erheblicher Personalaufwand erforderlich werden würde. Im realen Einsatzfall hätte das Meldebild bedeutet: Vollalarm für die Feuerwehren Attel/Reitmehring, Edling, Wasserburg, Soyen und Penzing. In der erweiterten Alarmierungskette möglicherweise auch für weitere Wehren. Aufgrund des Übungscharakters hieß es am Donnerstag aber lediglich "Abrücken über Funk", also ohne Sirenengeheul und Piepser-Alarmierung.

Dennoch erwartete die rund 80 Hilfskräfte am Einsatzort eine authentische Lage mit offenem Feuer: "Forensisches Gebäude in Vollbrand, vier Personen vermisst, Brandursache unbekannt, mit sämtlichen Eventualitäten ist zu rechnen, insbesondere aufgrund der Charaktere der Bewohner". Aufgrund dieser Sachlage hatte für die Einsatzleitung um die Reitmehringer Kommandanten Josef Ramm und Martin Spiel ein besonnenes und strukturiertes Vorgehen absolute Priorität. Auf den Eigenschutz der vorgehenden Atemschutztrupps wurde größten Wert gelegt.

Mit Spannung verfolgten auch Bürgermeister Michael Kölbl sowie einige Stadträte, die in Gänze zur Übungsbeobachtung eingeladen waren, das konzentrierte Vorgehen der Feuerwehrkräfte.

Insgesamt waren zehn Atemschutztrupps mit 20 Mann zur Personenrettung und Brandbekämpfung eingesetzt. Dabei galt es, in den verwinkelten und vollständig verrauchten Räumlichkeiten alle Bewohner zu finden und zu retten. Gleichzeitig wurde die Funkübertragung der Wärmebildkamera der Reitmehringer Wehr auf "Herz und Nieren" getestet.

Ein Großaufgebot von Atemschutzträgern war zur Personenrettung in der Forensik des Inn-Salzach-Klinikums von Nöten.

Im Außenbereich schaffte die Besatzung der Wasserburger Drehleiter einen Zugang über Fenster zum Brandobjekt, gleichzeitig wurde die Versorgung mit Löschwasser ausgelotet. Bei letzterem wurden Defizite aufgedeckt, zusätzlich sollen künftig Hydrantenpläne für eine bessere Auffindbarkeit der Wasserentnahmestellen sorgen. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die beengte Parkraumsituation auf dem Klinikgelände. Dabei optimierte Aufstellflächen für die Einsatzkräfte auszutesten, war das erklärte Ziel. Schwierigkeiten bereitete auch stellenweise die Kommunikation auf zwei Handsprechfunkkanälen. Alles in allem zeigte sich die Übungsleitung aber mit dem Übungsverlauf sehr zufrieden, die Ziele wurden alle erfüllt, so Kommandant Josef Ramm. Klinikdirektor Dr. Theodor Danzl verwies bei der Abschlussbesprechung auf die Dimension des Schutzbereiches mit rund 2000 Beschäftigten und Patienten.

tro/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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