30 Prozent mehr Feuerwehr-Einsätze

+
Seit 25 Jahren aktiv bei der Feuerwehr und dafür geehrt wurden (von links) Mario Irlbeck und Claus Bachmayer, zur Freude von Bürgermeister Kölbl und den Kommandanten Rudi Göpfert junior und Georg Schmaderer.

Wasserburg - 144 Einsätze weist die Statistik für die Feuerwehr Wasserburg im Jahr 2010 auf. Das ist eine deutliche Steigerung. Kritisiert wurde bei der Hauptversammlung die geringe Wertschätzung der Feuerwehrarbeit.

Auch kritische Töne waren angesagt bei der Versammlung der Stadt-Feuerwehr: Die Arbeit der freiwilligen Helfer erfahre keine Wertschätzung mehr, und das nicht nur in der Bevölkerung, wie kritisiert wurde. Das sorge für einen gewissen Unmut in den Reihen.

Nicht nur, dass die freiwilligen Arbeitsstunden mit immer mehr Gerät aber immer weniger Ausrückenden nahezu nicht mehr zu stemmen seien. Auch die Wertschätzung, dass die Feuerwehr überhaupt zur Hilfe kommt, gehe in der Bevölkerung zwischenzeitlich nahezu gegen null, so Vorstand Guido Plank. "Es ist einfach selbstverständlich, dass es uns gibt, dass wir kommen".

Doch wie lange dieser "selbstverständliche Service" noch angeboten werden könne, stellte Plank in Frage. Zumal sämtliche Einsatz- und Arbeitsstunden unentgeltlich in der Freizeit abgeleistet würden, andererseits jeder Aktive privat dafür Vorsorge treffen müsse, für den Einsatzdienst fit zu sein. Eine klare Botschaft richtete Plank in diesem Zusammenhang an die Stadtverwaltung.

Zu 144 Einsätzen mussten die 66 aktiven Feuerwehrmänner und -frauen von Kommandant Georg Schmaderer 2010 ausrücken, darunter 26 Brände und 70 technischen Hilfeleistungen. Bei 48 Einsätzen war kein direktes Eingreifen mehr erforderlich. 2 503 freiwillige Einsatzstunden wurden geleistet, alle zweieinhalb Tage ertönte rein rechnerisch der Alarmpiepser bei den Aktiven. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Einsatzzahl um 30 Prozent, die Einsatzstunden stiegen um 50 Prozent. Angesagt war wiederum die ganze Palette an Hilfeleistungen, von der nervenstrapazierenden Befreiung eines tödlich Verunglückten unter einem Güllefass bis zum Industriebrand einer Großfirma im Eiselfinger Gemeindegebiet, von der Personenrettung über Drehleiter bis zum Einfangen einer unbändig-angriffslustigen Katze im Hausgang. Als "Standardprogramm wie jedes Jahr" liefen Wohnungs- und Kellerbrände, Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, das Auspumpen von Kellern, Beseitigen von Ölspuren oder mehrfach dringende Wohnungsöffnungen. Als Höhepunkt bezeichnete Schmaderer die groß angelegte Alarmübung auf der Burg, andererseits seien zwei Neuzugänge unter den Aktiven zu verbuchen gewesen. In 2012 stehe die Ersatzbeschaffung eines inzwischen 32 Jahre alten Löschfahrzeuges an.

Einen äußerst engagierten Bericht lieferte Jugendwartin Michaela Huber in Sachen Ausbildung und Aktivitäten ihrer 19 zwölf- bis 17-jährigen Schützlinge. Neben dem intensiven Übungsprogramm mit 297 Stunden sei vor allem die nachhaltige Integrationsarbeit der Jugendfeuerwehr hervorzuheben. Man betreue Anwärter mit Wurzeln unter anderem aus Italien, Nigeria, Kroatien und Russland. Wenngleich auch die Wünsche der Jugendwehr in Sachen Ausrüstung und Bekleidung noch eines Aufschubs bedürfen, war von allen Seiten die Gewichtigkeit der Nachwuchsarbeit zu hören.

Bürgermeister Michael Kölbl unterstrich in seinen Grußworten die grundsätzliche Bedeutung der Feuerwehren für die Stadt. Klar brachte er aber auch zum Ausdruck, dass es für einzelne Organisationen keine Privilegien gebe, dem müsse sich auch die Feuerwehr fügen. In den nächsten Jahren werde man für den Bedarf des Brandschutzes im Stadtgebiet eine Standortanalyse erstellen lassen. Stadtrat und Verwaltung werden auch künftig voll und ganz hinter den Wehren der Stadt stehen, so Kölbl.

Einen einwandfreien Kassenstand attestierte Kassiererin Guggi Pöhmerer. Ausschließliches Lob für die gute Zusammenarbeit mit der Wehr überbrachte Elmar Ruhland von der Polizeiinspektion Wasserburg, insbesondere beim kurzfristigen "Rockereinsatz" Anfang Dezember 2010.

Kreisbrandinspektor Georg Wimmer berichtete über eine deutliche Steigerung der Einsätze im Inspektionsbereich Wasserburg. Erfreut zeigte er sich über die Integrationsarbeit der Wasserburger Wehr.

Für 25 Jahre aktiven Einsatzdienst geehrt wurden Claus Bachmayer und Mario Irlbeck mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Letztgenannter war lange Jahre Leiter Atemschutz bei der Stadtfeuerwehr. Zum Brandmeister befördert wurde Rudi Göpfert junior.

tro/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser