Timber Homes

Firma Decker: „Wir feiern jeden Tag Richtfest“

Merkur Artikel: Firma Decker: Alles wird in der Halle des Dorfener Werkes fertiggemacht
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Alles wird in der Halle des Dorfener Werkes fertiggemacht

Bei „Timber Homes“ in Dorfen gefertigt, auf der Baustelle in Straubing montiert – modularer Wohnungsbau spart Kapazität und Kosten.  

Schöner wohnen mit Holz – seit Mai 2019 werden bei „Timber Homes“, auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl, Holzmodule für Wohnungen gefertigt. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, ökologische Bauweise mit höchstem Wohnstandard zu kombinieren. Vorbild für die Serienproduktion in Dorfen ist die Automobilindustrie.

13 Tonnen wiegt eines der Holzraummodule, das eine Breite von knapp 3,5 Metern, eine Länge von neun Metern und eine Höhe von 3,10 Metern hat. Die Module werden mit Schwertransporten zur Baustelle nach Straubing gefahren. Hier entsteht gerade ein mehrstöckiges Studentenwohnheim mit 123 Einzimmer-Appartements und zwei Gemeinschaftsräumen.

Firma Decker: Die Menschen legen Wert auf umweltfreundliche Bauweise

Holz ist ein nachhaltiger Baustoff“, sagt Urs Ickler, Betriebsleiter von „Timber Homes“. Hohe CO2-Emissionen, die bei der Herstellung von Stahl, Beton oder Ziegeln entstehen, treten bei der Holzverarbeitung, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen auf. „Bis zu 50 Prozent der jährlichen CO2-Emission entsteht durch Baustoffe“, erklärt der gelernte Zimmerer und studierte Holzbauingenieur. Holz dagegen speichert CO2. „Die Menschen legen mittlerweile viel Wert auf eine umweltfreundliche Bauweise.“

Die Montage der einzelnen Elemente geht später auf der Baustelle deutlich schneller. „Wir machen alles im Werk fertig, die Handwerker stehen nicht auf der Baustelle, sondern bei uns in der Halle. “, so der Münchner. In einem Dutzend Produktionsabschnitten arbeiten Zimmerer, Bodenleger, Elektriker, Trockenbauer oder auch Schreiner und die Fachkräfte für Heizung, Lüftung sowie Sanitäranlagen, Hand in Hand.

In der Produktionshalle arbeiten alle Handwerker Hand in Hand

Ickler ist von Anfang an dabei – vom Projektaufbau bis zur Fertigstellung der Halle. Derzeit arbeiten 25 Mitarbeiter in Dorfen. „Wir wachsen weiter – ab Januar fahren wir eine zweite Schicht.“ Den 45-jährigen Münchner fasziniert die innovative Idee: „Die einzelnen Wohnungen werden am Fließband erstellt.“

Impressionen: Raummodule der Firma Decker

Merkur Artikel: Firma Decker: Anlieferung der „löffelfertigen“ Raummodule zur Baustelle
Anlieferung der „löffelfertigen“ Raummodule zur Baustelle  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Innen fertig möbliert, außen noch Baustelle
Montage der Raumodule via Autokran  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Montage
Montage © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Innen fertig möbliert, außen noch Baustelle
Innen fertig möbliert, außen noch Baustelle  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Löffelfertig eingerichtet
Löffelfertig eingerichtet © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Außenansicht nach der zweiwöchigen Montage
Außenansicht nach der zweiwöchigen Montage  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Holzfassade
Holzfassade  © Firma Decker
Artikel Merkur: Firma Decker: 123 Apartments mit 25 Quadratmeter Wohnfläche ab März 2021 einzugsbereit
123 Apartments mit 25 Quadratmeter Wohnfläche ab März 2021 einzugsbereit  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Ein Markenzeichen-in die Holzfassade eingefräster Projektname
Ein Markenzeichen-in die Holzfassade eingefräster Projektname  © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Das Gebäude von der Südost-Seite
Das Gebäude von der Südost-Seite  © Firma Decker
Artikel Merkur: Firma Decker: Dezember 2020 Balkonmontage
Dezember 2020 Balkonmontage  © Firma Decker

Die Module sind für ein Studentenwohnheim in Straubing gedacht. „Wir haben jeden Tag Richtfest“, sagt Ickler grinsend, „weil jeden Tag ein Modul die Halle verlässt.“ Alexandra Neumeier ist Quereinsteigerin in der Produktion. Bevor sie bei „Timber-Homes“ anfing, arbeitete die 26-jährige als Floristin. „Mich reizt das Handwerk.“ Neumeier ist eine von zwei Frauen im Werk. Ihr Kollege, der 28-jährige Schreiner Christoph Kressierer findet es gut, dass mittlerweile mehr Frauen handwerkliche Berufe ergreifen, gerne dürften es auch bei „Timber Homes“ mehr sein „In früheren Generationen hieß es immer, Handwerk sei keine Frauenarbeit – gut, dass sich die Zeiten ändern.“

Ein Zuhause wie aus Bauklötzen: Ein Musterbeispiel für Musterwohnungen

Gegründet wurde die Firma „Timber Homes GmbH & Co. KG“ Anfang 2019 von dem Dorfener Immobilienunternehmer und Bauträger Robert Decker und Josef Huber vom Bachmehringer Holzbauunternehmen Huber & Sohn. Unternehmer Decker kann stolz sein: Das Timber-Homes-Projekt ist ein Musterbeispiel für ökologisches, nachhaltiges Bauen mit dem Werkstoff Holz. „Wohnmodule verändern die Zukunft des Bauens“, prophezeit Decker.

Impressionen: Timber Homes bei der Firma Decker

Merkur Artikel: Firma Decker: Die Produktionshalle1
Die Produktionshalle © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Produktion hell und freundlich und witterungsunabhängig2
Produktion hell und freundlich und witterungsunabhängig © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Mitarbeiter bei der Elektrovorinstallation3
Mitarbeiter bei der Elektrovorinstallation © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Innen fertig möbliert, außen noch Baustelle5
Innen fertig möbliert, außen noch Baustelle © Firma Decker
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Timber Homes in der Produktion © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker:Timber Homes in der Produktion8
Timber Homes in der Produktion © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Badezimmer-Innenaufnahme des fertigen Moduls9
Badezimmer-Innenaufnahme des fertigen Moduls © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Holzmodul von innen10
Holzmodul von innen © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Couch mit Raumteiler11
Holzmodul: Couch mit Raumteiler © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Smart-living-Bett - ausklappbar12
Smart-living-Bett - ausklappbar © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Die Badzelle - ebenfalls Modulanfertigung der Badmodul GmbH13
Die Badzelle - ebenfalls Modulanfertigung der Badmodul GmbH © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker:Badmodulvariante14
Badmodulvariante © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Badmodul15
Badmodul © Firma Decker

Timber Homes: Höhere Produktivität, günstigere Herstellungskosten

Wenn man bedenkt, wer in den nächsten 10 Jahren in Rente geht und wie viel Nachwuchs am Bau generiert wird, ist nicht klar, wer in Zukunft noch Immobilien bauen wird. Anders im Timber-Homes-Werk. Es ist leichter Mitarbeiter in einem attraktiven Arbeitsumfeld zu finden, als Facharbeiter für eine konventionelle Baustelle. Mitarbeiter werden hier gewerkeübergreifend eingesetzt. Es geht keine Zeit für Baustellenanfahrt, Werkzeugsuche oder anderen Zeitfresser verloren. Mit anderen Worten: Die Produktivität ist viel höher, die Herstellungskosten günstiger.

Die in Dorfen produzierten Raummodule sind zudem fertig möbliert – inklusive Schlafcouch, multifunktionaler Kochinsel sowie Bar-Tresen. Auch die hochwertigen Badzellen mit großflächigen Keramikfliesen, eingebauten Armaturen und Toilette laufen bezugsfertig vom Band und werden dann in die Module eingefügt. Die Studentenwohnungen sind jedenfalls nicht mit den Wohnheimen in früheren Jahre vergleichbar, so smart wie sie aussehen, so funktional wie sie sind – und freilich auch so umweltfreundlich.

Und was im Kleinen funktioniert, gibt es freilich ebenfalls im Großen. „Timber Homes“ hat auch Wohnanlagen mit 2-, 3- oder 4-Zimmern im Angebot - alles aus serieller Fertigung.

Lernen und wohnen auf dem Meindl-Areal – auch eine Montessori Schule will sich hier etablieren 

Die Hochschule für den öffentlichen Dienst unterrichtet seit September auf dem ehemaligen Ziegeleigelände in Dorfen. „Dorfen ist eine Schulstadt“ zitiert Immobilienunternehmer und Bauträger Robert Decker Dorfens Altbürgermeister Josef Sterr. „Jetzt haben wir auch noch eine Akademie“, freut sich der Unternehmer. Seine Firma „Timber Homes“ hat das Gebäude für die Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Sozialverwaltung (HföD), gebaut.

Mit den zwei Hörsälen nebst Nebenräumen ist das Projekt Studentenstadt noch lange nicht ausgereizt. „Die platzen dort aus allen Nähten“, erzählt Decker über den HföD-Hauptsitz am Bildungszentrum in Wasserburg. Geplant ist zudem ein Wohngebäude mit 69 Einzimmerapartments direkt neben dem Lehrgebäude. Alles Studentenwohnungen, in die sich auch andere Studierende einmieten können. Wer in München eine Uni besucht und dort keine Bleibe findet, ist mit dem Zug schnell in Dorfen.

Bauzeit: Sechs Wochen

Wegen der geplanten Bahntrasse verzögert sich der Bau. Doch wenn die Baugenehmigung erst vorliegt, „wollen wir das Wohnheim in sechs Wochen gebaut haben“, sagt Decker. Die modulare Holzkonstruktion macht das möglich. In der Zwischenzeit wohnen die Studenten in Apartments im umgebauten Tagwerk-Gebäude jenseits der Gleise. Später werden hier Menschen mit Behinderung von den Barmherzigen Brüdern aus Algasing einziehen: „Im Zeichen der Inklusion sind Wohnungen in der Stadt wichtig – Menschen mit Handicap sollen ein gleichberechtigtes Leben in der Mitte der Gesellschaft führen, nicht irgendwo abgeschottet auf der grünen Wiese“, sagt der Bauträger.

Firma Decker: Coworking-Bereich auf dem Timber Campus Dorfen

Das Akademie-Gebäude hat auch noch Kapazitäten. Die HföD belegt bisher das Erdgeschoss. Im ersten Stock hat Decker aktuell Mitarbeiter seiner eigenen Buchhaltung untergebracht, um Büros in Corona-Zeiten zu entzerren. Und im zweiten Stock ist ein großer Coworking-Bereich in Planung. Dort können Freiberufler und Firmen ab Januar Büroarbeitsplätze mieten, auch vorübergehend.

Impressionen: Timber Campus Dorfen

Merkur Artikel: Firma Decker: Der Timber Campus Dorfen mit den Seminarräumen der Hochschule im Erdgeschoss1
„Timber Campus“ - Dorfen darf sich jetzt Hochschulstadt nennen © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Timber Campus kurz vor Fertigstellung2
Timber Campus kurz vor Fertigstellung © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Besprechungszimmer im 2. Obergeschoss auch tageweise buchbar3
Besprechungszimmer im 2. Obergeschoss auch tageweise buchbar © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Ab Januar 2021: Coworking im 2.OG. Interessant für Firmen zur Reduzierung der Mitarbeiteranzahl im Hauptbüro4
Ab Januar 2021: Coworking im 2.OG. Interessant für Firmen zur Reduzierung der Mitarbeiteranzahl im Hauptbüro © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Ebenfalls buchbar, private Einzelbüros5
Ebenfalls buchbar, private Einzelbüros © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Akademie / Hochschule Seminarraum im Erdgeschoss6
Akademie / Hochschule Seminarraum im Erdgeschoss © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Seminarraum im Timber Campus Dorfen7
Seminarraum im Timber Campus Dorfen © Firma Decker
Merkur Artikel: Firma Decker: Seminarraum im Timber Campus Dorfen8
Hier entstehen die Coworking-Arbeitsplätze © Firma Decker

Montessori-Schule auf dem Campus

Was Decker besonders freut: Ganz aktuell gründet sich gerade ein Schulförderverein, um eine weitere Schule in Dorfen zu etablieren: Eine Montessori Schule möchte sich unmittelbar neben der Eilzugstation ansiedeln. „Der Standort ist optimal, denn Schüler aus dem Landkreis, aber auch von München bis Mühldorf, können die neue Montessori Schule problemlos erreichen“, so der Immobilienunternehmer.

„Holzhäuser vom Fließband – der Bau ändert sich rasant“

Seit Januar 2012 teilt sich Firmengründer Robert Decker mit Jürgen Rank die Geschäftsführung. Beide bauen auf Holz – einem Allround-Talent, das ökologisches Bauen garantiert.

Was unterscheidet die Robert Decker Firmengruppe von anderen Bauträgern?

Jürgen Rank: Unser Blick in die Zukunft, die Innovationen, die wir einführen – das ist das Besondere an unserer Firmengruppe.

Von welchen Innovationen sprechen Sie?

Rank: Wir haben als erstes das Kfw-40plus-Haus gebaut. Das ist ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht, also sehr energieeffizient. Wir haben das Thema Strom und Wärme-Correcting mit dabei. Das sind Themen, die haben nicht viele Projektentwickler auf dem Bildschirm.

Warum ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema?

Jürgen Rank: Wir leben alle nur einmal auf der Welt. Die Welt kann nur überleben, wenn wir uns mit ihr in Einklang befinden und nachhaltiges Wirtschaften betreiben. Es gibt genügend Immobilien, da klebt man Öl an die Fassade – in Form von Vollwärmeschutz. Da wird nicht geschaut, was mit den Stoffen in der Zukunft passiert, wie diese später entsorgt werden.

Deshalb setzt die Decker-Firmengruppe auf Holz?

Robert Decker: Holz dämmt hervorragend im Vergleich zu Ziegel und Beton. Daher verzichten wir teilweise in den Wohnungen auf Wärmemengenzähler, denn wir brauchen so wenig Energie, dass die Kosten der Zählermieten höher sind, als die verbrauchte Wärme selbst.

Holzhäuser – da hat man doch Assoziationen mit der Gartenlaube ...

Im Zillertal gibt es Holzhäuser, die 300 Jahre alt sind. Daran sieht man, dass Holz ein langlebiges Material ist, wenn es richtig verbaut wird. Die Vorbehalte gegen Holzhäuser rühren aus den 70er Jahren. Damals konnte man Holzhäuser aus den Versandkatalogen bestellen – sogenannte Neckermann-Häuser. Kein Vergleich zu modernen Holzhäusern, die mittlerweile genauso stabil wie Massivhäuser sind. 

Sie bauen Wohnungen am Fließband. Fehlt nicht die Individualität bei der modularen Bauweise?

Decker: Industrielles Bauen steht nicht im Gegensatz zu Individualität. Das ist wie in der Autoindustrie. Ein Prototyp ist aufwendig und teuer. Wird das Fahrzeug in Serie gebaut, ist das Chassis zwar vorgegeben – die Sonderausstattung wählt der Kunde aber individuell.

Das heißt?

Decker: Wenn ich heute eine Drei-Zimmer-Wohnung baue, ist der Grundriss ohnehin häufig fix. Da ist es egal, ob modular oder massiv gebaut wird. Doch beim Modulbau hat der Kunde einen ganz anderen Kostenfaktor – er profitiert durch die Standardisierung in Form von günstigen Preisen.

Im Gespräch: Jürgen Rank (links) und Robert Decker (rechts) über Innovationen und Nachhaltigkeit beim Wohnungsbau

Dorfens bodenständiger Visionär: Immobilien vom Fließband – Modulbau revolutioniert den Wohnungsbau

Der Immobilienunternehmer und Bauträger Robert Decker will auf dem ehemaligen Meindl-Gelände in Dorfen ein neues Kreativ-Quartier entwickeln – „Timber Town“, eine Stadt aus Holz. Große Wohnanlagen in Holzfertigbauweise sollen hier errichtet und 300 Arbeitsplätze durch Ansiedlung verschiedener Firmen geschaffen werden. Die einzelnen Module im Werk Timber Homes kommen sozusagen vom Fließband.

Robert Decker Firmengruppe: „Die Planung eines Bauvorhabens wird immer komplexer“

Dauerläufer: „Das Glück ist mit den tüchtigen“, sagt Robert Decker, den die Arbeit auch in seiner Freizeit nicht loslässt. „Beim Training denke ich über Problemlösungen nach.“

Immer weiter – Decker ist Marathonläufer. Selbst beim Training kommt der 50-Jährige nicht zur Ruhe. Ihm gehe beim Laufen vieles durch den Kopf, sagt er. „Themen, die gelöst werden müssen. Was der geplante Bahnausbau etwa für das Meindl-Gelände bedeutet.“ Damit spielt er auf die langfristige Entwicklung der 21 Hektar großen Industriebrache an. 14 Hektar im Süden, also nahe der Bahn, sollen Wohnbauland werden. Wie das genau aussehen soll, wird ein städtebaulicher Wettbewerb klären. Dieser Schritt stockt derzeit noch wegen des ungewissen Ausgangs der Bahndiskussion.

Oder er sinniert, wie die Firmengruppe neue Mitarbeiter gewinnen kann. Beispielsweise Architekten. „Die Planung eines Bauvorhabens wird immer komplexer, die Ansprüche steigen. Die notwendigen Fachplaner gibt der Arbeitsmarkt nicht mehr her.“ Decker erinnert sich noch an sein erstes Bauvorhaben im Jahr 1995 in der Brünnsteinstraße in Dorfen mit 54 Wohnungen: Da war der Plan längst nicht so detailliert wie heute, viel weniger Technik.“

Eigentlich wollte ich Steuerberater werden. Immobilien waren für mich ein Nebenerwerb, um mir das Studium zu finanzieren. Wer allerdings einmal in die Immobilienbranche reinschnuppert, den lässt sie nicht mehr los.

Robert Decker

Firma Decker: Von den frühen Bauprojekten bis zu Timber Homes

Deckers Firma steckte damals noch in den Kinderschuhen. „Wir haben 1990 im Keller meiner Eltern begonnen – meine Frau und ich“, erzählt er. Seine Frau hat er in einer Walddisko hinter Gars kennengelernt. „Da war ich ein einziges Mal und bin gleich hängengeblieben.“ Das war vor dreißig Jahren, nach wie vor sei er glücklich mit seiner Andrea: „Meine Frau steht hinter mir, unterstützt mich und hält mir den Rücken frei. Sonst könnte ich das Pensum nicht leisten.“ Die Deckers haben zwei Kinder. Der 22-jährige Sohn studiert Betriebswirtschaft, die Tochter (20) Architektur.

Das Unternehmen wuchs ebenfalls mit der Zeit: „Mittlerweile haben wir über 100 Mitarbeiter.“ „Die Statik einer Firma wird besser, wenn sie auf vielen Beinen steht“, meint Decker. Zur Decker-Gruppe gehören acht Tochtergesellschaften mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen - alle rund um das Thema Immobilie. Seit dem Jahr 2001 ist der Firmensitz am Stadtpark in Dorfen angesiedelt.

Deckers Firma expandiert

Die Produktion von „Timber Homes“ auf dem Dorfener Meindl-Areal – hier entstehen Wohnungen und Gewerbeimmobilien am Fließband – wird aktuell auf zwei Schichten ausgedehnt.

Decker ist in der Isenstadt geboren. Mit seiner Heimat fühlt er sich verbunden. „Dorfen ist mir wichtig, ich möchte, dass die Stadt vorwärtskommt.“ Der Immobilienunternehmer berichtet von früheren Bauprojekten, etwa dem „Marienhof“ mit Hotel und Fitnesscenter in der Innenstadt oder der Filiale von „Rossmann“ am Unteren Markt. Durch beide Immobilien kommen auch auswärtige Besucher und somit potenzielle Käufer in die Innenstadt Dorfens. Wenn das Apart-Hotel gut läuft, gehen allein 40, 50 Leute täglich zum Essen.“ Und wer sich wohlfühlt, behält die Stadt in guter Erinnerung. „Das steigert die Attraktivität Dorfens.“

Der erneute Lockdown macht dem Lokalpatrioten Sorgen, er fürchtet um den Einzelhandel und viele Firmen in Dorfen. Deshalb wünscht er sich, dass die Käufer nicht alle zum Online-Shopping großer Anbieter abwandern. Die Baubranche sei allerdings noch nicht vom Coronavirus betroffen, sagt Decker: „Bauvorhaben werden längerfristig geplant und sind in einem nachlaufenden Konjunkturzyklus. Ein verändertes Konsumentenverhalten kommt erst mit Verzögerung.“ Deckers eigene Firma expandiert. Die Produktion von Timber Homes, hier entstehen Wohnungen und Gewerbeimmobilien am Fließband, wird aktuell auf zwei Schichten ausgedehnt.

Decker ist trotz seines Erfolges bodenständig geblieben. „Wir haben eine Hütte im Zillertal“, erzählt er. Natürlich aus Holz. Denn der Baustoff Holz ist ökologisch und technisch gesehen, die Zukunft am Bau. Der Marathon-Man liebt die Berge. Sein zweites Hobby ist Bergsteigen. Egal ob Kilimandscharo, Mount Vinson in der Antarktis oder der Elbrus im Kaukasus, der höchste Berg Europas: Decker bezwingt sie. „Ich suche die Herausforderung.“ Auch in den Bergen zieht Deckers Frau mit: „Bis zum Großvenediger mit 3657 Meter.“        

„Mit dem Unternehmen wachsen“: Die Decker-Firmengruppe ist ein attraktiver Arbeitgeber

Christian Unterreitmeier (51) war der erste Angestellte von Robert Decker

Innovativ, kompetent und sozial – die Mitarbeiter stellen Immobilienunternehmer und Bauträger Robert Decker ein sehr gutes Arbeitszeugnis aus. Christian Unterreitmeier (51) war der erste Angestellte von Robert Decker und ist mit dem Unternehmen gewachsen. „Früher waren wir ein Familienbetrieb – jetzt sind wir eine durchstrukturierte Firma mit eigenständigen Bereichen und über 100 Mitarbeitern.“ Der Immobilienfachwirt, der für alle Rechtssachen zuständig ist, weiß neue Ansätze zu schätzen: „Dass hier vor allem mit Holz gebaut wird, ist aus ökologischer Sicht ein immenser Fortschritt.“

Rosmarie Neumeier-Korn ist für Marketing und Presse bei der Firma Decker zuständig

Rosmarie Neumeier-Korn ist für Marketing und Presse bei der Firma Decker zuständig. Für die Wartenbergerin ist verantwortungsvolles Wachstum besonders wichtig: „Die Firmengruppe Decker ist auch vor Ort präsent. Egal ob als Sponsor beim Stadtlauf oder durch eine Spende für Spielgeräte in Kindergärten – - wo wir bauen, engagieren wir uns auch sozial.“

Tobias Wagenstetter aus Dorfen ist im zweiten Lehrjahr

Tobias Wagenstetter aus Dorfen ist 20 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr als Bauzeichner. „Das Team ist super, ich wurde vom ersten Tag an herzlich aufgenommen, sagt der Auszubildende aus Dorfen. „Die Immobilien-Branche ist multidisziplinär. Von Baurecht bis Bautechnik – ich lerne nicht nur in der Theorie, sondern kann auch in die Praxis schnuppern. Es ist spannend, eine Siedlung von der Planung bis zur Übergabe zu begleiten.“ 

Kontakt

Robert Decker Immobilien GmbH
Am Stadtpark 6
84405 Dorfen

Webseite: www.rdecker.de

Merkur

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