"Der entspannte Weg zum Abitur"

Wasserburg - Mit einer dem Ereignis angemessen großen Veranstaltung in der Badriahalle beging die Berufsoberschule den Schulabschluss, das Fachabitur der Schüler der zwölften Klassen, zu dem außer den Eltern und Lehrkräften auch mehrere ehemalige Lehrkräfte und Schüler gekommen waren.

Humorvoll führte Studienrat Mathias Ruß durch das Programm, das von der Schüler-Lehrer-Band virtuos begleitet wurde.

Zahlreiche Ehrengäste aus der Stadt Wasserburg und dem Landkreis Rosenheim, von weiteren Schulen und Vertreter der Praktikumsstellen sowie Partner der Schule aus der Finanzwelt bezeugten mit ihrer Teilnahme an der Feier die Wertschätzung dieser praxisorientierten Schulart.

Stellvertretender Landrat Josef Huber gratulierte den Entlassschülern, dass sie mit dem Erreichen des Abschlusses bewiesen, dass sie etwas leisten können. Schließlich gebe es drei Möglichkeiten zu leben: Betteln, stehlen, etwas leisten. Gut sei es, dass sie sich für Letzteres entschieden hätten. Er wünsche ihnen Glück und Gottes Segen auf dem Lebensweg, dass er so verlaufe, wie ihn die Absolventen sich vorstellten und dass sie auf den unvermeidlichen Umwegen das Ziel fest im Auge behalten könnten.

Im Internet habe sie sich genauere Informationen zu BOS und FOS gesucht, sagte Zweite Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke und rief damit bei vielen Zuhörern ein wissendes Schmunzeln hervor. Die gefundene Formulierung: "Die kompakte Schule, modern und erfolgreich", könne sie nur unterstreichen, denn der starke Bezug zur beruflichen Praxis auf dem berufsorientierten Weg zum Abitur mache die Schulbildung durchlässig und sei, wie ein früherer Kultusminister gesagt habe, "der entspanntere Weg zum Abitur". Ob wer vom Gymnasium auf die BOS gewechselt habe, abgestiegen sei, beantwortete sie mit der Feststellung: "Sie aber sind aufgestiegen"; denn Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten seien Durchhaltevermögen, Elan und Selbstbewusstsein, was zu besitzen die Entlassschüler in hohem Maße bewiesen hätten.

Die Elternbeiratsvorsitzende Claudia Neumann freute sich mit den jungen Leuten und ihren Eltern, dass nun ein langer, manchmal anstrengender und mühevoller Weg und alle Prüfungen geschafft seien. Stolz dürften alle miteinander auf diesen gemeinsam errungenen Erfolg sein, verbunden mit dem Dank an alle, die ihn möglich gemacht haben.

Am Anfang seiner Rede gratulierte der Schulleiter Oberstudiendirektor Johann Schaller auch im Namen seiner Kollegen den 209 Hauptpersonen dieses Nachmittags, den Absolventen von BOS und FOS, die das Fachabitur erworben und die Schule hinter sich, tolle Aussichten vor sich haben. Es gebe aber bei dieser Feier auch gemischte Gefühle, denn für die meisten beginne ein neuer Lebensabschnitt an einer Fachhochschule oder eine duale Ausbildung, Wehr- oder Wehrersatzdienst oder ein soziales Jahr. Die Eltern müssten ihre "Kinder" in ein weiteres Stück Freiheit entlassen, wo doch für das schulische Weiterkommen das Elternhaus so wichtig und wertvoll gewesen sei und wesentlichen Anteil am Erfolg gehabt habe. Ihnen und den vielen anderen Personen und Einrichtungen dankte er für Verständnis und Zuwendung aller Art, ganz besonders Pfarrer Andreas Reisberg und Dr. Paul Schinagl für die Feier des Gottesdienstes vor der Veranstaltung und den Betrieben, die die fachpraktische Ausbildung in der elften Klasse übernommen hatten. Nach Jahren an Bord des Schulschiffes, sagte der Direktor zu seinen Absolventen, hätten sie nun angelegt, die Heuer in Form des Fachabiturzeugnisses werde ihnen nun ausgehändigt, doch sie sollten auch noch einen Seesack voller wichtiger Dinge mitnehmen. Körperliche Fitness, fundiertes Wissen, Lernkopetenz genau so wie die Fähigkeit, lebenslang zu lernen und mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Drinnen seon sollte aber auch ein Fotoalbum mit vielen Erinnerungen an die Klasse, ans gemeinsame Lernen, an Klassenfahrten, an Erfahrungen in der fachpraktischen Ausbildung und an Freundschaften, die nun zu pflegen seien, und schließlich ein Kompass, dass sie immer die für ihr Leben richtige Richtung finden.

Vor der Zeugnisverteilung wurden die 15 besten Abiturienten mit einem Notendurchschnitt ab 1,8 besonders geehrt und beschenkt, darunter die drei besten, nämlich Theresa Streicher und Dominik Gruber mit Durchschnitt und Roland Schex mit 1,4.

Schwungvoll spielte die Lehrer-Schüler-Band nach der Zeugnisverteilung hinüber zu den teils recht humorvollen Abschiedsworten der Schülersprecher, die auf ihre nicht immer erfolgreichen Einsätze für Verbesserungen des Schullebens verwiesen und nicht mit Lob und Dank für ihre Lehrer und ihren Chef sparten. Als besonderes Abschiedsgeschenk für ihre Schule haben sie sich den den ersten Abi-Streich an der FOS-BOS ausgedacht. Der fand am Montag statt.

Wie immer ging es vom Badria auf's Schiff am Chiemsee, das die SMV mit ihren wilden Partys finanziert.

ags/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser