Fotoprojekt: Wasserburg in Licht und Schatten

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Eine Nixe im Inn. Für die Aufnahmen mit Manon Schröter gab es gleich mehrere Schwierigkeiten: Temperatur und Geschwindigkeit des Flusses und das Wetter. Einmal war Fotograf Markus Sturm schon fast in Wasserburg, als ein Gewitter niederging, wieder ein Termin geplatzt war. Irgendwann klappte es aber offensichtlich doch.

Wasserburg - "Das Wetter spielte uns oft Streiche - im Sommer noch mehr als im Winter." Dieser Satz trifft auf das Fotoprojekt "Wir Wasserburger - ein Leben in vier Jahreszeiten" zu.

Fast zwei Jahre ist es her, dass Markus Sturm Wasserburger suchte, die sich in ihrer Stadt von ihm ablichten lassen. Ein ganzes Jahr lang, immer wieder. Es meldeten sich so viele Freiwillige, dass Sturm aussortieren musste. "Ich habe dabei in Bildern gedacht", so der leidenschaftliche Hobbyfotograf und gelernte Journalist. Unterschiedliche Berufe sollten es sein, verschiedene Altersgruppen, Tradition und Experimentelles vertreten sein. Sympathie war wichtig, "denn man gibt ja auf beiden Seiten der Kamera einiges preis". Und verbringt viel Zeit miteinander.

Voller Leidenschaft war Maria Weber (rechts) dabei. "Und das mit über 90 Jahren - Respekt!"

Viel mehr, als Sturm ursprünglich gedacht hätte. Was zum einen daran lag, dass man sich auch menschlich näher kam und dann mit Maria Weber Apfelkuchen buk, mit Peter Stenger Kaffee trank oder mit Familie Wurzer grillte. Zum anderen waren manche Motive einfach aufwendig. Die Wasserschlacht der Feuerwehr zum Beispiel. Da waren viele Menschen unter einen Hut zu bringen und viele Aufnahmen zu machen. "Die Jungs haben super mitgespielt - und am Ende waren wir alle nass bis auf die Unterhose", lacht Sturm. Die Kamera habe es glücklicherweise überlebt, dass er sich da mitten ins nasse Getümmel stürzte.

Nass bis auf die Unterhose? Für einen echten Feuerwehrler gar kein Problem, "die Truppe hat super mitgespielt, war für alles zu haben."

Natürlich sorgte manch ein Fotomotiv für reichlich Aufmerksamkeit. Kein Wunder, wenn Theresia Wurzer den ganzen Tag mit einer Schaufensterpuppe durch die Stadt zieht, Manon Schröter als Nixe aus dem Inn springt, das Ehepaar Klotsch mit seinen Schlittenhunden durch die Gegend saust oder ein gemeinsames Bad nimmt und das Ehepaar Binder am heftig frequentierten Bosna-Stand permanent abgelichtet wird. "Als Manon Schröter als Engel mitten auf der Innbrücke lief, hat sie fast den Verkehr lahmgelegt. Die Autos fuhren ganz langsam und wollten wissen, was wir da tun. Dann wurde nicht geschimpft, sondern es gab sogar Vorschläge für Motive", erzählt Sturm begeistert von der positiven Resonanz, die ihn und seine Modells begleitete. Einmal allerdings wurde es etwas kritisch: Sturm hatte mit Peter Stenger dessen Bett auf einer Wiese über den Innleiten aufgestellt und fing gerade an, den Stadtrat im Schlafanzug zu fotografieren, da stürmte ein erboster Landwirt herbei. "Den habe ich beruhigt, mit fotografiert und ihm auch die Fotos geschickt, und dann war alles wieder in Ordnung."

Was hat Sturm davon, außer vielen tollen Fotos? "Ich habe Wasserburg ganz anders kennen und schätzen gelernt. Durch die viele Zeit, die ich hier verbracht habe und durch die Mitwirkenden, die mit ihre Stadt ganz anders zeigen. Und außerdem war ich vorher noch nie bei einem Schlachttag dabei. Dank Thomas Maurer jetzt schon."

Welches Ende das Projekt nimmt, das weiß Sturm selber nicht so genau. Natürlich wäre ein Bildband toll, die Fotos gäben das auch her. Das ist aber teuer und für die Verlage springt meist nicht viel heraus. Er selber wolle gar nichts verdienen, so Sturm, dafür habe er seinen Beruf. Aber noch viel mehr drauflegen will er auch nicht.

Eine Ausstellung der Fotos wäre einfacher. "Da möchte ich aber einen Raum, der lebt. Einen Punkt, an dem Diskussionen aufkommen können. Ein Café oder ähnliches wäre ideal."

Entscheiden Sie mit!

Die Wasserburger dürfen gerne mitentscheiden: Vorschläge entweder per E-Mail an

info@heimatfotografen.de

oder per Post an

Wasserburger Zeitung

"Heimatfotografen"

Marienplatz16

83512 Wasserburg.

Eine große Auswahl der in und um Wasserburg entstandenen Fotos der acht Wasserburger ist unter www.heimatfotografen.de zu finden.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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